https://www.faz.net/-gtl-9761l

Bayern-Basketballer Cunningham : „Ich will wieder in die NBA“

Dominant: Jared Cunningham war auch im Pokal-Halbfinale gegen Ulm der Beste Bild: dpa

Jared Cunningham war schon nah dran an einem Ring des NBA-Champions. Bei Bayern München will er sich nun abermals empfehlen. Vor dem Pokalfinale gegen Alba Berlin spricht er über die Geschäftslogik seines Sports und über Sneakers.

          Jared Cunningham ist einer der Stars der deutschen Basketballliga BBL. Der 26 Jahre alte Amerikaner hat nach mehreren Jahren in der NBA über China zu Bayern München gefunden. Mit dem Klub bestreitet er am Sonntag (15 Uhr/ live bei TelekomSport) das Finale im BBL-Pokal gegen Alba Berlin. Im Halbfinale am Samstag war der in Kalifornien aufgewachsene Cunningham beim 84:73 gegen Ulm der beste Korbjäger seines TEams. Er erzielte 22 Punkte.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Sie sammeln Sportschuhe. Wie viele besitzen Sie?

          Ungefähr 1800. 1800 Paare.

          Die tragen Sie alle?

          Ich versuche es. Ich trage so viele, wie ich kann.

          Auch diese hier? Sind das Vinyl-Schallplatten auf den Laschen?

          Das ist das Zeichen von Roc-A-Fella, der Plattenfirma von Jay-Z. Dies sind Air Forces, die ich online in einem Laden in den Staaten gefunden und mir habe schicken lassen.

          Was hat es mit Sneakers auf sich?

          Als ich jung war, war ich fasziniert von all denen, die ich nicht kriegen konnte. Meine Eltern haben sich krummgelegt, damit ich Schuhe bekomme. Ein Paar zu kriegen bedeutete, drei, vier andere nicht zu kriegen. Seit ich Profi bin, kann ich sie mir leisten. Einfach ein frisches Paar zu tragen, dieses Weiß macht Spaß.

          In der NBA waren Sie Nike-Athlet, nun sind Sie bei Adidas. Wussten Sie, dass auch Bayern München eine der großen Marken der Sportwelt ist?

          In Amerika ahnte ich das nicht. Als ich am Flughafen München den Fan-Shop gesehen habe mit den Fußball- und den Basketball-Artikeln, habe ich gesagt: Wow, ist das unser Laden? Ich hatte keine Vorstellung, wie groß Bayern München ist.

          Engagierte Defensive:  Bayern Münchens Jared Cunningham (Mitte) gegen Bambergs Maodo Lo (r)

          J1Flight klingt wie ein Markenname.

          Am College habe ich den Spitznamen Flight bekommen für meine Sprünge und Dunks.

          Wie Air?

          Ja. Am College war ich die Nummer eins, deshalb J1Flight.

          2012 wurden Sie beim Draft in der ersten Runde von den Cleveland Cavaliers verpflichtet. In den fünf Jahren danach haben Sie, einschließlich Abordnungen in die D-League, für zwölf verschiedene Klubs gespielt . . .

          Die Klubs schicken dich in die D-League, um ein paar Spiele zu machen, dann holen sie dich zurück. Ich würde sagen, dass ich für fünf Teams gespielt habe.

          Bei den Dallas Mavericks im Jahr nach der Meisterschaft mit Dirk Nowitzki, bei den Atlanta Hawks mit dem jungen Dennis Schröder, bei den Sacramento Kings, bei den Los Angeles Clippers, bei den Milwaukee Bucks. Hatten Sie je die Chance, Ihr Potential zu zeigen?

          Nein. Jetzt spiele ich zum ersten Mal wieder auf meinem Niveau.

          Warum war das so?

          Als ich gedraftet wurde, war ich am Oberschenkel verletzt, ein Muskelfaserriss, wie sich später herausstellte. Ich habe nicht in der Summer League gespielt in meinem ersten Jahr. Deshalb war ich nicht in der Rotation, als die Saison begann, und sie haben mich runter in die D-League geschickt. So ging es los.

          In der Saison 2015/16 haben Sie gut vierzig Spiele für die Cleveland Cavaliers mit LeBron James und Kyrie Irving gemacht, die Meister wurden. Aber Sie wurden verkauft.

          Das war verrückt. Mein Vertrag passte in das Trade-Schema, das sie hatten. Ich war völlig erledigt, als das passierte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.
          Die Union hat in Dresden die Kohle im Blick

          Union und Kohleausstieg : „Es gilt das, was vereinbart ist: 2038“

          Die Verunsicherung unter den Bergleuten war groß, als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jüngst einen Ausstieg aus der Kohle 2030 ins Spiel brachte. Annegret Kramp-Karrenbauer verspricht nun, am Kohle-Ausstiegstermin 2038 nicht mehr zu rütteln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.