https://www.faz.net/-gtl-9dgxl

Beachvolleyball in Hamburg : „Die Wespe ist schuld“

  • Aktualisiert am

Mit dickem Arm ausgeschieden: Julius Thole (l) kühlt einen Wespenstich mit einem Kühlbeutel Bild: dpa

Das Endspiel ist nah, doch im Halbfinale gegen die späteren Turniersieger verliert das deutsche Überraschungs-Duo Thole/Wickler knapp. Am Ende stoppt die beiden ein Insekt.

          2 Min.

          Nach der ersten Enttäuschung über das knapp verpasste Endspiel beim Welttour-Finale der Beachvolleyballer fand Julius Thole schnell seinen Humor wieder. „Lasst uns doch sagen: Die Wespe ist schuld“, sagte der Beachvolleyball-Youngster mit einem herzlichen Lachen.

          Gegen die Weltranglisten-Ersten Anders Mol und Christian Sorum aus Norwegen, die am Ende des Tages auch das Finale gegen die Polen Michal Bryl und Grzegorz Fijalek mit 2:0 (21:19, 21:17) gewannen und sich somit die Rekord-Siegprämie von 150.000 Dollar sicherten, stand das junge deutsche Nationalteam Thole/Wickler am Samstag kurz vor der nächsten großen Überraschung. Doch die Halbfinal-Hürde war in Hamburg dann doch ein Stück zu hoch.

          Am Ende eines stimmungsvollen Turniers unterlagen der 23 Jahre alte Clemens Wickler und sein zwei Jahre jüngerer Partner Thole im kleinen Finale auch Piotr Kantor und Bartosz Losiak (Polen) noch einmal knapp mit 1:2 (21:19, 15:21, 13:15). Rang vier und 35.000 Dollar Prämie sind für das junge Team dennoch der größte Erfolg seiner gemeinsamen Karriere. Das Duo spielt erst seit Januar zusammen und kam als Weltranglisten-26. nur mit einer Wildcard zum Turnier der zehn weltbesten Beachteams in Hamburg.

          Im Halbfinale hatten Thole/Wickler bis in den Tiebreak hinein das Match offen gehalten, unterlagen am Ende aber mit 1:2 (16:21, 21:16, 9:15). Thole wurde im dritten Satz beim Stand von 4:5 auf dem Center Court von einer Wespe gestochen. „Das war der Zeitpunkt, zu dem wir das Spiel verloren haben“, sagte der Hamburger. „Ich würde aber nicht sagen, dass es mit dem Wespenstich zu tun hatte.“ Allerdings riss danach der Spielfaden bei den Deutschen, die vor 8000 begeisterten Zuschauern im voll besetzten Stadion am Rothenbaum nicht mehr so zwingend agierten. „Es hat noch einmal zwanzig Prozent mehr Spaß gemacht, hier vor dieser Kulisse zu zocken“, erklärte Thole dennoch zum bemerkenswerten Heimauftritt.

          Das Siegerteam: Christian Sandlie Sörum (l) und Anders Berntsen Mol

          „Die Erinnerung wird das ganze Leben bleiben. Wir haben unsere Außenseiterchance genutzt. Jetzt wollen wir uns weiterentwickeln“, kommentierte Jura-Student Thole den Leistungssprung. „Was wir in den vergangenen Wochen erreicht haben, ist unbeschreiblich. Wir haben gemerkt, dass wir nicht nur dagegenhalten können“, ergänzte Wickler zu den Spielen gegen die Weltelite. Das gewonnene Viertelfinale sei das „geilste Spiel der bisherigen Karriere“ gewesen.

          Laboureur/Sude verpassen Finalrunde

          Julia Sude und Chantal Laboureur verpassten den Sprung in die Medaillenrunde. Deutschlands Damen-Team Nummer eins scheiterte im Viertelfinale gegen die Weltranglisten-Ersten Agatha/Duda (Brasilien) nach starkem Auftakt mit 1:2 (21:12, 14:21, 9:15). „Das ist ein bisschen schade, gerade nach dem ersten Satz“, erklärte die 28-jährige Abwehrspielerin Laboureur.

          Nach ihrem besten Satz im ganzen Turnier verloren Laboureur/Sude vor 8000 Zuschauern ihre Linie und konnten im Tiebreak auch einen Drei-Punkte-Vorsprung nicht nutzen. „Jedes Team will hier ins Halbfinale und das große Geld abgreifen“, sagte Laboureur. „Im ersten Satz hat bei uns alles funktioniert. Die Brasilianerinnen haben dann einiges umgestellt. Wir haben ein paar Bälle zu viel gebraucht, um das zu merken“, erklärte die 30 Jahre alte Blockspielerin Sude nach dem Aus. Den deutschen Meisterinnen bleiben Platz fünf, 20.000 Dollar Preisgeld und die Erkenntnis, dass sie in Hamburg eine große Chance verpasst haben, sich weiter in den Vordergrund zu schieben.

          Weitere Themen

          „Das grenzt an Rassismus“

          Türkei verurteilt Salut-Kritik : „Das grenzt an Rassismus“

          In die Diskussion um den Militärgruß der türkischen Fußball-Nationalspieler kommt keine Ruhe. Nun erhebt der Botschafter der Türkei in Deutschland schwere Vorwürfe und spricht von einer „anti-türkischen Stimmung“.

          Topmeldungen

          Bernd Lucke, Wirtschaftswissenschaftler und AfD-Mitbegründer, verlässt nach seiner verhinderten Antrittsvorlesung den Hörsaal der Universität Hamburg.

          Bernd Lucke : Nazischweine und Gesinnungsterror

          Vom AStA kann man nicht viel erwarten. Aber die Hamburger Regierung und die Universität leisten sich in Sachen Bernd Lucke eine peinliche Vorstellung.

          Ab 2020 : Klimaschutz führt zu neuen Regeln für Steuerpflichtige

          Die Politik will das Klima schützen. Hausbesitzer bekommen daher bis zu 40.000 Euro für energetische Sanierungen, und die Pendlerpauschale steigt. Für kurze Flüge dagegen wird die Mehrwertsteuer teurer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.