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Deutsches Beachvolleyball-Duo : Sardisches Bonbon

Julia Sude (rechts) und Karla Borger in Aktion bei den Europameisterschaften. Bild: Picture-Alliance

Als einziges deutsches Duo dürfen Karla Borger und Julia Sude beim World-Tour-Finale auf Sardinien mitmischen. Trotz der großen Herausforderung ist jetzt schon klar: Gewinnerinnen werden sie in jedem Fall sein.

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          Der Sommer hat eine unerwartete Verlängerung bekommen. Zumindest für Karla Borger und Julia Sude. Die beiden Beachvolleyball-Spielerinnen aus Stuttgart wirken beim World-Tour-Finale in Cagliari mit, bei dem von Mittwoch an auf Sardinien Sand aufgewühlt wird. „Wir haben uns super gefreut, dass wir uns qualifiziert haben“, sagen die beiden und empfinden es als „Ehre“, zu den Top-Ten-Teams der Welt zu gehören: „Das fühlt sich an wie ein Riesenbonbon.“

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          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Eigentlich hatten die 32-jährige Karla Borger und ihre zwei Jahre ältere Spielpartnerin geplant, die bunten Bälle schon nach den deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand Anfang September einzupacken. Doch kurz vor dem stimmungsvollen nationalen Jahresabschluss, bei dem sie Zweite wurden, trudelte die gute Nachricht vom Weltverband (FIVB) ein, dass das für September in Rom abgesagte Finalturnier nun doch stattfinde – wenn auch an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit ­– und dass Borger und Sude als einziges deutsches Duo dabei sind. „Da haben wir im Training noch mal Gas gegeben“, sagt Karla Borger.

          Schon Mitte August hatten sich Borger/Sude mit ihrer vermeintlich verkorksten Spielzeit versöhnt, als sie bei den Europameisterschaften in Wien Rang drei belegten. Der Erfolg auf der Donauinsel war für sie von tieferer emotionaler Bedeutung, ein Zeichen, dass sie doch noch zur Elite gehören. Gut 14 Tage zuvor hatten sie noch einen unerwarteten Tiefpunkt bei einem Turnier erlebt, das als Krönung der Karriere gedacht war: Bei den Olympischen Spielen schieden sie sang- und klanglos nach drei Niederlagen in der Gruppenphase aus.

          Illustres Feld in Cagliari

          „Wir können das besser“, sagten sie sich anschließend und stellten ihr Spiel wieder vom Kopf auf die Füße. Und zwar ohne Trainer. Denn ihr Coach Thomas Kaczmarek hatte nur einen Tag nach dem Olympia-Aus die Zusammenarbeit überraschend beendet. Die Spielerinnen schafften es gemeinsam mit ihrer Teampsychologin Nadine Volkmer, die Krise zu überwinden.

          „Wir haben befreit aufgespielt“ und „weniger nachgedacht“, sagen beide über die Unterschiede zwischen ihrer Spielweise noch bei Olympia einerseits und dann bei EM sowie DM andererseits. „Es ist etwas aufgeploppt“: Neben Spaß und Freude kam auch das Selbstvertrauen zurück. Und damit der Erfolg. In der für die Teilnahme am World-Tour-Finale maßgeblichen Weltrangliste, in welche die acht besten Turnierresultate jedes Teams mit verlängerter Corona-Laufzeit seit Oktober 2019 eingingen, schoben sich Borger und Sude gerade rechtzeitig zum Stichtag auf Rang sieben vor – auch dank der 480 Punkte, die sie für EM-Platz drei einstrichen.

          Karla Borger (links) und Julia Sude erfolgreich bei der Europameisterschaft in Wien: Bronze als Auszeichnung
          Karla Borger (links) und Julia Sude erfolgreich bei der Europameisterschaft in Wien: Bronze als Auszeichnung : Bild: Picture-Alliance

          Angeführt wird das illustre Feld in Cagliari von den Olympiasiegerinnen April Ross und Alex Klineman (USA), den Weltmeisterinnen Sarah Pavan und Melissa Humana-Paredes aus Kanada, den Schweizer Europameisterinnen Nina Betschart und Tanja Hüberli sowie den brasilianischen Weltranglistenersten Agatha und Duda.

          „Jedes Spiel wird ein Endspiel“, sagt Borger über die große Herausforderung bei dem Turnier, in dem zunächst in zwei Fünfergruppen gespielt wird. Lohnen wird sich die Mühe aber auf jeden Fall. Nach Gewinn von EM-Bronze und DM-Silber sowie der Ehre eines Eintrags ins Goldene Buch der Stadt Stuttgart winkt nun ein stattliches Preisgeld. Insgesamt 400 000 Euro werden unter den zehn Frauen-Teams ausgeschüttet, allein 150 000 kassiert das Sieger-Duo. Selbst den Letzten bleiben noch 7000 Euro. „Wir gehen in jedem Fall mit einem Plus raus“, freut sich Karla Borger. Was nach den vergangenen beiden Jahren aber auch nötig sei: „Wir haben überall sonst draufgelegt.“

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