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Basketball : Skyliners verstärken sich mit weiterem Amerikaner

  • -Aktualisiert am

Neu für die Skyliners auf dem Weg zur Reuse: Mike Bauer Bild: Reuters

„Wir haben bereits eine gute Mannschaft“, beteuert Charles Barton. Gleichwohl haben die von ihm trainierten Deutsche Bank Skyliners zwei neue Spieler verpflichtet. Darunter den Amerikaner Mike Bauer, der der letzte Mosaikstein sein soll.

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          Es gab eine Zeit, da hat sich Charles Barton geärgert. Wenn man dem Basketballtrainer der Deutsche Bank Skyliners die falsche Frage stellte und sich nach Neuverpflichtungen erkundigte. Mit grimmigem Gesicht blockte er dann das Interesse der Medienvertreter ab und betonte, dass die Frankfurter eine gute Mannschaft hätten, die großes Vertrauen verdienen würde. Doch mittlerweile haben sich die Zeiten geändert. Barton muß jetzt über Neuzugänge reden - und macht das auch gerne. Denn nach der Verpflichtung von Center Mike Benton wird an diesem Freitag Mike Bauer in Frankfurt erwartet. Am Mittwoch hatte der amerikanische Flügelspieler noch mit dem französischen Klub Pau-Orthez in der Euroleague gegen Neapel gespielt, fortan liegt seine Zukunft voraussichtlich bis Sommer 2008 jedoch bei den Skyliners.

          Dem Klub, dem der 2,03 Meter lange und 102 Kilogramm schwere Profi vor einigen Wochen noch mehr oder minder deutlich eine Absage erteilt haben soll. Aber vergessen: „Je mehr Informationen ich von meinem ehemaligen Trainer Gordon Herbert und vom Frankfurter Sportdirektor Kamil Novak über die Skyliners bekommen habe, um so wohler habe ich mich bei der Entscheidung gefühlt“, lautet nun die offizielle Grußadresse von Bauer an seinen neuen Arbeitgeber.

          Ein beweglicher Power Forward

          Die zweite Verstärkung innerhalb kurzer Zeit hält Barton für „wichtig“. Sie ist sogar notwendig. Die Reboundschwäche der Hessen ist bekannt, und das verletzungsbedingte Fehlen von Travon Bryant im Dezember hat bewiesen, dass der Amerikaner auf der Position vier nicht zu ersetzen war. Mit dem 26 Jahre alten Bauer kommt jetzt ein beweglicher Power Forward, der gut aus der Distanz treffen soll. In Frankreich konnte er mit seiner Situation nicht zufrieden sein. Im Verein des früheren Frankfurter Meistertrainers Herbert wurde Bauer in der teaminternen Hierarchie nur als Amerikaner Nummer fünf geführt, in der Liga dürfen allerdings lediglich vier eingesetzt werden.

          Dennoch machte er auf sich aufmerksam - in der höchsten europäischen Spielklasse, der Euroleague. Ausgerechnet dort zählte der Power Forward zu den besten Spielern seiner Mannschaft. Im Aufeinandertreffen mit dem ehemaligen Skyliners-Meisterspieler Tyrone Ellis, der in Neapel unter Vertrag steht, kam Bauer am Mittwoch in rund 19 Minuten Einsatzzeit auf acht Rebounds und fünf Blocks. Bei Chorale de Roanne Basket gehörte er in der zurückliegenden Spielzeit zu den besten Shotblockern in Frankreich. Mike sei „kein Messias, aber vielleicht das letzte Puzzleteil“, sagte Novak zum Wert der Neuverpflichtung. So bezeichnete Geschäftsführer Gunnar Wöbke Bauer zudem als „Investition in die Zukunft“.

          „Wir haben bereits eine gute Mannschaft“

          Schon wird Barton vor den kommenden Monaten sportlich nicht bange. „Wenn wir von weiteren Verletzungen verschont bleiben, werden wir in der zweiten Saisonhälfte stärker sein“, kündigte der Trainer selbstbewußt an. Zum einen, weil die Spieler jetzt ihre Rollen kennen würden und auf dem Feld besser harmonierten. Zum anderen wegen der beiden Neuerwerbungen. Sie machen Hoffung, die Schwachstellen im Skyliners-Spiel auf den großen Positionen zu beheben. Das große Thema in der Öffentlichkeit soll das aber nicht sein, Barton möchte die beiden neuen Spieler nicht als Misstrauensbeweis gegenüber seiner Mannschaft verstanden wissen. Denn: „Wir haben bereits eine gute Mannschaft“, hob er in gewohnter Form hervor. Die jedoch auf der ein oder anderen Position für höhere Ansprüche eben nicht gut genug besetzt war, wie in Gestalt des verletzungsanfälligen Tate Decker.

          Schon im Auswärtsspiel an diesem Samstag in Ulm (19 Uhr) kommt der Center nicht mehr zum Einsatz. Lange vor Ablauf seines Vertrags soll der Amerikaner den Klub verlassen, in dieser Sache wird zur Zeit mit dessen Agenten gesprochen. Ob die Skyliners bei den Schwaben Mike Bauer präsentieren, ist fraglich. Der Trainer erwartet eine „Schlacht“, und er sei sich daher nicht sicher, „ob ich Mike dort sofort hineinwerfen möchte“. Das Hinspiel in der Ballsporthalle gewannen die Frankfurter in letzter Sekunde durch einen Dreipunktewurf von Eric Chatfield 73:72. Das Video der Begegnung hat sich Barton noch mal angeschaut - mit ungutem Gefühl. „Ich war überrascht, wie schlecht wir in diesem Spiel waren.“

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