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Beachvolleyballerinnen : Erster Sieg für Laboureur und Sude

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Die im Moment beiden besten deutschen Beachvolleyballerinnen: Chantal Laboureur (li) Julia Sude (re) Bild: dpa

Das Auftaktspiel bei der World Tour haben sie noch verloren, doch jetzt hat das Beachvolleyball-Duo in Hamburg den ersten Sieg eingefahren – und das ausgerechnet gegen die Europameisterinnen.

          In Überlebensgröße grüßt das Konterfei von Julia Sude die Fans im Stadion am Rothenbaum. Ihre Partnerin Chantal Laboureur steht als große Pappfigur schon am Eingang der Hamburger Anlage. Der deutsche Beachvolleyball hat zwei neue Covergirls, auch wenn die Athletinnen davon nicht viel wissen wollen.

          „Nein“, als Covergirls sehen sie sich nicht, betonten beide. „Aber man merkt, dass wir im Fokus stehen“, sagte die 30 Jahre alte Sude beim Welttour-Finale. Und ihre zwei Jahre jüngere Partnerin ergänzte: „Es kommt Druck von außen. Das darf man nicht an sich ranlassen. Es freut uns aber auch. Wenn wir uns selbst im TV sehen, bekommt man auch mal Gänsehaut.“

          Lange standen Laboureur/Sude im Schatten der „Golden Girls“ Ludwig/Walkenhorst, die diesmal in Hamburg fehlen, weil Laura Ludwig gerade ihren Sohn Teo Johnston zur Welt gebracht hat. Doch das Thema wollen die Herausforderinnen gern klein halten: „Wir vergleichen uns nicht mit anderen Teams“, bemerkte Sude nur kurz.

          Das ganze Jahr gehen Laboureur/Sude in den Sandkästen der Welt weitgehend unbeachtet von der großen Öffentlichkeit ihrem Beruf nach – und das durchaus erfolgreich. „Zwei Turniere haben uns gar nicht gefallen“, berichtete die EM-Fünfte von der bisherigen Saison. Auf der World Tour 2018 wurde das Duo aus Stuttgart und Friedrichshafen aber auch schon zweimal Zweiter und einmal Dritter.

          „Das macht uns stolz“

          Zum vierten Mal nacheinander qualifizierten sich Laboureur/Sude für das Welttour-Finale, das seit 2015 ausgetragen wird. „Das macht uns schon stolz“, sagte Abwehrspielerin Laboureur. In Hamburg wird die Medizinstudentin von den Fans gefeiert. Mit der Siegprämie von 150.000 Dollar wäre der kompletter Saisonetat auf einen Schlag gedeckt.

          Sude und Laboureur konnten ihr zweites Spiel bei der World Tour in Hamburg gegen die Europameisterinnen aus den Niederlanden gewinnen.

          Neunter, Fünfter, Fünfter sind die bisherigen Platzierungen des derzeit besten deutschen Teams beim Tour-Höhepunkt. „Es wäre schön, wenn es noch weiter nach oben geht“, sagte Zahnmedizin-Studentin Sude. Das Halbfinale sei das Ziel in Hamburg. Ihr Turnierauftakt gegen die Amerikanerinnen Summer Ross und Sara Hughes ging am Donnerstag mit 1:2 (21:14, 19:21, 8:15) daneben. Mit einem 2:0 (24:22, 21:19) gegen die niederländischen Europameisterinnen Sanne Keizer und Madelein Meppelink aber fanden sie in die Spur.

          Seit letztem Jahr offiziell Nationalpielerinnen

          Es war kein leichter Weg für Laboureur/Sude, die seit 2013 gemeinsam spielen. Obwohl sie schon länger in der internationalen Spitze mitmischen, bekamen sie vom Deutschen Volleyball-Verband erst im Vorjahr den offiziellen Status Nationalmannschaft verliehen. Die vom DVV vorgegebene Zentralisierung in Hamburg ging und geht das schwäbische Duo nicht mit, organisierte sich ähnlich wie die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst selbst.

          Erst jetzt wird das vom Verband, an dessen Spitze es große personelle Veränderungen gab, akzeptiert. „Zentralisierung ist nicht nur Hamburg. Wir müssen im Auge haben, was in ganz Deutschland passiert“, unterstrich Bundestrainer Imornefe Bowes.

          Wenn Ludwig/Walkenhorst im kommenden Jahr auf die Beach-Bühne zurückkehren, sind sie Kontrahenten im Ringen um die Tickets für Olympia 2020. Die Qualifikation dafür startet im Herbst: „Da wollen wir schon ein, zwei gute Ergebnisse vorlegen“, sagte Sude.

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