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NBA-Star LeBron James : Die lauteste Stimme des Protests

LeBron James nutzt seinen Einfluss, um auf Polizeigewalt und Rassismus aufmerksam zu machen. Bild: AP

LeBron James will nicht nur als Basketballspieler in Erinnerung bleiben. In Zeiten von Rassismus und Polizeigewalt posaunt er seine Meinung laut in die Welt hinaus. Und es hören ziemlich viele Menschen zu.

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          Wenn LeBron James etwas sagt, hören viele Menschen zu, schwarze und weiße, Demokraten und Republikaner, Arme und Reiche. Er hat das Glück, dass der Basketball sie alle interessiert. Und wer Basketball mag, kennt auch ihn. Als er 2003 in die nordamerikanische Profiliga NBA eintrat, nannte man ihn, den schwarzen Jungen aus Ohio, „den Auserwählten“. Er spielt bis heute so gut, dass manche sogar sagen, er sei besser als Michael Jordan. Auf Instagram folgen ihm 71 Millionen Menschen, auf Twitter 47 Millionen. Und viele haben von ihnen mitbekommen, was James dort vor drei Tagen in die Welt posaunte: „Wir fordern Veränderung. Es reicht.“ Davor schrieb er: „FUCK THIS, MAN!!!!“

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Am Mittwoch ist in den Vereinigten Staaten auf der Bühne des Sports etwas Historisches passiert. Es hat angefangen mit den Basketballprofis der Milwaukee Bucks, die sich weigerten, zu einem Play-off-Spiel anzutreten, weil in Wisconsin, ihrem Bundesstaat, ein weißer Polizist dem Afroamerikaner Jacob Blake siebenmal in den Rücken schoss, als er sich in das Auto beugte, in dem seine Kinder saßen. Die Botschaft der Spieler: Die Show kann nicht weitergehen. Und spätestens als die Los Angeles Lakers sich dem Streik anschlossen, machten alle Mannschaften mit. Denn für die Lakers spielt und spricht der 35 Jahre alte LeBron James.

          Eine laute Stimme

          In der weiten Welt des Sports ist seine Stimme die lauteste. „Hoffentlich“, sagte er neulich der „New York Times“, „wird man mich eines Tages nicht nur dafür respektieren, wie ich Basketball gespielt habe, sondern auch dafür, wie ich mich meinem Leben als Afroamerikaner gestellt habe.“ Er eröffnete in seiner Heimatstadt Akron eine Schule für 240 Kinder aus benachteiligten Verhältnissen, die dort psychologische Betreuung und kostenlose Mahlzeiten erhalten.

          Er setzt sich gegen Wählerunterdrückung in Bezirken mit mehrheitlich schwarzen Menschen ein, indem er mit seinen Mitstreitern viele Millionen Dollar investiert, um Wahlhelfer zu gewinnen. Einmal aber irritierte er seine Unterstützer. Als sich der Manager des NBA-Teams Houston Rockets vor fast einem Jahr mit der Demokratiebewegung in Hongkong solidarisierte, wurde dieser von James zurechtgewiesen, der mit der NBA und seinem Sponsor Nike viel Geld in China verdient. In Hongkong verbrannten Demonstranten daraufhin sein Trikot.

          Jetzt, da die Menschen in den Vereinigten Staaten lauter denn je gegen Rassismus und Polizeigewalt protestieren, haben James und viele andere Athletinnen und Athleten verstanden, welche Chance sich bietet. Es reicht ihnen nicht mehr, auf ihrer Bühne ein T-Shirt mit dem Slogan „Black Lives Matter“ zu tragen. Sie gehen weiter als jemals zuvor: Sie nutzen ihre Bühne, indem sie sich weigern, auf dieser Bühne aufzutreten.

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