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Basketball : Frankreich erstmals Europameister

  • Aktualisiert am

Superstars: Tony Parker (links) und Nicolas Batum gratulieren sich zum Titel. Bild: AP

Frankreich ist zum ersten Mal Basketball- Europameister. Das Team um Superstar Tony Parker gewinnt in Ljubljana das Finale gegen Litauen mit 80:66. Spanien holt die Bronzemedaille.

          Auch ohne eine abermalige Gala von Superstar Tony Parker haben sich Frankreichs Basketballer den Traum vom ersten EM-Triumph erfüllt. Dank einer Leistung der Extra-Klasse bezwang das Team von Trainer Vincent Collet am Sonntagabend in Ljubljana Litauen mit 80:66 (50:34) und feierte nach neun Medaillen bei Olympia und Europameisterschaften seinen ersten EM-Titel. Angeführt von NBA-Profi Nicolas Batum mit 17 Punkten setzten sich die Franzosen, die gleich zum EM-Auftakt noch gegen Deutschland verloren hatten, zum Ende der ersten Halbzeit entscheidend ab. Trotz der 20 Zähler von Linas Kleiza verpasste Litauen seinen insgesamt vierten EM-Sieg.

          Der entthronte Titelverteidiger Spanien konnte sich bei dem Kontinentalturnier in Slowenien zumindest mit Bronze trösten. Die Iberer deklassierten Kroatien im Spiel um Platz drei mit 92:66 (47:36) und kamen zum siebten Mal bei den vergangenen acht Europameisterschaften in die Medaillenränge.

          Zwei Tage nach seiner 32-Punkte-Vorstellung im Halbfinale gegen die Iberer ließ es Parker im Endspiel ruhiger angehen. Der Aufbauspieler der San Antonio Spurs wurde von seinem Gegenspieler Mantas Kalnietis gut kontrolliert und kam nur auf für ihn bescheidene zwölf Zähler. In einer temporeichen Anfangsphase mit hohen Wurfquoten konnte sich zunächst kein Team entscheidend absetzen - bis vor allem Batum mit insgesamt 17 Punkten in der ersten Hälfte aufdrehte.

          Nach dem 36:34 erzielten die Franzosen bis zur Halbzeit 14 Zähler in Serie, 0,9 Sekunden vor der Schlusssirene gelang Antoine Diot zur Krönung des Laufs ein Wahnsinnsdreier aus rund zehn Metern. Die Litauer blieben hingegen mehr als vier Minuten ohne Korberfolg und schleppten sich bereits mit hängenden Köpfen in die Kabine.

          Auch Serbien nimmt an WM teil

          Gnadenlos setzte die Collet-Auswahl nach, dominierte beim Rebound, hatte auf jede litauische Defensivformation die richtige Antwort und ließ keinerlei Zweifel am verdienten Erfolg aufkommen. Schon 22,4 Sekunden vor Schluss lagen sich Parker und Batum jubelnd in den Armen. Nichts erinnerte mehr an die wankelmütigen EM-Leistungen wie bei der Pleite gegen Deutschland oder die deutliche Zwischenrunden- Niederlage gegen Litauen. Die Balten durften sich dennoch im Gegensatz zum ernüchternden Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM vor zwei Jahren über das beste EM-Ergebnis seit ihrem letzten Titel 2003 freuen.

          Staunend verfolgten auch die Spanier von der Tribüne aus die Final-Darbietung Frankreichs. Nach den beiden EM-Titeln 2009 und 2011 reichte es für das Team des neuen Trainers Juan Antonio Orenga zumindest noch zur dritten EM-Bronzemedaille. Zwei Tage nach der Halbfinalniederlage gegen Frankreich führte Aufbauspieler Sergio Llull sein Team mit 21 Punkten zum verdienten Sieg. Kroatien verfehlte das erste EM-Edelmetall seit 1995.

          Das letzte Ticket für die Weltmeisterschaft 2014 in Spanien buchte Serbien. Die Auswahl von Coach Dusan Ivkovic setzte sich am Samstag im Spiel um Platz sieben gegen Italien mit 76:64 (41:27) durch und schaffte als sechstes europäisches Team die sportliche Qualifikation für das Weltturnier in Spanien. Bei der EM hatten die Endspiel-Teilnehmer Frankreich und Litauen, der unterlegene Halbfinalist Kroatien sowie Slowenien als Fünfter und die Ukraine auf Rang sechs die WM-Qualifikation geschafft. Der kommende Gastgeber Spanien ist gesetzt. Damit stehen 20 der 24 WM-Teilnehmer fest. Zudem gibt es vier Wildcards, auch Deutschland könnte sich für eine Teilnahme durch die Hintertür bewerben.

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