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Beachvolleyball-WM : Enttäuschung für Ludwig/Kozuch – Borger/Sude weiter

  • -Aktualisiert am

Die Amerikanerinnen Sara Hughes und Summer Ross erteilten Margareta Kozuch (rechts) und ihrer Teamkollegin Laura Ludwig eine Lehrstunde. Bild: dpa

Drei lange Sätze und ein favorisiertes Paar: Karla Borger und Julia Sude haben als erste das Achtelfinale bei der Heim-WM in Hamburg erreicht. Das Duo Ludwig/Kozuch erlebte im Sand hingegen eine herbe Enttäuschung.

          Es war eine Beachvolleyball-Lektion, die Laura Ludwig und Margareta Kozuch am sonnigen Mittwochabend erhielten. Beim 0:2 (15:21, 12:21) waren die Deutschen vor 10.000 Zuschauern chancenlos gegen das ausgeglichen starke amerikanische Duo Summer Ross und Sara Hughes. Das Aus bei der Weltmeisterschaft schon in der ersten K.o.-Runde – das war unerwartet und schmerzhaft für die Publikumslieblinge. „Schade, dass wir so früh auf einen so starken Gegner treffen mussten“, sagte Laura Ludwig. Kozuch hatte sich offenbar schon im ersten Satz an den Rippen verletzt, musste später fünf Minuten lang behandelt werden und agierte fahrig. „Wir mussten im Spiel immer wieder improvisieren“, sagte Ludwig.

          Zwei Jahre nach dem triumphalen Sieg mit Kira Walkenhorst bei der WM an gleicher Stelle offenbarte sich, dass Ludwig/Kozuchs Weg zu den Olympischen Spielen 2020 weit ist. Erst seit Januar ein Team, bescherten ihnen die Hamburger Tage ein sportliches Auf und Ab – vor allem bei der Abstimmung auf dem Platz ist noch sehr viel Luft nach oben. Was kein Wunder ist, denn Erfolgs-Trainer Jürgen Wagner leitet sie erst seit Januar an. Trotzdem gewann die stets zuversichtliche Ludwig der WM etwas Positives ab: „Für uns geht es um Spiele, Spiele, Spiele. Heute haben wir es dem Gegner zu leicht gemacht. Aber wir haben hier als Team dazugelernt.“

          So war dieser Mittwoch ein echter Stimmungsdämpfer für das Publikum und die Beach-Sparte des Deutschen Volleyball-Verbandes. Auch die hochgehandelten Chantal Laboureur/Sandra Ittlinger sowie Victoria Bieneck/Isabel Schneider und Leonie Körtzinger/Sarah Schneider strichen die Segel in der Runde der letzten 32. Julia Sude und Karla Borger blieben die einzigen deutschen Spielerinnen, die mit einem glücklichen Gesicht vom Platz gingen. Nach einem hauchdünnen 2:1-Sieg gegen Kim Behrens und Cinja Tillmann stehen Sude/Borger im Achtelfinale und treffen dort an diesem Donnerstag auf Barbara/Fernanda aus Brasilien.

          Worauf es ankommen würde, hatte Sude schon vor der WM gesagt: „Die schwierigste Aufgabe ist, sich in Drucksituationen während des Turniers kennenzulernen, das kann man im Training einfach nicht simulieren.“ Seit Januar erst tritt sie mit Karla Borger zusammen auf; die große Rochade rund um Kozuchs Einstieg bei Ludwig hatte auch für Sude und Borger eine Neu-Orientierung bedeutet. In Hamburg sahen drei Spiele lang nur Insider, was ihnen noch fehlen könnte. Ungeschlagen durch die Gruppenspiele mit Gegnern aus Amerika und Brasilien: Das hatte richtig gut ausgesehen. Doch am Mittwoch wankten die bisher so starken Stuttgarterinnen. 19:21, 21:17 und 15:13 hieß es am Ende einer hochspannenden Partie.

          Blockspielerin Sude sagte später: „Es war wie ein Derby. Wir hatten Sand im Getriebe und es kam mental viel zusammen.“ Ihrer abwehrstarken Partnerin war vor allem die Vorfreude auf weitere Ballwechsel im stimmungsvollen Rahmen des Rothenbaum-Stadions anzumerken: „Wir hatten viel Druck, der Gegner nichts zu verlieren. Jetzt bin ich einfach nur erleichtert. Ich freue mich auf alle Spiele auf dem Centre Court, es macht unglaublich Spaß und fühlt sich wie ein Wohnzimmer an.“ Dieses Wohnzimmer haben sie aus Sicht der deutschen Frauen nun für sich allein.

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