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Bayern-Basketballer Cunningham : „Ich will wieder in die NBA“

Die Cavaliers tauschten Sie und einen anderen Spieler für Channing Frye von den Orlando Magic ein; kaum waren Sie in Florida, wurden Sie freigestellt. Wie haben Sie die Meisterschaft Ihrer alten Mannschaft erlebt?

Ich konnte mir das entscheidende Spiel gegen die Golden State Warriors nicht anschauen. Mir war schlecht. Meine Familie hat geguckt, und ich war im Nebenraum. Als sie mir sagten, dass die Cavs gewonnen hatten, habe ich LeBron und Tristan angerufen und ihnen gratuliert.

LeBron James und Tristan Thompson. . .

Das war hart. Ich könnte einen Meisterschafts-Ring haben. Ich bin überzeugt, dass ich zu dem Erfolg beigetragen habe. Anfang der Saison war ich manchmal in der Starting Five. Ich habe im Schnitt fünfzehn Minuten gespielt.

Ist der Umgang mit den Spielern fair in der NBA?

Das ist ganz entschieden ein Geschäft. So muss man es sehen. Selbst Spieler mit großen Namen werden getraded, Chris Paul, Jimmy Butler, Isaiah Thomas. Davon darf man sich nicht beeindrucken lassen. Es gibt 460 Plätze in der Liga und Millionen Spieler, die sie haben wollen. Man muss seine Nische finden, sich wie ein Profi verhalten und da durch.

Oder man geht, wie Sie nach fünf Jahren NBA, nach China und tut was fürs Ego.

Die Saison ist kurz. Ich war von Oktober bis Februar dort, ich hatte einen guten Vertrag. Als mein Sohn im April geboren wurde, war ich zurück bei meiner Frau.

In der NBA schon mittendrin: Jared Cunningham (am Boden) im Trikot der Milwaukee Bucks

Hat es gutgetan, für die Monkey Kings Nanjing zu spielen?

Ich habe dreißig, vierzig, fünfzig Punkte gemacht, in einem Spiel sogar siebzig. Das ist es, was sie von amerikanischen Spielern dort erwarten. Wenn du nicht triffst, bist du raus.

Nun sind Sie voller Selbstbewusstsein in Deutschland. . .

Absolut. Hier ist es anders als in China: strukturiertes Spiel, viele Set Plays, Sachen, auf die du dich zu konzentrieren lernen musst. Ich fühle mich mit jedem Spiel wohler. Viele meiner Mannschaftskameraden spielen schon lange hier, ich bin der Einzige im Team, der neu von außerhalb Europas kommt. Das ist echt eine Herausforderung.

Müssen Sie sich anpassen, oder müssen Sie Neues lernen?

Ich muss lernen, langsamer zu machen, mehr Teamspieler zu sein, mehr zu passen. In Amerika haben wir auch in der Verteidigung eine Drei-Sekunden-Regel, das macht es Angreifern leichter, zum Korb zu ziehen. Die Regel gibt es in Europa nicht, wir stehen dichter in der Defensive. Aber hier wie dort ist es Basketball.

Der Plan ist, die Marke Jared Cunningham aufzupolieren und zurückzukehren nach Amerika?

Ich will wieder in die NBA. Aber erst mal konzentriere ich mich auf meine Mannschaft und unseren Erfolg. Ich habe hier einen Vertrag für ein Jahr.

Sieht aus, als hätten Sie die stärkste Mannschaft der Liga und als gäbe es keine Entschuldigung, nicht endlich Meister und Pokalsieger zu werden. Spüren Sie das?

Ich habe nichts über die vergangenen Jahre gehört. Aber diese Mannschaft ist zusammengestellt, um zu gewinnen. Ich habe das Gefühl, wir machen das ganz gut im Moment. So muss es weitergehen. 

Ist die Bühne in Deutschland groß genug, um die NBA an Sie zu erinnern?

Wenn wir Meister werden oder den Euro-Cup gewinnen, spielt das Team nächste Saison Euro-League. Das ist die nächstgroße Liga zur NBA. Deshalb müssen wir alles gewinnen. Dann steigen auch meine Aktien.

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