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Beachvolleyball : Feiertag am Rothenbaum

  • -Aktualisiert am

Champagner für die Golden Girls: Laura Ludwig (l.) und Kira Walkenhorst lassen es krachen. Bild: dpa

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst glänzen auch beim Beachvolleyball-Turnier im Tennis-Stadion. Nach der EM gewinnen die beiden das Major-Turnier und wecken Hoffnung auf OIympia-Gold.

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          Beachvolleyball im Tennisstadion, das hatte schon vor Beginn der „Major Series“ in Hamburg gut geklungen. Wer dann aber die vier packenden Partien des besten deutschen Duos Laura Ludwig und Kira Walkenhorst auf dem Center Court gesehen hatte, muss die stimmungsvolle Anlage am Rothenbaum begeistert verlassen haben. 8000 Zuschauer verwandelten das Stadion am Samstag in einen brodelnden Kessel, als die deutsche Nationalmannschaft zuerst die Amerikanerinnen Kerri Walsh und April Ross im Halbfinale bezwang und dann im Endspiel noch einen drauflegte. Mit 2:1-Sätzen kämpften die für den Hamburger SV startenden Profis Agatha und Barbara aus Brasilien nieder und gewannen das Turnier - 57.000 Dollar Preisgeld Belohnung inklusive. „Wenn wir uns auf unser Spiel konzentrieren, können wir auch die besten Teams schlagen“, sagte die 30 Jahre alte Ludwig.

          Eine Woche nach dem EM-Titel in der Schweiz besiegten die Block-Fachfrau Walkenhorst und ihre schlagstarke Chefin zunächst die Nummer drei der Olympia-Rangliste, dann das zweitbeste Paar: In dieser Form sind Ludwig/Walkenhorst Anwärter auf die olympische Goldmedaille. Für Rio qualifiziert hatten sie sich schon vor ein paar Wochen.

          Das Beach-Duo vom Hamburger SV gewinnt das Major-Turnier am Rothenbaum.
          Das Beach-Duo vom Hamburger SV gewinnt das Major-Turnier am Rothenbaum. : Bild: dpa

          Die Stuttgarterinnen Britta Büthe und Karla Borger sowie die Hamburger Markus Böckermann und Lars Flüggen sicherten sich am Wochenende zwei weitere Rio-Startplätze für Deutschland. Ein viertes Ticket können sich die deutschen Männer noch über den Continental Cup in Norwegen erkämpfen. Den Sieg in Hamburg errangen die Amerikaner Nicholas Lucena und Philip Dalhausser mit einem 2:0-Finalsieg über die Niederländer Alexander Brouwer und Robert Meeuwsen.

          Konstanz und Nervenstärke von Ludwig/Walkenhorst

          „Es war eine grandiose Atmosphäre.“ Auch Trainer Jürgen Wagner strahlte - vor allem wegen der Konstanz und Nervenstärke des deutschen Topteams. Im Halbfinale wehrte es einen Matchball ab, von Rückständen ließen sich die beiden im Getöse des Center Courts nie aus der Ruhe bringen. Veranstalter Frank Mackerodt schüttelte im Hintergrund manchmal nur ungläubig den Kopf. Die Kulisse bei strahlender Sonne und geöffnetem Faltdach war spektakulär, und der Coup, das Turnier bei freiem Eintritt für alle, vor allem Familien zu öffnen, ging auf.

          Die Anlage war rappelvoll; selbst auf den vier Nebenplätzen schauten die Fans dicht gedrängt zu. Mackerodt, der 53 Jahre alte ehemalige Spitzenvolleyballer, war stolz auf das erst vor acht Wochen zum Turnier der höchsten Kategorie („Major“) beförderte Kräftemessen der Weltspitze.

          Ein Schmuckstück in der darbenden Sportstadt: Beach-Party im Tennis-Stadion.
          Ein Schmuckstück in der darbenden Sportstadt: Beach-Party im Tennis-Stadion. : Bild: dpa

          Eigentlich hatte Hamburg nämlich „nur“ ein Grand-Slam werden sollen. Dann aber rief Hannes Jagerhofer an, der Chef der „Beach Majors GmbH“, und verpasste dem Turnier ein Upgrade. Hinter der neuen Serie mit vier Stopps und einem Finale der acht besten Teams Mitte September steckt neben anderen starken Geldgebern auch die Sport-Business-Maschine von Red Bull, so dass Mackerodt plötzlich ganz andere Möglichkeiten für sein Turnier hatte: Die 64 Frauen- und Männerteams spielten in Hamburg bei einem Gesamtetat von 2,3 Millionen Euro um 800.000 Euro Preisgeld. Bei solchen Summen konnte er auf Eintrittsgelder getrost verzichten.

          Schmuckstück für die darbende Sportstadt

          Die Tennisstadion-Kulisse mitten in der Stadt und das Hamburger Interesse am Turnier sollen auch den Österreicher Jagerhofer überzeugt haben. Zwar sind die Verträge zunächst nur für ein Jahr abgeschlossen, doch dem Vernehmen nach soll auch 2017 unter dem Dach der „Beach Majors“ am Rothenbaum aufgeschlagen werden. „Wir wollen das Turnier hier langfristig etablieren“, sagt Mackerodt. Der darbenden Sportstadt Hamburg stünde dieses Schmuckstück gut zu Gesicht.

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