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Basketball : Vor dem Alba-Gipfelsturm - Skyliners im Basislager

Vor einer schweren Aufgabe: die Skyliners, für die hier George Reese am Ball ist Bild: F.A.Z. / Foto Michael Kretzer

Ein ganz besonderes Spiel? Sicherlich - das findet auch Trainer Charles Barton. „Dieses Team ist meiner Meinung nach das beste der Bundesliga“, sagt der Coach der Frankfurter Skyliners über Alba Berlin, den nächsten Gegner.

          Ein ganz besonderes Spiel? Sicherlich - das findet auch Trainer Charles Barton. Aber nicht wegen der Tatsache, daß es am 14. Januar dieses Jahres exakt jener Gegner war, gegen den der Amerikaner erstmals als Coach der Skyliners am Spielfeldrand stand. An diesem Samstag bekommen es die Basketballprofis der Deutsche Bank Skyliners wieder mit genau dieser Mannschaft zu tun (Ballsporthalle, 17.30 Uhr). Der Name und die Stärke des Gegners lassen auch den Cheftrainer der Frankfurter aufhorchen: Alba Berlin.

          „Dieses Team ist meiner Meinung nach das beste der Bundesliga“, sagt Barton, „es bewegt sich auf einem sehr hohen Level.“ In der Liga drückt sich dies auch in Zahlen aus: Über 22:4 Punkte verfügt Berlin derzeit, das Team steht auf Platz zwei der Tabelle hinter Spitzenreiter EnBW Ludwigsburg (24:6). Die Skyliners haben sich tiefer unten eingeordnet, liegen mit 16:12 Punkten auf Rang acht der ersten Liga. Ein Sieg im Heimspiel gegen das Team von Trainer Henrik Rödl wäre nicht nur wegen der Lage am Rande jener Zone, die zur Teilnahme am Play-off berechtigt, segensreich. Nach zwei Niederlagen in Folge wäre er auch ein Stabilisator für das wegen der jüngsten, mit 55:80 allzu deutlich ausgefallenen Niederlage in Quakenbrück angeschlagene innere Gleichgewicht der Hessen. Ein Erfolgserlebnis soll also her. Was leichter gesagt als getan ist. Denn dagegen spricht vor allem ein Name: Alba. So sieht es auch Barton: „Das ist ein hoher Berg, den es da zu erklimmen gilt.“

          Bis auf Bryant alle Mann an Bord

          Vor dem Gipfelsturm haben sich die Skyliners in ihrem Basislager ganz gut eingerichtet. Die Pause, die das Teammanagement den Profis vor den Weihnachtstagen gewährt hatte, habe seinen Spielern gutgetan. Zeit zum Durchatmen, Zeit, Verletzungen ausheilen zu lassen, Zeit für die Familie. Vor allem Kevin Jones und Eric Chatfield waren in dieser Beziehung aktiv und kehrten als junge Väter aus dem Kurzurlaub zurück. Spielmacher Chatfield hat die Geburt seines Sohnes in den Vereinigten Staaten erlebt. Jones' Sohn kam in Sachsenhausen zur Welt, und der junge Papa hat nun das Vergnügen, den Nachwuchs auch nachts betreuen zu dürfen. „Er hat ein paar Ringe unter den Augen“, sagt Barton, der sich aber einen Schub verspricht, was die Leistung seiner beiden mit Vaterfreuden gestärkten Profis auf dem Parkett betrifft.

          Auf einem guten Ausgangspunkt für die schwierige Expedition gegen Alba stehen wohl auch Alex King und Stefano Garris. Abwehrspezialist King, der sich nach achtwöchiger Verletzungspause gegen Alba wieder zurückmeldet, hat sich unbändig auf seine ersten Trainingseinheiten gefreut. „Er hat sich über jeden einzelnen Fehler aufgeregt. Aber er ist in guter Form und hat sich so zurückgemeldet, wie ich das erwartet habe“, sagt Barton. Ähnliches gilt für Garris, der gegen Alba auf die Mannschaft seines ehemaligen Vereins trifft. „Er muß ins Feuer“, sagte Barton, „genau wie Alex.“ So werden am Samstag bis auf Travon Bryant (Muskelfaserriß im Oberschenkel) wohl alle Stammspieler der Skyliners - mehr oder weniger fit - zur Verfügung stehen. Als am Dienstag abend das erste Teamtraining beendet war, hatte Barton ein positives Gefühl. „Sie haben mit einer sehr hohen Intensität trainiert“, erzählt der Amerikaner, „das ist ein gutes Zeichen.“

          Barton: Wir wollen uns beweisen

          Ein ganz besonderes Spiel? Zumindest die Fans scheinen dies so zu empfinden. Zum ersten Mal in dieser Saison wird die Ballsporthalle ausverkauft sein. 5000 Zuschauer werden die Partie sehen, eine Tageskasse wird es wegen des frühen Runs auf die Tickets nicht geben. Barton hat im Januar sein Erstlingswerk bei den Skyliners gegen Alba mit Erfolg absolviert. 81:67 hatten die Hessen das Spiel gewonnen. Reminiszenzen an seine Frankfurter Premiere haben für den 59 Jahre alten Amerikaner aber keinerlei Aussagekraft. „Damals waren wir am Boden, hatten nichts zu verlieren“, sagt Barton. „Heute gehen wir mit einer anderen Haltung in das Spiel. Wir wollen uns beweisen gegen das momentan beste Team der Liga.“ Kaum ein anderer Sieg würde Kritiker schneller zum Schweigen bringen als einer gegen Alba. Doch der Weg dorthin ist lang und steil. Die Skyliners wissen dies. Und deshalb überschrieben sie ihre jüngste Pressemitteilung mit den Worten: „Der Berg ruft!“

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