https://www.faz.net/-gtl-a35xy

Beachvolleyball-EM : Lettland? Lieber nicht!

Sicher ist sicher: Karla Borger und Julia Sude werden nicht an der EM teilnehmen. Bild: dpa

In der von Corona geplagten Beachvolleyball-Saison wird die Europameisterschaft in Lettland zum Saisonhöhepunkt. Doch das Turnier findet ohne das deutsche Team Borger/Sude statt

          2 Min.

          Noch ist der von der Corona-Krise überschattete Sportsommer nicht ganz vorbei, doch schon jetzt endet die Beachvolleyball-Saison für Karla Borger und Julia Sude. Das einzige internationale Turnier, das 2020 nach Olympia-Verschiebung und World-Tour-Absage als Höhepunkt im Kalender steht, wird ohne das deutsche Nationalteam aus Stuttgart über die Bühne gehen.

          Die an Position 10 gesetzten Borger/Sude, eines von vier qualifizierten deutschen Teams, verzichten auf ihre Teilnahme an den Europameisterschaften im lettischen Badeort Jurmala vom 15. bis 20. September.

          Als Grund ihrer Absage geben sie die vielen Unwägbarkeiten rund um das Turnier an. So sei „völlig unklar, wie An- und Abreise durchgeführt werden können“, kritisiert Karla Borger. Die Anweisungen der lettischen Gesundheitsbehörden basieren auf einem Ampelsystem. 21 Nationen, darunter Spanien und Österreich, stehen auf Rigas roter Liste: Einreise nicht empfohlen. Für Menschen aus Deutschland oder Italien zeigt die Corona-Ampel derzeit noch Gelb: Einreise nur in dringenden Fällen erlaubt, aber mit 14-tägiger Quarantäne.

          Unabhängig davon, dass die Liste jeweils freitags aktualisiert wird, würde schon jetzt der Zeitrahmen nicht ausreichen. Zwar soll für Spieler eine erleichterte Einreise möglich sein, doch die nutze nichts, wenn Flüge aus vermeintlichen Risikogebieten nicht mehr ins Land gelassen würden, meinen Borger und Sude. Ihr Teammanager Constantin Adam hatte als Szenario schon durchgespielt, nach Polen zu fliegen und dann per Mietwagen via Litauen einzureisen.

          Attraktivität des Turniers leidet

          Am Montag wurde ausgerechnet die lettische Starspielerin Tina Graudina positiv auf Corona getestet. Sie wird den im vergangenen Jahr in Moskau errungenen EM-Titel nicht verteidigen können. Der lettische Volleyballverband teilte mit, dass auch ihre Partnerin Anastasija Kravcenoka sowie Trainer Andris Krumins nicht am Turnier teilnehmen dürften, gleichwohl deren Tests negativ ausgefallen waren.

          Die Attraktivität des Turniers hat für die Veranstalter durch den Ausfall der einheimischen Stars erheblich gelitten. Und noch ist nicht ausgeschlossen, dass weitere namhafte Teams einen Rückzieher machen werden. Die Anziehungskraft der EM wäre zumindest höher, wenn Ranglistenpunkte für die Olympia-qualifikation vergeben würden. Doch bislang hat sich der Europäische Volleyballverband noch nicht mal dazu eindeutig geäußert.

          Karla Borger und Julia Sude, beide Anfang 30, sind in der Rangliste auf dem Weg zu ihren vermutlich letzten Olympischen Spielen gut plaziert, gleichwohl endet ihr Jahr extrem enttäuschend. Schon bei den deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand hatten sie im Viertelfinale gegen Kim Behrens/Cinja Tillmann aufgeben müssen. Die Verletzungen seien aber kein Grund, die EM-Teilnahme abzusagen, versichert Sude, die sich im Training einen Außenbandanriss zugezogen hatte, während Borger mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte. „Das hätten wir schon rechtzeitig hinbekommen, dass wir für die EM fit gewesen wären.“ Erste Nachrücker für die EM sind übrigens Kim Behrens und Cinja Tillmann. Die beiden wollten eigentlich am Timmendorfer Strand ihre Saison beenden.

          Weitere Themen

          Roglic holt Tagessieg und Rotes Trikot

          Vuelta : Roglic holt Tagessieg und Rotes Trikot

          Titelverteidiger Primoz Roglic fährt dem Feld auf dem anspruchsvollen Schlusskilometer davon. Für den deutschen Sprinter Pascal Ackermann ist das Etappenfinale zu schwierig.

          Profis oder Amateure?

          Fußball-Regionalliga : Profis oder Amateure?

          Treten in der vierthöchsten Spielklasse Profis oder Amateure gegen den Ball? Für die Offenbacher Kickers ist ihr Status klar. Doch unklar ist, ob die Fußball-Regionalliga Südwest weiterspielt.

          Topmeldungen

          Angst vor Anschlägen: Ein Polizist bewacht am Freitag vor dem Freitagsgebet die Große Moschee in Paris.

          Lehren aus Nizza : Woher kommt dieser Hass?

          Mit Attentaten wie in Nizza versuchen Islamisten freiheitliche Gesellschaften in den „Clash of civilizations“ zu treiben. Welche Ursachen hat das – und was kann getan werden, um es zu verhindern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.