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Wut nach Basketball-Entlassung : „Schlag ins Gesicht der Meinungsfreiheit“

  • Aktualisiert am

Von den Baskets Bonn entlassen: Joshiko Saibou Bild: Picture-Alliance

Nationalspieler Joshiko Saibou verliert seinen Job beim Basketballklub aus Bonn. Nun holt der 30-Jährige zum Gegenschlag aus.

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          Basketballprofi Joshiko Saibou hat seine fristlose Kündigung durch die Telekom Baskets Bonn scharf kritisiert. „Wenn ich eine polarisierende Meinung habe, ist Gegenwind verständlicherweise vorprogrammiert. Daraufhin jedoch meinen Job zu verlieren, ist totalitär und ein Schlag ins Gesicht der Meinungsfreiheit“, schrieb der Nationalspieler (30) am Dienstagabend auf Instagram: „Ich habe immer geglaubt, bei den @telekombaskets steht Toleranz an oberster Stelle, aber jetzt wird mir hiermit das Gegenteil bewiesen.“ Er sei Basketballspieler, „aber in erster Linie bin ich Mensch.“

          Die Bonner hatten am Dienstag Saibou wegen „Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler“ fristlos gekündigt. Saibou habe laut Vereinsmitteilung „wiederholt auf Social-Media-Kanälen seine Haltung zur Pandemie oder zum Virus an sich geäußert und am vergangenen Wochenende bei einer Großdemonstration auch praktiziert, indem er vorsätzlich gegen die bekannten Schutzregeln verstieß“.

          Teilnehmer der Corona-Demo

          Wolfgang Wiedlich, Geschäftsführer der BonBas GmbH, wurde mit den Worten zitiert: „Die Vereine der BBL arbeiten gerade akribisch an Hygienekonzepten für die Zuschauer in der nächsten Saison und an speziellen Arbeitsschutzrichtlinien für die Aktiven. Deshalb können wir ein permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams im Wettkampf verantworten.“ 

          Von Saibou und dessen Freundin, der deutschen Leichtathletin Alexandra Wester (26), waren in den sozialen Netzwerken Fotos von ihrer Teilnahme an der Demonstration gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Wochenende in Berlin zu sehen.

          Die Olympia-Teilnehmerin von 2016 hatte zuletzt in einem auf Instagram veröffentlichten Video beklagt, durch die Corona-Maßnahmen ihrer Freiheit beraubt zu werden. Zudem sprach sie in dem Beitrag von einem Impfzwang für die Bevölkerung oder von Ärzten und Anwälten, die die Menschenrechte verteidigen und dafür in Gefängnispsychiatrien eingesperrt würden. Saibou hatte unter dem Hashtag #AppellandenVerstand ein Video auf Instagram gestellt, in dem er seine Follower mit Bezug auf die Corona-Beschränkungen provoziert.

          Wester äußerte nun auch heftige Kritik wegen der Kündigung ihres Freundes Saibou. „Ein Verein sollte einen Athleten in seiner Diversity, seiner Entwicklung und auch seiner polarisierenden Meinung unterstützen oder zumindest sie akzeptieren“, sagte die Leichtathletin in einem am Mittwoch veröffentlichten Video auf Instagram und betonte: „Ihn aber so abzufertigen, ist ein Schlag ins Gesicht, und es ist unfair. Das ist krass, und ich hätte nicht gedacht, dass das im Jahr 2020 noch passieren kann.“

          Weiter meinte Wester: „Er hat die Staatsmaßnahmen auf einer Demo hinterfragt und wird danach fristlos von den Telekom Baskets gekündigt“, sagte die Olympia-Teilnehmerin. „Sie versuchen sich an irgendeiner Art Körperverletzung aufzuhängen, weil er auf einem Foto keine Maske getragen hat. Wir haben sehr bewusst darauf geachtet, niemanden bei der Demo in Gefahr zu bringen und erst recht nicht seine Teamkollegen, weil die Telekom Baskets im Moment gar nicht im Team spielen oder trainieren. Das hat absolut keine Grundlage und ist wirklich heuchlerisch.“

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