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Beachvolleyball : Für Deutschland in den Sand werfen

Engagiert im Sand: Chantal Laboureur Bild: dpa

In ihrem letzten Beachvolleyball-Turnier der Saison kämpfen Chantal Laboureur und Sandra Ittlinger aussichtsreich um einen Olympia-Startplatz – allerdings nicht zwingend für sich selbst.

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          Es ist „definitiv das letzte Turnier der Saison“, kündigten Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur mit einem leichten Hauch von Müdigkeit an. Doch an ihrer Motivation lassen die beiden Beachvolleyballerinnen keinen Zweifel: „Wir wollen noch einmal unser Bestes geben, Spaß haben und zusammen richtig geil Beachvolleyball spielen.“ Und es geht auch definitiv noch mal um richtig was: Die 29-Jährige Chantal Laboureur und ihre vier Jahre jüngere Partnerin wurden vom deutschen Volleyball-Verband (DVV) auserkoren, in Haiyang im fernen China um einen von zwei direkten Qualifikationsplätzen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu spielen.

          Um einen von zwei Quotenplätzen muss man einschränkend sagen, denn sollten sich Ittlinger/Laboureur unter 16 Teams aus 16 Nationen auf einen der beiden ersten Ränge durchspielen, wäre der Olympia-Platz zunächst einmal für den DVV gewonnen, dem dann die sportpolitische Last der Nominierung für Olympia obliegt – wofür wiederum mindestens vier deutsche Frauen-Teams als Anwärter gelten dürfen.

          Den rein sportlichen Teil haben Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur bislang hervorragend erfüllt. In der ersten Runde schlugen sie die Kanadierinnen Heather Bansley/Brandie Wilkerson mit 2:0 Sätzen sowie Joana Heidrich/ Anouk Vergé-Depré aus der Schweiz mit 2:1. In der zweiten Phase gewannen Ittlinger/Laboureur sowohl gegen die Spanierinnen Liliana/Elsa wie auch die Brasilianerinnen Angela/Carol Horta jeweils 2:0. Nun müssen sie in  der dritten Turnierphase noch weitere Spiele gegen Topteams, darunter die Europameisterinnen Graudina/Kravcenoka aus Lettland, überstehen, ehe am Samstag endlich die beiden Finalspiele um die beiden Olympiatickets anstehen würden.

          Die deutschen Vertreter bei den Männern, Nils Ehlers und Lars Flüggen, sind in Haiyang dagegen schon in der ersten Gruppenphase am Mittwoch ausgeschieden. Julius Thole und Clemens Wickler als derzeit bestes deutsches Duo sind in China nicht angetreten, weil sie die Qualifikation dank ihrer hervorragenden, und von anderen deutschen Teams unangefochtenen Position in der Olympia-Rangliste – sie sind Fünfter – so gut wie sicher haben.

          Bei Männern und Frauen dürfen die jeweils besten 15 Teams eines „bereinigten“ Olympia-Rankings mit Stichtag 14. Juni 2020 bei den Spielen in Tokio aufschlagen, dazu jeweils ein Team aus dem Land des Weltmeisters, der fünf Kontinentalmeister sowie Olympiagastgeber Japan. Jede Nation kann aber höchstens zwei unter den 24 Teams für Olympia stellen – weshalb speziell die in starker interner Konkurrenz stehenden Teams aus Amerika und Brasilien noch manches Kämpf'chen auszutragen haben.

          Doch auch bei den deutschen Frauen drohen Diskussionen, sollten Ittlinger/Laboureur tatsächlich die Olympiaqualifikation schaffen. Denn im Ranking sind Karla Borger und Julia Sude (Platz 11) sowie Olympiasiegerin Laura Ludwig und Margareta Kozuch (14) nicht zuletzt dank ihres überraschenden Sieges beim World-Tour-Finales klar besser plaziert und somit auch bei der Nominierung favorisiert – da können sich Chantal Laboureur und Sandra Ittlinger, die aktuell an Position 30 geführt werden, noch so engagiert für Deutschland in den Sand werfen.

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