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Basketball : Frankfurt schaltet Alba im Viertelfinale aus

Den Meister abgeschüttelt: Alba und Philipp Ziener (r.) unterlagen den Frankfurt Skyliners Bild: Wonge Bergmann

Aus und vorbei: Der Basketball-Favorit aus Berlin kann nicht mehr Meister werden. Alba verlor bei den Frankfurt Skyliners die vierte Partie der Play-off-Serie - und schied mit 1:3 aus. Überragend bei den Hessen war Derrick Allen.

          Der Jubel war gewaltig: 4800 Basketballfans haben am Mittwochabend den Einzug der Frankfurt Skyliners ins Halbfinale der Basketball-Bundesliga gefeiert. 69:58 besiegten die Hessen im vierten Viertelfinalspiel den als Favoriten in die Serie gestarteten Gegner Alba Berlin. Mit stehend dargebrachten Ovationen geleiteten die Zuschauer in der Ballsporthalle die Helden des Abends zu dem Erfolg, bei dem vor allem einem Frankfurter Profi eine Galavorstellung gelang: Derrick Allen glänzte mit 26 Punkten und war damit das Fundament des Frankfurter Spiels.

          Bis zum dritten Viertel hatte die Partie einer Achterbahnfahrt geglichen. Im den letzten zehn Minuten brach die Berliner Konzentration zusammen - und die Skyliners hatten leichtes Spiel mit einem verunsichert wirkenden Gegner. „Der Sieg ist keine Überraschung für mich“, sagte der wie fast immer gelassen wirkende Sportdirektor der Skyliners, Kamil Novak und fügte voller Selbstbewusstsein hinzu: „Wir wussten, dass wir Berlin schlagen können.“

          In Berlin war vor dem vierten Play-off-Spiel gegen die Skyliners offenbar immer noch keine Ruhe eingekehrt. Nach dem Streit über den Umgang mit den Schiedsrichterleistungen, den Alba mit der Bundesliga ausgefochten hat, begannen am Mittwoch öffentliche Spekulationen über einen kompletten Umbruch des Teams. Etliche Spieler und auch Trainer Luka Pavicevic stünden im Falle eines Ausscheidens zur Disposition, meldete die „Berliner Morgenpost“. Und selbst Henrik Rödl sei auf dem Absprung und werde gleich von mehreren BBL-Klubs, unter anderen den Artland Dragons aus Quakenbrück und TBB Trier, umworben.

          Alba schon im ersten Viertel unter erheblichem Druck

          Dass die Berliner nach zwei Niederlagen und dem Sieg im dritten Spiel trotz der brodelnden Gerüchte für die Partie in der Ballsporthalle gewappnet sein würde, damit war zu rechnen. „Wir haben eine sehr schwierige Aufgabe gelöst“, hatte Pavicevic nach Erfolg in Berlin gesagt und mit Blick auf die Partie in Frankfurt aber hinzugefügt: „Jetzt liegt eine ungleich schwerere Aufgabe noch vor uns.“

          Die Einschätzung war mehr als zutreffend. Herbert hat als Trainer der Skyliners Erfahrung mit solch sensiblen Wettbewerben wie den Play-offs. 2004 lag er mit den Skyliners im Halbfinale gegen die Bonn Baskets schon 2:0 in Führung, musste dann aber doch über die volle Distanz von fünf Spielen gehen, um ins Finale vorzudringen. Dieser lange Weg durch die Play-off-Instanzen bleibt den Skyliners nun nach dem Sieg über Alba im vierten Spiel erspart.

          Die Skyliners waren in voller Besetzung gegen Alba angetreten. Center Greg Jenkins hatte seinen Zusammenprall mit einem Berliner Spieler, der ihn in der zurückliegenden Partie wegen Verdachtes auf Gehirnerschütterung aus dem Rennen geworfen hatte, wieder fit. Wieder überzeugten die Profis von Cheftrainer Herbert mit einer starken Abwehr, mit der die Mannschaft aus der Hauptstadt zunächst überhaupt nicht zurecht kam. Schon im ersten Viertel geriet Alba unter erheblichen Druck, leistete sich in der Frankfurter Abwehr viele Fehlpässe und musste eine rasante Talfahrt hinnehmen.

          Frankfurt Skyliners legen alle Hemmungen ab

          Es ging spektakulär steil bergab, als den Skyliners eine 12:0 Serie gelang, welche die Hessen vom 6:5 auf 18:5 katapultierte. Doch Berlin hielt dagegen, schloss das erste Viertel 13:22 ab und beschleunigte die Aufholjagd weiter. Während des zweiten Viertels reduzierte sich die Frankfurter Dominanz spürbar, und Alba holte auf. Schon zu Beginn der zweiten Spielminuten führten die Skyliners plötzlich nur noch 24:21, legten einen Zwischenspurt auf 31:21 ein und gerieten abermals unter Druck. Vor allem die Distanzwürfe gingen den Hessen überhaupt nicht leicht von der Hand. Nur ein Treffer bei acht Versuchen von jenseits der Linie aus war die magere Ausbeute in der ersten Hälfte. So ging es - gemessen an den eklatanten Berliner Schwächen - für Frankfurt mit einer dünnen Führung von 31: 27 in die Pause.

          Die Hemmungen beim Dreipunktewurf legten die Skyliners nach der Halbzeitpause gänzlich ab. Plötzlich trafen die Frankfurter Distanzschützen, und als Allen, der überragende Spieler dieses Viertelfinales, von jenseits der Linie aus zum 50:37 traf, sprangen die Fans jubeln von ihren Sitzen auf. Mit einem verdienten Frankfurter Vorsprung von 53:41 Punkten endete das dritte Viertel. Nun galt es die Nerven zu bewahren. Die Skyliners wirkten wild entschlossen, den Weg ins Halbfinale freizumachen. Und am Ende ging alles mit verblüffender Leichtigkeit - und der Geheimtipp aus Hessen war plötzlich ein Favorit auf den Meistertitel.

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