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Nach überraschendem Pokal-Aus : Bayern München steht unter Druck

  • -Aktualisiert am

Unter Zugzwang: Erholen sich die Bayern-Profis um Vladimir Lucic vom krachenden Pokal-Aus? Bild: EPA

Die Basketball-Profis aus München müssen sich für das Aus im Pokal rehabilitieren. In der Bundesliga wartet eine schwere Herausforderung. Zuvor steht eine risikoreiche Prüfung in der Euroleague an.

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          Die erste große Enttäuschung der Saison kam früh, und sie war bitter. Am Montag verlor der deutsche Meister Bayern München sein Pokal-Achtelfinale gegen die Telekom Baskets Bonn 84:85 und schied damit wie schon im Vorjahr durch eine Heimniederlage aus dem Wettbewerb aus. Zwar war es für die Münchner nach dem Euroleague-Auftritt am Donnerstag in Moskau und der Bundesliga-Begegnung am Samstag gegen Braunschweig das dritte Spiel in fünf Tagen, aber angesichts der eigenen Ansprüche kann diese Belastung zu diesem frühen Saisonzeitpunkt nur bedingt als Erklärung dienen.

          Zumal mit den Bonnern ein angeschlagener Konkurrent auflief, der nur zwei Tage zuvor mit 82:114 gegen Crailsheim die höchste Heimniederlage seiner Bundesligageschichte einstecken musste. Dieses Ergebnis war ohne Frage in den Köpfen der Bonner präsent, die von der ersten Sekunde an den unbedingten Willen, die Schmach vergessen zu machen, an den Tag legten. Möglicherweise spielte es aber auch für die Bayernspieler eine (zu) große Rolle. Denn in der ersten Halbzeit traten sie behäbig und uninspiriert auf. Offensiv leisteten sich die Münchner vor der Pause 13 Ballverluste. Ein Wert, der normalerweise für ein ganzes Spiel reicht.

          Um eine Erfahrung reicher

          Aufgrund dieser ersten Hälfte war das Ausscheiden aber verdient. Mit diesem Ende im ersten Alles-oder-Nichts-Spiel der Saison hatte dennoch keiner der Bayern-Profis gerechnet. Nationalspieler Maodo Lo, mit 19 Punkten bester Werfer, sprach danach von einer peinlichen Niederlage. So machte die Mannschaft ausgerechnet in einer Partie mit irreparablem Resultat die Erfahrung, dass es keine Selbstläufer gibt.

          Wie üblich traten nach solchen Niederlagen auch Personalfragen in den Vordergrund. Der neue Spielmacher T. J. Bray fehlte weiter verletzungsbedingt. Da sein Ersatz DeMarcus Nelson wie in den Spielen zuvor nur eine überschaubare Leistung abrufen konnte, wird schon spekuliert, ob der 33-Jährige die Bayern bald verlässt. Zudem sorgte die Entscheidung von Trainer Dejan Radonjic für Gesprächsstoff, in der Schlussphase seinen NBA-erfahrenen Center Greg Monroe auf der Bank zu belassen und dafür mit Leon Radosevic zu spielen.

          Unabhängig davon ist der Druck aufgrund des frühen Pokalausscheidens spürbar gestiegen. Das Erreichen der Play-offs in der Euroleague wäre unter „normalen Umständen“ ein Bonus gewesen, könnte jetzt aber stärker in den Fokus rücken. An diesem Donnerstag (20.30 Uhr) treffen die Bayern am dritten Spieltag auf den französischen Neuling Asvel Villeurbanne. Während sich viele Teams in der europäischen Eliteliga mit hochqualitativen Kadern präsentieren, gelten die Franzosen eher als Außenseiter. Allerdings haben sie mit ihrer unangenehmen Spielweise bereits die beiden griechischen Schwergewichte Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen besiegt.

          Schon zum Heimauftakt der Bayern gegen die gut betuchten Mailänder wurde von einem Pflichtsieg gesprochen. In diese Kategorie fällt die Begegnung gegen Villeurbanne jetzt in doppelter Hinsicht. Einerseits gelten die Münchner ohnehin als Favoriten, andererseits stehen sie vor der Herausforderung, sich rehabilitieren zu müssen.

          Am Sonntag geht es dann in der Bundesliga weiter. Die Münchner müssen in Oldenburg antreten, wo sie in der vergangenen Spielzeit ihre erste Saisonniederlage kassierten. Die durch die Euroleague immensen Belastungen zu steuern, wird in dieser Spielzeit eine der wichtigsten Aufgaben für Radonjic werden. Wenn Bray und der ebenfalls verletzte Forward Josh Huestis (76 NBA-Spiele für Oklahoma City) zum Team stoßen, wird dies sicherlich etwas einfacher werden. Aber die Spieler müssen auch verstehen, dass es der Coach ist, der ihnen die Pausen gibt und dass sie auf dem Feld immer intensiv zu Werke gehen müssen. Das sollte die Lehre aus der Niederlage gegen die Bonner sein.

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