https://www.faz.net/-gtl-9olh5

Beachvolleyball-WM : Deutsches Duo Borger/Sude schlägt amerikanisches Team

  • Aktualisiert am

Das deutsche Duo Karla Borger (r) und Julia Sude Bild: dpa

Die Akklimatisierung beim größten Turnier ihrer bisherigen Laufbahn ist den WM-Neulingen Thole und Wickler noch nicht ganz gelungen. Dennoch stehen die deutschen Hoffnungsträger bei der Beach-WM schon in der K.o.-Runde. Borger/Sude gehen als Gruppensiegerinnen weiter.

          Noch können die WM-Debütanten Julius Thole und Clemens Wickler ihre Nervosität nicht ganz abstreifen. Aber mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel haben die deutschen Meister bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft als erstes Gastgeber-Team der Männer schon das Ticket für die K.o.-Runde gebucht. „Mit den Ergebnissen sind wir zufrieden. An unserem Spiel wollen wir noch feilen. Da ist noch Luft nach oben“, sagte 2,06-Meter-Mann Thole. Das zweite Nationalteam, Nils Ehlers und Lars Flüggen (Hamburg), verpasste den vorzeitigen Einzug in die Alles-oder-nichts-Phase.

          Thole/Wickler bezwangen am Montag am Hamburger Rothenbaum die Iraner Bahman Salemiinjehboroun und Arash Vakili mit 2:0 (21:18, 22:20). Wie schon beim 2:0 zum Auftakt gegen Ruanda schafften sie es als neue deutsche Hoffnungsträger aber nicht, vor dem Heimpublikum die Aufregung zu unterdrücken und mussten im zweiten Satz sogar in die Verlängerung. „Das müssen wir noch ein bisschen ablegen. Wir merken es schon, dass viele Augen auf uns gerichtet sind“, erklärte der 22 Jahre alte Blockspieler Thole: „Aber der zweite Sieg bei der ersten Heim-WM und dann noch in der eigenen Stadt ist cool.“

          Karla Borger und Julia Sude gehen als Gruppensiegerinnen in die K.o.-Runde und hoffen so in der Runde der letzten 32 auf einen von der Papierform her leichteren Gegner. Das im Januar neu zusammengestellte Stuttgarter Nationalduo bezwang die an Position fünf gesetzten Amerikanerinnen April Ross und Alexandra Klineman mit 2:1 (21:15, 21:23, 15:10). Es war der dritte Sieg im dritten Gruppenspiel. „Das zeigt, dass unser ganzes Team richtig gearbeitet hat“, erklärte Blockspielerin Sude: „Aber die WM geht mit der K.o.-Runde erst richtig los.“

          Thole/Wickler hatten im Vorjahr beim Welttour-Finale ebenfalls in Hamburg überraschend Platz vier belegt, inzwischen steht das Duo auf Platz zwölf der Weltrangliste. „Wir merken gerade, was es mit uns macht. Wir reden viel mit unserer Psychologin“, berichtete Thole. Im Endspurt gegen Iran seien sie zumindest „nicht in Hektik verfallen“, sagte Wickler: „Eine enge Situation hatten wie bei einem solch großen Turnier noch nicht. Die Erfahrung kann uns hier nochmal helfen.“

          Ehlers/Flüggen verspielten einen möglichen zweiten Sieg im zweiten Spiel gegen die Russen Nikita Liamin und Taras Miskjew durch zu viele Eigenfehler. Da nutzten selbst neun sensationelle Blockpunkte des 2,10 Meter großen Ehlers nichts. „Das ist schon die ganze Saison so, dass wir uns nach guten Leistungen selbst das Leben schwer machen“, sagte der Hamburger Flüggen, fügte aber selbstbewusst an: „Ich habe keine Sorge, dass es nach der Gruppenphase für uns weitergeht.“

          Chantal Laboureur (Stuttgart) unterlag mit Sandra Ittlinger (Berlin) nach zwei zuvor gewonnenen Spielen gegen die Italienerinnen Marta Menegatti und Viktoria Orsi Toth mit 0:2 (17:21, 15:21), sind damit als Gruppenzweite weiter dabei. Victoria Bieneck und Isabel Schneider (Hamburg) verbuchten im dritten WM-Spiel den ersten Sieg, Leonie Körtzinger und Sarah Schneider (Hamburg) verloren in ihrer Gruppe zum zweiten Mal. Beide Duos könnten als Dritte über die Hintertür noch weiterkommen.

          Weitere Themen

          Noch ein Sieg bis Olympia

          Beachvolleyball : Noch ein Sieg bis Olympia

          Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur setzen ihren Siegeszug beim Olympia-Qualifikationsturnier fort. Nur ein Erfolg fehlt dem deutschen Beachvolleyball-Duo noch. Doch es gibt einen Schönheitsfehler.

          Vergeblich Sand aufgewühlt

          Beachvolleyball : Vergeblich Sand aufgewühlt

          Die deutschen Beachvolleyballerinnen Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur verlieren das Endspiel um die direkte Olympia-Qualifikation. Nun muss für den Weg nach Tokio gerechnet werden.

          Topmeldungen

          Passagiere des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook am Flughafen von Palma de Mallorca.

          Thomas Cook ist pleite : Was Reisende jetzt wissen müssen

          Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verunsichert Tausende von Urlaubern. Geht mein Geld verloren? Wie sicher ist das Absicherungsversprechen? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Reisende.
          Volkstribun? Der Landesvorsitzende der AfD in Brandenburg, Andreas Kalbitz

          Populismus : Die da oben

          Populisten geben sich gerne als Männer und Frauen des Volkes. Am Beispiel der AfD kann man jedoch sehen: Kritiker der „Elite“ sind meist elitärer, als ihre Rhetorik vermuten lässt.
          Glitzernde Autoshows wollen die Marketingstrategen der Firmen nicht mehr.

          War’s das mit der IAA? : Dilettanten am Steuer

          Wie ruiniert man eine IAA? Man nehme streitende Konzerne, einen Frankfurter Oberbürgermeister und einen hilflosen Verband. Schadenfreude? Ist nicht angebracht. In Deutschland sollten die Alarmglocken schrillen.
          Das Mercedes-Benz Logo auf dem Turm des Hauptbahnhofes in Stuttgart.

          Brandbrief : Daimler-Vorstand rüttelt die Belegschaft wach

          Der Daimler-Vorstand Ole Källenius will mit einem Brandbrief seine Führungskräfte wachrütteln: Daimler will kurzfristig mindestens 4,2 Milliarden Euro einsparen. Die Mitarbeiter sollen selbst Ideen dafür finden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.