https://www.faz.net/-gtl-85qfj

Basketballprofi Jan Jagla : „Das Schwerste im Leben ist aufzuhören“

  • Aktualisiert am

Jan Jagla: „Für europäisches Top-Niveau wird es nicht mehr reichen“ Bild: dpa

Basketballprofi Jan Jagla beendet seine Karriere. In der F.A.Z. spricht er über sein letztes Basketballspiel für seinen verstorbenen Vater und die Wirkung von Dirk Nowitzki im Nationalteam.

          1 Min.

          Basketballprofi Jan Jagla hat seine Karriere beendet. Das erklärt der Nationalspieler von Bayern München im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe vom Donnerstag / ab 20 Uhr im E-Paper). „Für europäisches Top-Niveau wird es nicht mehr reichen“, so begründet der 34-Jährige, der im Juni mit Titelverteidiger Bayern das fünfte Play-off-Finale um die deutsche Meisterschaft bei den Brose Baskets knapp verloren hatte, seine Entscheidung. Auch der Tod seines Vaters, der zwei Tage vor diesem Spiel gestorben war, habe dabei eine Rolle gespielt: „Nach seinem Tod wäre es nicht mehr dasselbe gewesen.“ Jagla, der im F.A.Z.-Interview erstmals von diesen letzten und schwersten Stunden seiner Laufbahn erzählt, kündigt an, sich nun dem Abschluss seines Business-Studiums in den Vereinigten Staaten zu widmen, das er vor zwölf Jahren für die Profi-Karriere unterbrach. Sein größter sportlicher Erfolg bleibt der Gewinn des europäischen ULEB Cups mit Joventut de Badalona 2008.

          Zu den deutschen Chancen bei der Europameisterschaft, die im September mit der Vorrunde in Berlin beginnt, sagte Jagla, er „beneide Trainer Fleming nicht um die Aufgabe“, eine Mannschaft mit Dirk Nowitzki zu formen. „30 oder 35 Minuten spielen und in praktisch jedem Angriff den Ball kriegen, so wie früher, das kann Dirk heute nicht mehr“. Jagla, der mehrere Turniere an der Seite des deutschen Basketball-Superstars bestritt, sieht die Gefahr, „Dirk zu sehr zu belasten“. Früher habe Nowitzki „praktisch allein gespielt“ im deutschen Team, heute brauche er „Jungs um ihn herum, die mitspielen, die das Heft mal selber in die Hand nehmen“.

          Auf die Frage, ob Nowitzki mit 37 Jahren nur noch ein Mann für Plan B sei, ein Ergänzungsspieler, sagte Jagla: „Nein, er wird immer noch ein sehr großer Teil von Plan A sein. Aber es ist diesmal extrem wichtig, auch Plan B zu haben – ein Konzept, wie es auch ohne ihn auf dem Feld funktionieren kann.“

          Weitere Themen

          Bayern fallen aus allen Wolken

          Basketball-Pokal : Bayern fallen aus allen Wolken

          Titel in Liga und Pokal waren fest eingeplant. Würden die Bayern-Basketballer überhaupt ein Spiel gegen deutsche Gegner verlieren? Schon in der ersten Pokalrunde erfolgt die Bauchlandung.

          Topmeldungen

          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.
          Wer zu den Besten in der Forschung gehören möchte, muss sich den Platz hart erkämpfen. Auch in Deutschland gibt es hierfür inzwischen Graduiertenschulen, die die Promovierenden unterstützen.

          Spitzenforschung : Wo die Promotion zur Selektion wird

          Amerikas Dominanz in der Spitzenforschung hat auch die hiesige Nachwuchsförderung kräftig umgekrempelt. Wer oben mitspielen will, muss an eine Graduiertenschule und sich von dort aus die begehrten Plätze erkämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.