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Basketball-Finalserie : „Mission Threepeat“ vor Abschluss

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Auf Titelverteidigungskurs: die Brose Baskets Bamberg (hier Karsten Tadda beim 1. Finalspiel am vergangenen Sonntag in der Bamberger Stechert-Arena) Bild: dpa

Zwei Spiele, zwei Siege: Bamberg marschiert Richtung Meisterschaft. Schon am Sonntag können sie ihre historische „Mission Threepeat“ abschließen und zum dritten Mal in Serie das Double holen. Ulm hilft nur noch ein sportliches Wunder.

          Als hätte es noch eines Beweises bedurft, wie spielerisch die Brose Baskets Bamberg auch das zweite Spiel um die deutsche Basketball-Meisterschaft gegen ratiopharm Ulm dominierten, kam kurz vor Schluss auch noch Trainer Chris Fleming auf das Parkett.

          Während Ulms Coach Thorsten Leibenath an der Seitenlinie noch versuchte, sein Team zum Endspurt zu motivieren, schnappte sich Fleming während einer Spielpause ein Handtuch und wischte gemeinsam mit einem Ulmer Jugendspieler den Schweiß vom Boden.

          „Der Junge hatte einen ganz kleinen Waschlappen, um den Boden sauber zu machen, da habe ich gedacht, ich kann ein bisschen helfen“, erzählte Fleming hinterher. „Das Spiel war zu dem Zeitpunkt mehr oder weniger gelaufen. Ich wollte, dass es schneller vorbei geht.“

          Belohnt wurde er für seine Einlage mit Szenenapplaus der 6000 Zuschauer in der ausverkauften ratiopharm Arena. Der Demonstration im ersten Spiel (98:72) ließen die Bamberger am Mittwochabend in Ulm einen routinierten, souveränen Auftritt folgen. Der 86:70 (47:39)-Erfolg war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

          Pleiß entscheidet „Schlacht der Türme“ für sich

          Zu abgeklärt, zu unaufgeregt gingen die Franken zu Werke. Der Außenseiter aus Ulm kämpfte zwar bis zum Schluss aufopferungsvoll, dann forderte sein hoher Einsatz allerdings seinen Tribut. Der Vorrundenzweite baute körperlich zunehmend ab.

          Weil Tibor Pleiß das zuvor von der Liga plakativ als „Schlacht der Türme“ angepriesene Duell der Center gegen Hauptrunden-MVP John Bryant für sich entschied und weil die Bamberger auf sämtlichen Positionen ausgeglichener besetzt waren, zogen sie gegen Ende der ersten Halbzeit davon.

          „Das war der Schlüssel“

          Mit Beginn des dritten Viertels bauten sie ihren Vorsprung sogar noch aus. Die Hoffnungen auf eine Ulmer Aufholjagd wurden jäh gedämpft. „Wir wussten, dass Ulm heute ein anderes Gesicht zeigen würde“, sagte Fleming, „insbesondere in der Anfangsphase. Unsere Jungs wussten, wie sie damit umgehen mussten. Kurz vor der Halbzeit haben wir uns auf acht Punkte abgesetzt und sind gut in die zweite Halbzeit gestartet. Das war der Schlüssel.“

          Am Sonntag nun werden die Brose Baskets wohl ihre historische „Mission Threepeat“ vollenden und zum dritten Mal in Serie das Double aus Meisterschaft und Pokal gewinnen - in heimischer Halle, in „Freak City“, haben sie die Chance, die „Best of Five“-Serie im Schnelldurchgang für sich zu entscheiden. Das gab es noch nie im deutschen Basketball.

          „Ich glaube noch immer daran“

          Der Trainer der Saison, Leibenath, glaubt jedoch weiter an das Wunder: „Ich glaube noch immer daran, dass wir es in Bamberg wieder spannend machen können.“ Leibenath und seine Spieler werden sich aber aller Voraussicht nach schon am Sonntag wieder rasieren können.

          Als Playoff-Bart verständigten sich die Ulmer auf das Modell Schnäuzer. Gegen Bambergs Spielmacher Anton Gavel, den mit 22 Punkten besten Werfer der Partie, konnten sie jedoch selbst damit nichts ausrichten. Gavel trägt Rauschebart. Noch ein Vorteil Bamberg.

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