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Zweite Basketball-Bundesliga : „Windows“-Update führt zu Zwangsabstieg

Still liegt der Ball: in Paderborn begann die Partie erst mit 25 Minuten Verspätung Bild: dpa

Weil an dem für die Anzeigetafel zuständigen Computer ein Update etwas länger dauert, beginnt eine wichtige Partie der „Paderborn Baskets“ mit Verspätung. Der daraus resultierende Punktabzug führt zum Abstieg in die dritte Liga.

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          Die Beziehung zwischen Mensch und Computer war schon immer schwierig: Einen PC, der stockt, sich aufhängt und ewig nicht neu startet, kennen die meisten, die tagtäglich mit diesem Wunderwerk der Technik zu tun haben (müssen). Doch nun sorgte ein behäbiger Computer in der zweiten Basketball-Bundesliga (Pro A) nicht nur für genervte Gesichter oder Wutanfälle vor dem Bildschirm – sondern sogar für den Abstieg der „Paderborn Baskets“.

          Weil an dem für die Anzeigetafel und die 24-Sekunden-Uhr zuständigen PC ein Zwangs-Update des „Windows“-Betriebssystems durchgeführt werden musste, konnte die Partie gegen die „Niners Chemnitz“ erst mit 25-minütiger Verspätung beginnen. Das hatte einen Punktabzug für die Paderborner zur Folge, da nach den Regeln des Basketballverbandes die betroffenen Mannschaften nur eine Verzögerung von einer Viertelstunde akzeptieren müssen.

          Die Chemnitzer – die ebenfalls noch von einem möglichen Abstieg bedroht waren – machten sich diese Regel zunutze, legten Protest gegen die 62:69-Niederlage ein und bekamen Recht. Das Spiel wurde 20:0 für die „Niners“ gewertet. Neben den beiden verlorenen Punkten wurde den „Baskets“ noch ein weiterer Punkt als Strafe abgezogen, was in der Summe den Absturz auf den vorletzten Tabellenrang der Pro A bedeutet.

          „Schocknachricht“

          Bei nur noch einer ausstehenden Partie haben die Ostwestfalen nun drei Punkte Rückstand auf die vor ihnen rangierenden Cuxhaven BasCats. Der Abstieg kann nicht mehr verhindert werden.

          Die Verantwortlichen in Paderborn sprechen von einer „Schocknachricht“. Auf der Homepage und der Facebookseite des Vereins mehren sich allerdings auch die Stimmen, die die Bestrafung als gerechtfertigt ansehen: So sei es in dieser Saison bei Heimspielen der „Baskets“ bereits mehrfach zu technischen Problemen mit der Anzeigetafel und der 24-Sekunden-Uhr gekommen. Die Verantwortlichen des Vereins hätten sich immer wieder damit entschuldigt, dass sie die Technik von der Stadt Paderborn bereit gestellt bekämen und daher nicht für die Probleme verantwortlich gemacht werden könnten.

          Dass die Technik erst kurz vor Anpfiff überprüft wurde, werten viele Fans ebenfalls als unprofessionell. Das Windows-Update, das die Verzögerung verursachte, kommentiert ein Nutzer scherzhaft: „Mit Linux wäre das nicht passiert!“ Auf ihrer Internetseite haben die Paderborner Basketballer nun angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Mit einer Entscheidung ist jedoch erst nach Ende der Saison zu rechnen.

          Die eigentlich zum Abstiegsendspiel erklärte Begegnung gegen das Team aus Cuxhaven wird somit zur Farce, soll aber nach Vereinsangaben trotzdem „mit aller Ernsthaftigkeit“ angegangen werden. Vielleicht sollten die Punkte sicherheitshalber per Hand gezählt und die Spielzeit mit der Stoppuhr genommen werden.

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