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Beachvolleyball-EM : Perspektivteam ohne Perspektive

  • Aktualisiert am

Perspektivteam ohne Perspektive, aber mit aktuellem Erfolg: Nadja Glenzke und Julia Grossner Bild: Picture-Alliance

Bei der Beachvolleyball-EM scheitern die Weltmeisterinnen Ludwig/Walkenhorst überraschend gegen Nadja Glenzke und Julia Großner. Die beiden wurden zuvor vom deutschen Verband düpiert.

          Schmerzen, leerer Blick und am Ende völlig ausgepumpt: Die Trophäenjagd von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst hat bei der Beachvolleyball-EM in Jurmala/Lettland ein überraschend frühes Ende gefunden: Die Titelverteidigerinnen aus Hamburg mussten sich auf ihrem Weg zum angestrebten dritten Gold in Folge im Viertelfinale den krassen Außenseiterinnen Nadja Glenzke und Julia Großner aus Berlin mit 1:2 (21:17, 14:21, 17:19) geschlagen geben. Ludwig/Walkenhorst vergaben dabei sogar zwei Matchbälle.

          Glenzke/Großner verwandelten ihrerseits den dritten Matchball und zogen erstmals in ein EM-Halbfinale ein, in dem sie am Sonntag (12 Uhr) auf die Polinnen Kinga Kolosinska und Jagoda Gruszczynska treffen. Dieses Erfolg könnte einer der letzten ihrer gemeinsamen Karriere sein. Vor acht Monaten waren Glenzke/Großner als Perspektivteam gestartet. Aber ausgerechnet während der EM war bekannt geworden, dass es das Team am zentralen Stützpunkt Hamburg im Zuge einer Neuordnung in der nächsten Saison nicht mehr geben wird. Die 29-jährige Großner gehört zu fünf Athleten, die vom Verband aussortiert wurden. Dabei war die Teambildung ursprünglich als langfristige Maßnahme angelegt.

          Die Titelverteidigerinnen aus Hamburg mussten sich auf ihrem Weg zum angestrebten dritten Gold in Folge geschlagen geben.

          Solch gewaltige Sorgen haben Ludwig/Walkenhorst nicht, in Jurmala offenbarten sich beim deutschen Top-Duo vergleichsweise bescheidene Probleme. „Die ganze EM war unglaublich hart. Knapp zwei Wochen nach der WM fehlten uns einfach die nötigen Körner, um gegen die super spielenden Nadja und Jule gewinnen zu können“, teilten Ludwig/Walkenhorst auf ihrer Facebook-Seite mit: „Im Viertelfinale auszuscheiden ist natürlich enttäuschend.“ Zeit zur Erholung bleibt beiden aber nicht, bereits in der kommenden Woche steht das World-Tour-Finale im heimischen Hamburg als nächste große Aufgabe an.

          Dabei hatte es zunächst nach einem klaren Erfolg der Favoritinnen ausgesehen. Nach nicht einmal 20 Minuten und einem Zwischenspurt zum 19:14 brachten Ludwig/Walkenhorst den ersten Satz unter Dach und Fach. Doch ab Mitte des zweiten Durchgangs ging vieles schief, vor allem bei Kira Walkenhorst. Die 26-Jährige hatte Probleme bei der Ballannahme und auch am Netz. Dazu gesellten sich abermals Schmerzen in ihrer chronisch lädierten rechten Schulter.

          Im dritten Satz ließ sie sich behandeln, konnte die Partie aber fortsetzen. Und zunächst sah es so aus, als könnten Ludwig/Walkenhorst den 5:10-Rückstand im Tiebreak noch drehen. Sie glichen zum 11:11 und später zum 13:13 aus. Die beiden Möglichkeiten zum Matchgewinn aber ließen sie im lettischen Sand liegen. Diese Chance nutzten Glenzke/Großner schonungslos aus.

          In Jurmala ist nun immer noch ein deutsches Finale möglich. Die topgesetzten Chantal Laboureur und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) zogen am Nachmittag durch ein 2:0 (21:16, 21:16) gegen die einheimische Paarung Tina Graudina/Anastasija Kravcenoka ebenfalls in die Vorschlussrunde ein. Sie treffen am Sonntag (11.00 Uhr) auf Kristyna Kolocova/Michala Kvapilova aus Tschechien. Die deutschen Männer waren spätestens im Achtelfinale ausgeschieden.

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