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Beachvolleyballerin Solberg : Freispruch für Sportlerin nach Angriff auf Bolsonaro

  • Aktualisiert am

„Bolsonaro-Raus!“: Carol Solberg wird nach ihrer Präsidenten-Kritik freigesprochen. Bild: Picture-Alliance

Carol Solberg gibt sich in einem TV-Interview als Gegner von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zu erkennen. Danach wird die Beachvolleyball-Spielerin angeklagt. Nun fällt letztinstanzlich das Urteil.

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          Der Oberste Sportgerichtshof STJD für Volleyball in Brasilien hat die wegen eines „Bolsonaro-Raus!“-Rufs verurteilte brasilianische Beachvolleyball-Spielerin Carol Solberg in zweiter und letzter Instanz freigesprochen. Mit fünf zu vier Stimmen revidierte das Plenum seine Entscheidung aus dem Oktober, wie brasilianische Medien am Montag berichteten. Damals war Solberg zu einer Strafe von 1000 Reais (ca. 150 Euro) verurteilt worden; die Geldstrafe wurde in eine Verwarnung umgewandelt.

          Solberg war angeklagt worden, weil sie während eines im Fernsehen übertragenen Interviews nach der ersten Etappe des brasilianischen Beachvolleyball-Circuits in Saquarema im Bundesstaat Rio de Janeiro im September „Bolsonaro, raus!“ gerufen hatte – ein typischer Ruf für die Gegner des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Die 33-Jährige legte Berufung ein, weil sie der Ansicht war, kein Gesetz „verletzt oder missachtet“ zu haben. Zudem wollte sie die Meinungsfreiheit der Sportler verteidigen.

          Schon vorher hatte sie gesagt, sie bereue nichts, sagte sie der Zeitung „Folha de S. Paulo“ zufolge in der Online-Anhörung. Auf die Frage, ob der Ort ihrer Meinungsäußerung geeignet gewesen sei, antwortete Solberg laut „Folha“: „Der Sportler muss sprechen können, wo immer er will. Das ist es, was ich glaube. Es gibt keinen richtigen Ort. Ich glaube an meine Meinungsfreiheit, wenn ich ein Interview gebe.“

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