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Beachvolleyball-WM : Prestigesieg für Piratenteam

Gute WM-Aussichten: Margareta Kozuch Bild: Picture-Alliance

Stress mit dem Verband hätte dem Beachvolleyball-Duo Borger/Kozuch fast die WM-Teilnahme gekostet. Dank Wildcard sind sie doch dabei. Der Auftakt ist vielversprechend.

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          Zum Auftakt der Beachvolleyball-WM in Wien haben Karla Borger und Margareta Kozuch einen in mehrfacher Hinsicht wichtigen Sieg errungen. Das „Piratenteam“ vom TuS Haltern schlug zum Auftakt in der „deutschen“ Gruppe D Nadja Glenzke und Julia Großner, das Nachwuchs-Nationalteam vom Hamburger SV, nach 42 Minuten Spielzeit glatt in zwei Sätzen (21:16, 21:17).

          Zum gleichem Vorrundenpool gehören auch die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, die anschließend keine Mühe hatten, die Marokkanerinnen Mahassine Siad und Imane Zeroual in nicht einmal einer halben Stunde 2:0 zu schlagen (21:10, 21:12). Da sich die beiden Erstplatzierten aus jeder der zwölf Vierergruppen sowie die vier besten Dritten direkt für die Hauptrunde qualifizieren, und auch die übrigen Drittplatzierten in Play-offs weitere vier Teilnehmer der K.o.-Runde ermitteln, dürften Borger/Kozuch ihr Weiterkommen dank des Auftakterfolgs schon fast gesichert haben.

          Für das zu Beginn der Saison neu zusammengestellte Team war zuvor schon die Teilnahme an der WM ein großer Erfolg. Wegen Unstimmigkeiten mit dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV), der ihnen das Attribut „Nationalteam“ verweigerte, sind die beiden nur dank eine Wildcard des Weltverbandes (FIVB) in Wien spielberechtigt. Dass ihre Weltranglistenplazierung und auch ihr Leistungsvermögen dafür gereicht hätte, bewiesen die beiden aber gleich bei ihrem ersten Aufschlag auf der Donauinsel.

          Zwar hielten Glenzke/Großner in beiden Sätzen lange gut mit, doch auf den Endstrecken setzte sich jeweils das bessere Spielverständnis der ehemaligen WM-Zweiten Karla Borger und ihrer von der Halle an den Beach gewechselten Partnerin durch. Von 14:14 zogen Borger/Kozuch im ersten Satz auf 21:16 davon, auch im zweiten Satz beendete eine Rallye von 16:15 auf 20:15 die Hoffnungen der Hamburgerinnen auf der Gegenseite.

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          „Wir glauben an unser Team und unsere Stärken“, hatte Margareta Kozuch, die langjährige Kapitänin der Hallen-Nationalmannschaft, vor der WM gesagt. Der Streit mit dem Verband, und die Unsicherheit, ob sie sich mit ihrem eigenen Konzept durchsetzen könnten, hatte den beiden im Laufe der Saison bis ins Vorfeld der WM allerdings viel Kraft gekostet.

          Sie wollten nicht am neuen Verbands-Stützpunkt in Hamburg trainieren, sondern hatten sich in Teneriffa längst eine eigene Basisstation mit eigenem Betreuerstab um Trainer Seba Menegozzo aufgebaut. Der Verband bezeichnete das Konzept allerdings als nicht geeignet, um ihnen eine „Insellösung“ zu gewähren, wie sie Ludwig/Walkenhorst genießen. In der Folge fehlte nicht nur die finanzielle Unterstützung für das eigenwillige „Außenseiterteam“, sondern sie wurden auch nicht immer für Turniere der World Tour berücksichtigt, für die der Verband das Vorschlagsrecht hat. Fehlende Spielpraxis, geringere Ranglistenpunkte und nicht zuletzt finanzielle Einbußen bildeten einen Teufelskreis.

          Schließlich näherten sich die beiden mit dem Verband an, trainierten sogar einmal probeweise am Standort Hamburg, um einen Kompromiss auszutesten, ohne die eigenen Strukturen zu verlieren. „Die Umstände in den letzten Wochen waren nicht leicht“, sagte Trainer Menegozzo. Aber letztlich seien sie doch „sehr gut vorbereitet“ in den Wettkampf gegangen. Und haben gleich gepunktet.

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