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Basketball-Bundesliga : Williams großer Auftritt bei Bayern-Erfolg

Nicht aufzuhalten gegen Berlin: Bayerns Neuzugang Derrick Williams machte den Unterschied. Bild: dpa

Der FC Bayern bleibt in der Basketball-Bundesliga weiter ganz oben. Nach hartem Kampf gelingt gegen Alba Berlin im Spitzenspiel ein knapper Sieg. Ein Neuzugang überragt dabei.

          Für Uli Hoeneß war es nach längerer Zeit mal wieder ein perfektes Wochenende. Einen Tag nach dem 4:0 der Fußballer in Hannover sah der Bayern-Präsident am Sonntag auch die Basketballer siegen, und das im Duell der beiden besten deutschen Teams. Und dann bekam Hoeneß am Ende auch freundlichen Beifall vom Publikum im Münchner Audi-Dome, in dem ihn ein Teil der Mitglieder zwei Wochen zuvor bei der Jahreshauptversammlung noch ausgebuht hatten. Mit einem 83:81-Sieg gegen Alba Berlin blieb Tabellenführer Bayern auch im elften Ligaspiel ungeschlagen und distanzierte den härtesten Verfolger weiter. Wie zwei Tage zuvor, als er beim 88:84-Erfolg in der Euroleague gegen Zalgiris Kaunas 27 Punkte erzielt hatte, war abermals der amerikanische Neuzugang Derrick Williams mit 26 Punkten der überragende Akteur.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Am nächsten Sonntag treffen Münchner und Berliner sich im Pokal-Viertelfinale wieder. Bayern gegen Alba, diese Begegnung ist der Gipfel des deutschen Basketballs. Es war für die Berliner die Reise zu jenem Gegner, der zuletzt in allem einen Hauch besser war als sie: Meister statt Zweiter, Pokalsieger statt unterlegener Finalist, Liga-Erster statt Zweiter. „Ich respektiere die Bayern, denn sie können guten Basketball spielen. Aber zu viel Respekt habe ich auch nicht. Wir sind selbst ein gutes Team“, hatte der Berliner Joshiko Saibou erklärt: „Und alles, was die jetzt haben, wollen wir nächstes Jahr selbst haben: Meister sein, Pokalsieger sein, Euroleague spielen.“

          Doch so leicht wird das nicht sein. Es wurde von Beginn an ein hart umkämpftes Spitzenspiel. Nach der 23:19-Führung der Bayern konnten die Berliner mit zwei Drei-Punkte-Treffer zum 25:25 ausgleichen. Die Bayern entdeckten darauf ebenfalls ihre Sicherheit von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Maodo Lo erzielte zwei Dreier, ehe Williams, der neue Star der Münchner, zuvor mehr als vierhundert Mal in der NBA aktiv, mit einem Dreier und einem Offensivrebound mit anschließendem Dunk das Heimpublikum aus dem Häuschen brachte, sein Team auf 39:31 in Führung bringend. Das blieb vorerst die deutlichste Differenz zwischen den beiden Teams, denn Alba schlug mit einem Zehn-Punkte-Lauf zum 39:41 zurück.

          Besonders unter den Körben spielten die Berliner ihre Überlegenheit aus, gewannen bis zur Pause 20:10 Rebounds, davon 8:2 Offensivrebounds. Die Bayern brauchten in der Schlussminute der ersten Hälfte zwei Dreipunktewürfe ihres finnischen Neuzugangs Petteri Koponen, um doch noch mit einem Vorsprung von 45:43 in die Pause zu gehen. Zu Beginn der zweiten Hälfte kam der große Auftritt von Williams. Wie eine Naturgewalt brach er immer wieder durch die Berliner Defensive, um den Ball wuchtig in den Ring zu stopfen. Mit 14 Punkten im dritten Viertel brachte er sein Team fast im Alleingang auf 69:57 davon und fand zwischendurch Zeit, den von einer Korbaktion leicht derangierten Ring zu richten. Er hängte sich mit seinen 109 Kilogramm einfach kurz an die richtige Stelle, schon ging es wieder.

          Diesen Vorsprung schienen die konzentrierten Bayern sich im Schlussviertel nicht mehr nehmen zu lassen, doch Alba setzte alles auf eine Karte und kam 27 Sekunden vor Ende auf einen Punkt heran. Der letzte Wurf von Niels Giffey war in der Luft, als die Schlusssirene erklang, er hätte in letzter Sekunde den Berliner Sieg bedeutet – doch der Ball sprang vom Ring zurück.

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