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Basketballer Saibou entlassen : „Ein permanentes Infektionsrisiko“

Folgenreicher Protest: Basketballspieler Joshiko Saibou wurde von seinem Klub entlassen. Bild: Picture-Alliance

Am Wochenende nahm Basketball-Nationalspieler Joshiko Saibou an der Corona-Demonstration in Berlin teil. Nun kündigte ihm sein Klub Telekom Baskets Bonn fristlos.

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          Am Samstag demonstrierte Joshiko Saibou in Berlin mit Tausenden gegen Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Infektion, am Dienstag war er nicht mehr Basketball-Profi der Telekom Baskets Bonn. „Die Vereine der BBL arbeiten gerade akribisch an Hygienekonzepten für die Zuschauer in der nächsten Saison und an speziellen Arbeitsschutzrichtlinien für die Aktiven“, teilte Wolfgang Wiedlich, Geschäftsführer der Baskets, auf der Website seines Klubs mit. „Deshalb können wir ein permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams im Wettkampf verantworten.“ Saibou habe vorsätzlich gegen die Schutzregeln verstoßen.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Der 30 Jahre alte Nationalspieler ist auf Fotos von diesem sogenannten „Tag der Freiheit“ gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Alexandra Wester zu sehen, einer Weitspringerin der deutschen Spitzenklasse. Ein Bild trägt die Aufschrift: „Think for yourself. Aloud.“ Ein anderes: „Seh keinen Rechtsextremen hier, wo sind sie?! Hier auf jeden Fall nicht.“ Wester und Saibou sind ohne Mund-Nase-Schutz abgebildet. Ein Hashtag lautet: „CoronaDiktatur“. Auf breiter Front verstießen Teilnehmer der Demonstration gegen Hygiene-Anordnungen. Die „Bild“ nannte Wester und Saibou am Montag „DAS Alu-Hut-Paar des deutschen Sports“.

          „Alu-Hut-Paar des deutschen Sports“

          Beide mischen seit Monaten unter Bilder von Sport und Privatleben, die sie auf Instagram verbreiten, politische Statements und Andeutungen von Verschwörungstheorien. Er hat 7000 Abonnenten, sie 63.000. Saibou war von seinem Arbeitgeber im April ermahnt worden, als er unter dem Hashtag „Appellandenverstand“ davor warnte, Autoritäten zu folgen und nicht zu widersprechen. Den Mund-Nase-Schutz nannte er in dem Video „Blatt vorm Mund“. Die 26 Jahre alte Alexandra Wester hat zwischen fast fünfhundert Posts, die sie überwiegend in Sport- und Badekleidung zeigen, einen leidenschaftlichen Appell gestellt, in dem sie auf Englisch sagt: „Im vergangenen Jahr wäre es niemals okay gewesen, Anwälte und Ärzte, die unsere Menschenrechte verteidigen, in Gefängnisse und Psychiatrien zu stecken.“

          Sie spricht von missbrauchten Frauen und Kindern, Krebspatienten, denen Hilfe verweigert werde, „Brüder und Schwestern, die erschossen werden, in diesem Moment, weil sie ihr Haus verlassen“. Neben dem Aufruf, an sogenannten Hygiene-Demos teilzunehmen, verbreitet sie auch das Hashtag Q, das für die QAnon-Verschwörungstheorie steht. Neben anderen Ungeheuerlichkeiten hält demnach eine Elite aus Schauspielern und Politikern Kinder gefangen, um sie sexuell zu missbrauchen und aus ihrem Blut Aufputschmittel zu gewinnen.

          Mit der ungeschützten Teilnahme an der Demonstration hat Saibou nach Auffassung der Telekom Baskets die Grenze von Meinungsäußerung zu vereinsschädigendem Verhalten überschritten. Der Anwalt und Sportrechtler Roland Nasse empfahl dem Klub im Bonner „General-Anzeiger“ die Entlassung wegen Verletzung der Treuepflicht. Sollte sich der Spieler infizieren, fehle er, bedrohe die Mannschaft und möglicherweise die gesamte Liga.

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