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Basketball-Nationalmannschaft : Nowitzki gibt es nur als Zugabe

  • -Aktualisiert am

Schröder als Hoffnung

Im Team des Bundestrainers verkörpert momentan der Jungstar Dennis Schröder die große Hoffnung. Der 20 Jahre alte Aufbauspieler, dessen stolze Leistungsbilanz nun eine NBA-Saison bei den Atlanta Hawks ziert, würde gerne mit Nowitzki gemeinsame Sache machen - spätestens 2016 in Rio de Janeiro. Die Signale des deutschen Basketball-Leuchtturms haben auch Schröder elektrisiert. Der hat wie einige Nationalmannschaftskollegen in der NBA-Summerleague vorgespielt. In seinem Fall hatte Mutapcic dafür großes Verständnis, da Schröder in den Vereinigten Staaten bereits etwas vorzuweisen hat und kein Träumer ist. Bei anderen hingegen kritisierte er deren Prioritäten. Denn für den Bundestrainer, der seinen Plan, die besten Spieler von Anfang an zusammenzuhaben, schnell aufgeben musste, ist eben die Nationalmannschaft im Sommer keine zweite Wahl. „Ein guter Spieler kann auch über die Nationalmannschaft nach vorne kommen“, findet er. „Ich respektiere den Wunsch jedes Spielers. Aber das nächste Mal muss er das in Verbindung bringen mit der Nationalmannschaft.“ Und weiter: „Wenn die Nationalmannschaft keinen Erfolg hat, ist das vielleicht auch ein Problem für die Bundesliga.“

Deren Geschäftsführer Jan Pommer hat sich hohe Ziele gesetzt: Spätestens 2020 soll die Bundesliga die beste nationale Liga in Europa sein. „Aber ohne deutsche Spieler geht das nicht“, betont Mutapcic. „Ohne gute Arbeit in den Vereinen und beim Verband kommt keine Qualität.“

Wird der Bundestrainer seine Tätigkeit fortsetzen - dafür müsste er aber zur Dauerlösung werden, was bei geschaffter EM-Qualifikation nicht unwahrscheinlich ist -, will der 54-Jährige eine Qualitätsoffensive bei der Zusammenarbeit zwischen dem Verband, der sich „besser organisieren“ müsse, und den Nationalspielern starten. Enger Kontakt, eine gute Abstimmung und Kontinuität sind für ihn Voraussetzungen eines gedeihlichen und aussichtsreichen Miteinanders. „Es ist unser Ziel, dass die Mannschaft länger zusammenbleibt. Dann werden wir von dem Talent der Spieler profitieren.“ Ihnen möchte Mutapcic außerdem die bestmögliche medizinische Betreuung sowie „Kraft- und Konditionstraining auf hohem Niveau“ anbieten. Die Nationalmannschaft soll so zur beliebten Anlaufstelle der besten deutschen Spieler werden.

Wir-Gefühl dank Supercup

Der Abschlusserfolg über Russland beim gewonnenen Supercup in Bamberg hat das „Wir-Gefühl“ der Mannschaft gestärkt. Eine, die am Anfang ihres Entwicklungsprozesses steht und die offenbar weiß, was für den gemeinsamen Erfolg wichtig ist. „Das macht ein bisschen die Nationalmannschaft aus, dass man sich gegenseitig hilft. Im Vereinsbasketball herrscht vielleicht ein bisschen mehr Egoismus“, sagt Johannes Voigtmann, der Jungnationalspieler und Center des Bundesligaklubs Fraport Skyliners.

Über allem steht Mutapcic. Als oberste sportliche Instanz kommt der Deutsch-Bosnier offenbar gut an. Statt nur über die Köpfe der Spieler hinweg zu entscheiden, nimmt er sie in die Verantwortung. Mit positiver Motivation versucht er sie anzutreiben. Sein Elan sei ansteckend, ist zu hören. Mutapcic habe eine „tolle Autorität“, sagt der Power Forward Maximilian Kleber. Den Worten müssen jetzt Taten folgen. Mit einem Auftakterfolg in Polen hätten die Deutschen bereits einen wesentlichen Schritt für eine erfolgreiche Qualifikationsrunde gemacht. Danach könnte wieder Nowitzki ins Spiel kommen. Bei aller Hochachtung für ihn wünscht sich der Bundestrainer aber, dass sich jeder Profi schon jetzt mit der Nationalmannschaft identifiziert. Das ist dem Identitätsstifter Mutapcic ganz wichtig.

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