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Basketball-Playoffs : Skyliners verlieren erstes Halbfinale in Bremerhaven klar

Heimische Übermacht: Bremerhaven dominierte die Skyliners und gewann klar mit 75:58 Bild: dpa

Fehlstart für die Skyliners ins Basketball-Halbfinale: Die Frankfurter verlieren bei den Eisbären Bremerhaven deutlich und liegen in der Playoff-Serie mit 0:1 in Rückstand. Am Donnerstagabend sollten kommt es in Frankfurt zum zweiten Spiel.

          Es war überhaupt kein Auftakt nach Maß. 58:75 haben die Frankfurt Skyliners am Pfingstmontag ihr erstes Spiel in der Halbfinalserie bei den Eisbären Bremerhaven verloren. Es lief bei den Hessen nicht viel zusammen in dieser Partie, in der die Norddeutschen überraschend leichtes Spiel mit den unsicher und teilweise unkonzentriert wirkenden Frankfurtern hatten. „Wir haben nicht gut gespielt“, sagte der enttäuscht wirkende Frankfurter Sportdirektor Kamil Novak. „Schon im ersten Viertel waren wir schlecht. Eigentlich haben wir schon in dieser Phase das Spiel verloren.“

          Die deutliche Niederlage bei den überaus bissigen Eisbären war schon einigermaßen überraschend. Erst am Freitag hatten die Norddeutschen in der fünften Partie des Viertelfinales gegen Göttingen den Einzug in die Runde der besten vier Mannschaften geschafft. Das 79:78 war ein Basketball-Krimi, der beide Mannschaften viel Kräfte gekostet haben dürfte. Dass seine Mannschaft mit einer entsprechenden Erwartung ins Spiel gegen die Eisbären gegangen sei, schloss Trainer Gordon Herbert nach der Auftaktniederlage im Halbfinale gegen Bremerhaven aus.

          „Wir haben exakt darüber gesprochen vor der Partie“, sagte der Cheftrainer der Skyliners. „Wir wollten mit voller Energie spielen; aber es kam genau anders.“ Herbert machte keinen Hehl daraus, wie wenig einverstanden er mit der Leistung seiner Mannschaft war. „Ich bin enttäuscht über die Intensität, mit der sie gespielt hat“, sagte Herbert, während sich der Mannschaftsbus auf den fast sieben Stunden langen Rückweg nach Frankfurt machte.

          Missverstanden? Alle Anweisungen von Trainer Gordon Herbert brachten nichts

          „Es sah so aus, als könnten wir es noch schaffen“

          In Frankfurt in eigener Halle besser zu spielen, dies ist nun der hoffnungsvolle Vorsatz der Skyliners. An diesem Donnerstag sind die Eisbären im zweiten Spiel Gegner in der Frankfurter Ballsporthalle (18 Uhr / Live auf Sport1). „Ganz anders“ müsse sein Team da auftreten, sagte Herbert. „Aber ich bin zuversichtlich, dass uns das vor den eigenen Fans gelingen wird.“

          Die Leidenschaft, die einen Sieger oft ausmacht, hatten die Bremerhavener am Pfingstmontag viel mehr auf ihrer Seite als die Skyliners. Der Einstieg in die Partie war furios. 22:15 führte das Team von Trainer Doug Spradley nach den ersten zehn Minuten. Schnell, effektiv, sicher bei Distanzwürfen und in der Abwehr zeigten sich die Eisbären. Bei den Frankfurtern war dies ganz anders.

          „Bremerhaven hat es geschafft, die Emotionen aus dem Viertelfinale mit ins Halbfinale zu nehmen“, sagte Sportdirektor Novak und umriss damit einen großen Unterschied zwischen den Gegnern. Lediglich im zweiten Viertel schien es so, als könnten die Hessen die Partie noch zu ihren Gunsten drehen, als Pascal Roller mit einem der seltenen Treffer aus der Distanz die einzige Frankfurter Führung in dieser Partie erzielte. 23:22 lagen die Skyliners da vorne. „Es sah so aus, als könnten wir es noch schaffen“, sagte Novak.

          „Das ganze Team hat schlecht gespielt“

          Dass es anders kam, lag am Tempo, das die Eisbären vorlegten. Bis zur Halbzeit zogen sie auf 41:31 davon und machten auch nach der Pause weiter reiche Beute unter dem Frankfurter Korb. 45:63 lautete der Rückstand der Skyliners nach dem dritten Viertel. Die Frankfurter Nerven lagen blank. Als Derrick Allen nach seinem fünften Foul vom Feld musste und seinem Team dabei auch noch ein Technisches Foul wegen Meckerns einhandelte, war die Aufholjagd längst gescheitert. 56:73 lagen die Hessen da zurück - und gaben sich geschlagen.

          Die effektivsten Waffen der Skyliners waren stumpf an diesem sonnigen Feiertag. Vor allem die Würfe aus der Distanz trafen nicht in den Korb der Gegner. Einzig Jimmy McKinney wirkte treffsicher und war mit 18 Punkten bester Frankfurter Werfer. Derrick Allen, überragender Spieler des letzten und entscheidenden Viertelfinales gegen Berlin, kam in der zupackenden Abwehr der Eisbären wenig zum Zuge und begnügte sich mit acht Punkten. Greg Jenkins zeigte dagegen eine zumindest zeitweise überzeugende Leistung (14 Punkte), während Aubrey Reese einen rabenschwarzen Tag erwischte.

          Ein Punkt war die denkbar magerste Ausbeute seines Wirkens. Für den Amerikaner schien der Korb vernagelt zu sein. Trainer Herbert ist kein Mann, der sich lange mit Einzelkritiken aufhält: „Das ganze Team hat schlecht gespielt“, sagte er und fügte hinzu: „Man muss auch sehen und respektieren, dass Bremerhaven heute einfach gut war.“ Man darf gespannt sein, ob die Hessen die Kräfteverhältnisse am Donnerstag zu ihren Gunsten verschieben können. Anders könnte am Samstag Bremerhaven die Frankfurter Endstation im Halbfinale werden.

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