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Basketball-Glosse : Münchner Einkaufskorb

  • -Aktualisiert am

Auch Heiko Schaffartzik spielt in der kommenden Saison beim FC Bayern Bild: dpa

Der FC Bayern schwächt auch im Basketball die Konkurrenz mit dem Lockruf des Goldes und sackt wenig später alles ein: Pokal, Meisterschaft und internationale Titel. Man kann das als Scheckbuch-Politik bezeichnen. Aber dieses Urteil greift viel zu kurz.

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          Jetzt wird wieder auf den Bayern herumgehackt: Millionärsklub kauft mit einem beherzten Griff in die Kasse alles ein, was Rang und Namen hat. Man kann sich den Empfang beim ersten Auswärtsspiel in Berlin schon vorstellen: begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert - auch im Basketball. Das kennt man aus der Fußballabteilung.

          Die Großkopferten schwächen die Konkurrenz mit dem Lockruf des Goldes und sacken wenig später alles ein: Pokal, Meisterschaft und internationale Titel. Mit dem Ulmer Center John Bryant, mit Nationalmannschaftskapitän Heiko Schaffartzik und den ebenfalls aus Berlin abgeworbenen Profis Yassin Idbihi, Nihad Djedovic und Deon Thompson sind die Bayern auf gutem Weg, die Hackordnung in Deutschland auf den Kopf zu stellen.

          Man kann das als Scheckbuch-Politik bezeichnen. Aber dieses Urteil greift viel zu kurz. Die Bayern haben viel mehr zu bieten als Geld und einen großen Namen. Mit Sevtislav Pesic zum Beispiel einen der besten Trainer Europas. Seine Aura wirkte spätestens seit dem EM-Sieg mit Deutschland 1993 wie ein Magnet auf hervorragende Spieler.

          Die wechseln in der Regel nicht den Verein, weil sie ihre Rente sichern wollen, sondern weil sie von der Steigerung ihres Erfolges träumen. Die Attraktivität des FC Bayern ist die Folge einer radikalen Konsequenz: Die Profis trauen dem Klub Großes zu. Das wird die Bundesliga stärken, nicht schwächen.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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