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Basketball : Bayern München ist nun Korbjagd-Meister

Da ist das Ding: Bayern München ist einmal mehr Meister - nun auch im Basketball Bild: dpa

Ein weiterer Meistertitel für Uli Hoeneß: Die auf seine Initiative verstärkte Basketball-Mannschaft von Bayern München ist erstmals deutscher Meister. Im vierten Endspiel machen die Bayern bei Alba Berlin die Meisterschaft perfekt.

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          Der FC Bayern München ist schon wieder deutscher Meister geworden – im Basketball. Die Mannschaft von Trainer Svetislav Pesic ließ dem Double der Mannschaft von Pep Guardiola am Mittwochabend in der o2 World in Berlin vor mehr als 13.000 Zuschauern ein 75:62 gegen Alba Berlin folgen und erreichte damit im vierten Finalspiel der Playoffs den entscheidenden dritten Sieg. Das Team krönt mit dem ersten Titel seit 1955 das Projekt Basketball, das Uli Hoeneß nach seinem Wechsel vom Managerposten auf die Position des Präsidenten der Bayern initiiert hatte mit dem Ziel aufzusteigen – was vor zwei Jahren gelang -, Meister zu werden und sich in der europäischen Spitze etablieren.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Pesic hatte schon nach dem ersten Sieg in der Playoff-Finalserie einen Gruß in die Justizvollzugsanstalt geschickt, in der Hoeneß seine Strafe für Steuerhinterziehung absitzt: „Unser ehemaliger Präsident wird sich freuen. Einen schönen Gruß an ihn. Wir denken jeden Tag an ihn, so wie er an uns.“

          Das Drama eines fünften Spiels vermieden die Bayern. Überragende Spieler der Partie waren die Amerikaner Deon Thompson (18 Punkte) und Bryce Taylor (16), beide einst für Alba am Ball. Wichtigster Mann beim neuen Champion war, obwohl er bei zehn Würfen nur ein Mal traf, Aufbauspieler Malcolm Delaney. Er ist in den vergangenen beiden Spielzeiten schon mit seinen jeweiligen Teams französischer und ukrainischer Meister geworden und wurde als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet

          Pesics Triumph an alter Wirkungsstätte

          Eindeutig der nervenstärkste Spieler war der gebürtige Berliner Heiko Schaffartzik, der zu Beginn der Saison von Alba zu den Bayern gewechselt war. Er war, neben Coach Pesic, derjenige, der vom Berliner Publikum am meisten ausgebuht und ausgepfiffen wurde. Das schien ihn gerade anzufeuern. Der Aufbauspieler der deutschen Nationalmannschaft forderte den Ball, trieb das Spiel und mit Gesten und Grimassen auch seine Mitspieler an. Er sprintete mit dem Ball nach vorn, er verteidigte mit Biss und Körpereinsatz und steuerte 12 Punkte bei zum Triumph – der rasende Schaffartzik personifizierte den Kampfeswillen der Bayern.

          Feindselige Atmosphäre: Das Endspiel zwischen Berlin und München

          Pesic, vor zwanzig Jahren Trainer der aufstrebenden Berliner, hatte die Stimmung vor dem Entscheidungsspiel mit dem Vorwurf angeheizt, Alba-Manager Marco Baldi führe eine Kampagne gegen die Bayern und nutze dabei seinen Einfluss als Vizepräsident der Liga-Organisation, etwa bei der Wahl der Schiedsrichter. Baldi hatte seit dem Aufstieg der Bayern gestichelt, sie ersetzten Expertise durch Zahlungsfähigkeit. Pesic war der einzige Münchener, der mit der Schlusssirene nicht in Jubel ausbrach.

          Feindselige Atmosphäre

          Die Entscheidung in der Partie, in der wie üblich die Berliner zunächst führten, schien nach der Pause (30:33) zu fallen. Der Kroate Leon Radosevic – mit 21 Punkten der erfolgreichste Spieler der Partie - verwarf auf Berliner Seite zwei Freiwürfe, unmittelbar davor und danach traf der dritte Münchner Aufbauspieler, Steffen Hamann, mit seinen beiden einzigen Treffern, noch dazu aus der Distanz und vergrößerte den Vorsprung seines Teams auf neun Punkte (34:43). Die Berliner konnten den Rückstand zwar nach einmal aufholen, doch damit war ihre Kraft erschöpft, sich der Bayern-Maschine zu widersetzen. Das letzte Viertel verloren sie 14:22.

          Die feindselige Atmosphäre war auch der guten Bekanntschaft beider Seiten geschuldet. Schaffartzik war Anfang der Saison gemeinsam mit Yassin Idbihi, Thompson und dem in den Playoffs verletzten Nihad Djedovic aus Berlin nach München gewechselt, wo er das Team um den wertvollsten Spieler der vergangenen zwei Spielzeiten, John Bryant (6) und Robin Benzing (8) sowie die ehemaligen Berliner Steffen Hamann, Taylor und Lucca Staiger verstärkte. Auch der Münchner Co-Trainer Emir Mutapcic wie Bayern-Sportdirektor Marco Pesic waren früher in Berlin tätig.

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