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Basketball : Frankfurt Skyliners stehen im Finale

Obenauf: Frankfurts Jenkins macht den Korb Bild: dpa

Im fünften und letzten Playoff-Halbfinale gewannen die Skyliners aus Frankfurt mit 56:52 (51:51/27:22) nach Verlängerung bei den Eisbären Bremerhaven. Im Finale trifft das Team von Trainer Herbert auf die Brose Baskets Bamberg.

          Sie haben es tatsächlich geschafft: Die Frankfurt Skyliners stehen zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte im Finale der Basketball-Bundesliga. 56:52 siegte die Mannschaft von Trainer Gordon Herbert am Donnerstagabend vor 4000 Zuschauern in der ausverkauften Stadthalle von Bremerhaven. Es war eine Kampfleistung in einem überaus engen Spiel, das erst in der Verlängerung entschieden wurde und in den die Skyliners am Ende die besseren Nerven hatten. Beste Frankfurter Werfer in Bremerhaven waren Derrick Allen (15 Punkte) und Jimmy McKinney (10).

          Noch am vergangenen Dienstag hatten die Hessen einen Rückschlag im Kampf um den Einzug in die Play-off-Endspielserie einstecken müssen, als sie den Eisbären überraschend klar unterlegen waren und es ihnen erlaubt hatten, in der Serie „Best of five“ auf 2:2 auszugleichen. Zwei Tage später feierten sie nun hüpfend, jubelnd und johlend den Einzug ins Endspiel. Gegner hier sind die Baskets aus Bamberg, die für ihren Sprung ins Endspiel nur drei von fünf möglichen Spielen gegen Braunschweig benötigt hatten. Schauplatz des ersten Spiels ist am Sonntag die Bamberger Arena (19.35 Uhr).

          „Here we go again“

          „Wir haben heute gegen die beste Verteidigung, die ich je gesehen habe gesiegt. Um so wertvoller ist dieser Sieg“, sagte Kamil Novak, der Frankfurter Sportdirektor, nach dem Triumph der Skyliners, die zum letzten Mal in ihrem Meisterjahr 2004 und 2005 im Finale standen, als sie Zweiter wurden. Gegner waren stets die Baskets aus Bamberg. Nun nehmen die Hessen in Oberfranken einen neuen Anlauf. Das erste Heimspiel der Skyliners wird am Mittwoch in der Ballsporthalle Höchst ausgetragen (19:35 Uhr).

          Aus Sicht der Frankfurter stellte sich die bange Frage: Wie würde das Team von Trainer Gordon Herbert den Rückschlag verkraften, den sie am Dienstag hatten einstecken müssen? Die Chance, in eigener Halle ins Finale einziehen zu können, hatten die Hessen ungenutzt gelassen. Die Aufbruchstimmung war mit einem Schlag dahin. Ganz anders die Stimmung bei den Eisbären. „Here we go again“, hatte deren Cheftrainer Doug Spradley mit Stolz in der Stimme verkündet, „wir sind wieder in Rennen.“

          „Frankfurt ist schon einmal zurückgekommen“

          Bremerhaven hatte die Rolle des Außenseiters mit eindrucksvollem Schwung abgelegt und war plötzlich wieder der Favorit auf den Einzug ins Finale. So ganz am Ende waren die Skyliners trotz der schmerzhaften Niederlage aber doch noch nicht. Andrew Drevo, der Bremerhavener Distanzschütze, sah das ganz ähnlich: „Psychologisch sind wir vielleicht im Vorteil, aber Frankfurt ist schon einmal zurückgekommen.“

          Gegen das Glück der Skyliners sprach die Tatsache, dass mit Aubrey Reese ein wichtiger Spieler im Team von Cheftrainer Gordon Herbert nicht voll einsatzfähig ist. Der amerikanische Spielmacher hatte zwar rund 15 Minuten gespielt, wobei aber deutlich zu sehen war, wie sehr ihm sein verletztes Knie zu schaffen machte. Doch der Amerikaner spielte. Cheftrainer Herbert hatte ihn wie schon im zurückliegenden Spiel in die Startaufstellung beordert.

          Beide Abwehrreihen konsequent

          Anders als bei der Partie am Dienstag fand sich Reese schnell mit einer aggressiven und erfolgreichen Rolle zurecht. Sein Mitteldistanzwurf brachte die Skyliners 4:2 nach vorne und sorgte für Angriffssignale. So kam es, dass die Skyliners die erste Halbzeit dominierten. Bis auf 11:2 zogen sie nach zwei Freiwürfen von Reese davon und beendeten das erste Viertel mit einem 13:8-Vorsprung.

          Beide Abwehrformationen arbeiteten auf Hochtouren, was wiederum auf beiden Seiten für viele Fehler im Angriff führte. In einer kurzen Phase vor der Halbzeitpause erlaubten sich die Eisbären weniger Patzer als ihre Gegner und bissen sich so bis zum 18:22 heran. Mit viel Kampf und ein wenig Glück konnten die Norddeutschen den Frankfurter Vorsprung noch relativ dezent halten. Andrew Drevo sorgte mit seinem Korbleger kurz vor der Pause für den 22:27-Halbzeitstand.

          Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss

          Welche Mannschaft würde mit mehr Schwung und Erfolg in die zweite Hälfte dieser bislang an Fehlern reichen aber an Punkten recht armen Partie gehen? Es waren die Eisbären. Unter ihrem offensiven Druck schmolz der Frankfurter Vorsprung dahin. Als Drevo zum 36:38 traf und kurz darauf per Korbleger zum Ausgleich, tobten die jubelnden Fans auf den Rängen (29. Minute). Dann lag Bremerhaven vorne - Campbell hatte mit Freiwürfen das 40:38 erzielt. Der Frankfurter Rückstand war zum Ende des dritten Viertel beim 40:41 zwar noch gering - aber Bremerhaven war in Schwung. Es begann ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

          Eineinhalb Minuten vor Spielende war es Derrick Allen, der seine Mannschaft per Korbleger 51:48 nach vorne brachte, doch Drevo konterte kaltblütig mit einem Distanzwurf zum 51:51. Eine Minute und fünf Sekunden waren da noch zu spielen. Doch kein Team traf mehr in den Korb - es gab Verlängerung. Auch in den letzten fünf Minuten setzten sich die Verteidiger ins Szene. Die Schiedsrichter ließen das Spiel laufen. Robertson gelang der einzige Treffer aus dem Spiel heraus. Ein meisterhafter Dreier. Und Allen behielt an der Freiwurflinie die Nerven: Finale!

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