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Basketballprofi Mahalbasic : „Ich wollte Basketballer werden und wurde Söldner“

„Deutschland hat alles verändert“: Rashid Mahalbasic steht mit Oldenburg in den Play-Offs Bild: nordphoto

Der Österreicher Rasid Mahalbasic über seine pralle Vita als Riesen-Talent, das voll vor die Wand fährt und sich wieder aufrappelt, seine Odyssee durch Europa – und warum er just in Oldenburg heimisch geworden ist.

          Rasid Mahalbasic hat in dieser Basketball-Saison erreicht, was noch keinem Spieler in der Bundesliga gelang: Der in Bosnien geborene Österreicher erreichte drei Triple Double. Das heißt: Er punktete zweistellig, holte zweistellig Rebounds und gab zweistellig Vorlagen, die zu Punkten führten. Mit dem ersten Viertelfinalspiel gegen Bonn beginnen Mahalbasic und seine Baskets Oldenburg am Sonntag die Play-offs.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          ***

          Sie haben in einem Video bekanntgemacht, dass Sie Ihren Vertrag in Oldenburg verlängert haben und sagen, die Entscheidung hätten Sie freiwillig getroffen – und hinter Ihnen steht Ihre Frau und schlägt drohend die Suppenkelle in die offene Hand. Ist das die Botschaft: Sie haben Ihr sportliches Zuhause gefunden und vor allem das für die Familie?

          Meine Frau war schwanger, und als ich mich über die Ligen in Frankreich und Deutschland informierte, habe ich mitgekriegt, dass Oldenburg als Top-Verein für Familien gilt. Rickey Paulding, die Vereins-Ikone, lebt seit bald zwölf Jahren hier mit Frau und drei Kindern. Als ich mit Oldenburg sprach, stand das Familiäre absolut im Vordergrund. Es war auch der Grund, warum ich das zweite Jahr geblieben bin und warum ich jetzt um weitere zwei Jahre verlängert habe.

          Oldenburg ist das Gegengift zu den ständigen Wechseln, die Sie erlebten, als Sie in sieben Jahren für zehn verschiedene Klubs gespielt haben?

          Ich weiß nicht, ob ein Gegengift bei mir wirkt. Der Klub hilft meiner Familie dabei, dass sie es mit mir hier aushält. Ich bin eine anstrengende Person.

          Machen Sie Zugeständnisse, wie den Verzicht der Oldenburger auf die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb, um einem herzlosen Profisport zu entkommen, wie Sie ihn erlebt haben?

          Ich war eigentlich dagegen, dass wir uns allein auf die Bundesliga konzentrieren. Ich muss zugeben, dass ich unrecht hatte. Es war richtig, auf den Europe Cup der Fiba zu verzichten, den viertklassigen Bewerb. Trainer und Geschäftsführung haben ins Schwarze getroffen. Es ist Mai, und wir sind Zweiter. Andererseits finde ich, dass die EWE Baskets mit ihrem Status international spielen sollten.

          Sie sind Tabellenzweiter. Wenn Sie – mit Heimvorteil bis ins Halbfinale – die Finalserie um die deutsche Meisterschaft erreichen und dort auf Bayern München treffen, die mit einer Wild Card in der EuroLeague spielen, sind Sie ebenfalls für diesen Wettbewerb qualifiziert, die größte Knochenmühle des Basketballs. Wären Sie damit zufrieden?

          Puh. Ich würde nicht EuroLeague spielen. Die Erwartungen werden hoch sein und die Realität weit entfernt davon. Gran Canaria zum Beispiel hat sich in der vergangenen Saison für die EuroLeague qualifiziert. Sie sind mit acht Siegen und 22 Niederlagen Drittletzter geworden und kämpften in der spanischen Liga gegen den Abstieg.

          Sind zwei Punktrunden der besten 18 Teams Europas einfach zu viel?

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