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Beachvolleyball-Meisterinnen : Getrennte Spuren im Sand

Gehen künftig getrennte Wege: Sandra Ittlinger (l.) und Chantal Laboureur Bild: dpa

Die deutschen Beachvolleyball-Meisterinnen Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur lösen überraschend ihr durchaus erfolgreiches Team auf. Und wie bei jeder Trennung gibt es einen Part, der trauernd zurückbleibt.

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          Beim Abschiedsfoto auf ihrer Instagram-Seite zeigen sich die beiden Sportlerinnen Rücken an Rücken. Egal ob das bewusste Positionierung war, oder weil gerade kein anderer Beautyshot zur Hand, das Bild verrät schon die Botschaft: Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur lösen ihre Beachvolleyball-Partnerschaft auf. „Leider müssen wir euch heute mitteilen, dass wir ab 2021 kein Team mehr sein werden“, teilen sie mit.

          Was nach einer gemeinschaftlichen Entscheidung für eine einvernehmlich Trennung aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen allerdings als eine einseitige Entscheidung: die 26-Jährige Ittlinger hat sich entschlossen, neue Wege zu gehen. Die vier Jahre ältere Laboureur bedauert die Entscheidung ihrer Partnerin: „Dass Sandra sich dazu entschlossen hat, die Partnerschaft nicht fortzuführen, finde ich sehr schade“, sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung.

          Die Trennung kommt überraschend, schließlich hatten die beiden im Spätsommer noch gemeinsam die Deutsche Meisterschaft am Timmendorfer Strand gewonnen, und damit auch gegen starke Konkurrenz ihre Klasse unter Beweis gestellt.

          Im nationalen Ranking um die beiden Qualifikationsplätze für die ins Jahr 2021 verschobenen Olympischen Spiele von Tokio rangieren Ittlinger/Laboureur allerdings nur auf dem dritten Rang hinter Olympiasiegerin Laura Ludwig und Margareta Kozuch sowie Karla Borger/Julia Sude. Da nur zwei deutsche Teams bei Olympia aufschlagen dürfen, hat sich Ittlinger nun entschieden, ihre komplette Konzentration schon jetzt auf die darauffolgenden Spiele lenken: „Meinen Traum von den Olympischen Spielen 2024 in Paris“, werde sie „mit aller Kraft verfolgen.“ Diesen Weg wolle sie schon 2021 bestmöglich vorbereitet einschlagen. „Wie genau und in welcher Konstellation werde ich bald bekannt geben.“

          Die düpierte Abwehrspielerin Laboureur empfindet den Abgang ihrer Mitspielerin als vorschnell, ist von der sportliche Güte der Konstellation weiterhin überzeugt: „Wir hätten noch mitmischen können“. Medizinstudentin Laboureur sieht ihr gemeinsames Projekt als „unvollendet“ an, fügt sich aber den Gegebenheiten: „Wenn der Partner nicht mehr an gemeinsame Ziele glaubt, muss man ihn ziehen lassen.“ Sie werde nun sehen, welche Möglichkeiten sich für sie ergeben und werde „viel telefonieren“, kündigt sie an.

          Die Wahrscheinlichkeit, als neues Team noch den Sprung nach Tokio schaffen zu können, ist freilich sehr gering, da der internationale Weltverband (FIVB) die Teilnahme an mindestens zwölf internationalen Turnieren als Grundvoraussetzung vorschreibt. Im vorläufigen Kalender für 2021 sind bislang allerdings gerade mal  neun Turniere aufgeführt. Ob diese tatsächlich auch stattfinden können, bleibt in Corona-Zeiten jedoch unklar.

          Der Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) bedauerte laut Mitteilung die Entscheidung des erst seit 2019 zusammenspielenden Duos Ittlinger/Laboureur, das den Status eines Nationalteams genoss. Beide Spielerinnen hätten bewiesen, „dass sie zur erweiterten Weltspitze gehören können“, erklärte Niclas Hildebrand. Mit welchen Partnerinnen sie ihr Können nun in der Zukunft unter Beweis stellen wollen, steht noch nicht fest.

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