https://www.faz.net/-gtl-oxr9

Basketball-Finale : Kühl in der Hitze der Nacht

  • Aktualisiert am

Brisantes Duell: Frankfurtes Chris Williams gegen Jason Sasser Bild:

Im vierten Play-off-Finalspiel der vierte Auswärtssieg: Die Opel Skyliners Frankfurt haben mit einem 70:64-Erfolg bei GHP Bamberg ein entscheidendes fünftes Spiel um die deutsche Basketballmeisterschaft erzwungen.

          2 Min.

          Die Endspielserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft hat auch im vierten von höchstens fünf Spielen ihren gewohnten Verlauf genommen. Und deshalb dürfen die Opel Skyliners Frankfurt weiterhin auf ihren ersten Titel hoffen. Nach zwei Heimniederlagen glichen sie am Donnerstag abend mit einem 70:64-Sieg, ihrem zweiten Erfolg beim Finalgegner GHP Bamberg, die Bilanz wieder aus und haben nun am Sonntag (Beginn 17 Uhr) in der Ballsporthalle die Möglichkeit, mit dem ersten Heimsieg der Serie den Triumph perfekt zu machen.

          In der ohnehin schwülen Hitze des mit 5.000 Zuschauern ausverkauften Bamberger Forums sorgten zwei Namen für zusätzlich erhöhte Temperatur. Der Bamberger Jason Sasser und Skyliners-Guard Robert Garrett, die Hauptdarsteller jener Foulszene in der letzten Minute des dritten Finalspiels, wurden je nach Temperament und Vorliebe von ihren Fans oder Gegnern besonders herzlich begrüßt und noch heftiger ausgebuht.

          Garrett wieder dabei

          Dabei warteten die Frankfurter mit der Überraschung auf, daß Garrett, offenbar von seiner schweren Kreuzbeinprellung auf wundersame Weise genesen, sich nicht nur mit seinem Team aufwärmte, sondern von der neunten Minute an munter mitspielte. Dabei gelangen ihm in der ersten Halbzeit fünf wichtige Punkte gerade in der Phase, da die Bamberger, angetrieben vom Höllenlärm auf den Rängen, auf und davon zu ziehen schienen.

          Doch mit einem Dreipunktewurf sorgte der Rekonvaleszent für das 16:16. Daß beide Teams dafür nicht weniger als eine Viertelstunde benötigten, zeigte, daß die beiden defensivstärksten Teams der Liga abermals ihr Lieblingsthema aufführten - mit leichten Variationen. So waren es diesmal zunächst vor allem Einzelaktionen, mit denen beide Teams zu ihren Punkten kamen. Auf Bamberger Seite zog immer wieder der "nur" 1,92 Meter große Rick Stafford, der auf insgesamt 16 Punkte kam, erfolgreich unter den Korb der Skyliners.

          Ungewohnt viele Fehlpässe

          Bei den Frankfurtern dribbelte sich zumeist Chris Williams (15) elegant und erfolgreich durch. Dennoch zwangen die starken Abwehrreihen auf beiden Seiten die Angreifer jeweils zu ungewohnt vielen Fehlpässen. Kein Wunder, daß zur Halbzeit ein rekordverdächtig niedriges Ergebnis von 26:27 zu Buche stand. Dazu trug auf Frankfurter Seite auch die erschreckende Freiwurfquote von nur 25 Prozent bei. Auf Bamberger Seite hatte gerade Sasser, der Sündenbock des vorherigen Spiels, die meisten Möglichkeiten. Doch im offensichtlichen Bemühen, es besonders gut zu machen, verwarf er gleich elf seiner vierzehn Würfe. Dieses Gesamtbild änderte sich in der zweiten Halbzeit grundlegend. Plötzlich trafen nicht nur die Weitwurfspezialisten, auch das Spiel wurde schneller.

          Zwar punkteten nun die bislang unauffälligen Hamann und Taylor für Bamberg, aber Roller, Matinen und immer wieder Ellis sorgten bis zur 27. Minute für eine Sieben-Punkte-Führung der Skyliners. Da herrschte einen Moment lang lähmendes Entsetzen auf den Rängen, und Bambergs Trainer Dirk Bauermann sah sich veranlaßt, mit rudernden Armbewegungen mehr Unterstützung aus dem Publikum einzufordern.Und tatsächlich gelang es den Gastgebern, den Rückstand innerhalb von fünf Minuten wieder aufzuholen und ihrerseits wieder vorn zu liegen, wobei insbesondere zwei Drei-Punkte-Würfe ausgerechnet von Sasser halfen.

          Entscheidung am Sonntag

          Dieses Erlebnis hätte zu Beginn des letzten Viertels durchaus lähmend auf die Skyliners wirken können. Doch im Gegenteil zeigten die Frankfurter nun, warum sie in der fünfjährigen Geschichte ihres Klubs noch nie im Bamberger Forum verloren haben. Die Defensive stand weiter stabil, wovon insbesondere 26 Defensivrebounds zeugten. Und auch vorne griffen sich die Frankfurter immer öfter den zurückprallenden Ball. Zudem wirkten Williams' Durchsetzungsvermögen und Garretts geheimnisvolle Leichtigkeit weiter bis zur 58:51-Führung. Als sich die Bamberger in der letzten Minute nicht anders zu helfen wußten, als auf Frankfurter Fehler bei Freiwürfen zu hoffen, fanden sie ausgerechnet sechsmal Roller, den ausgewiesenen Freiwurfspezialisten der Skyliners, als Opfer ihrer Fouls. Roller versenkte von zwölf Versuchen zehn ins Netz und wurde auf diese Weise mit 17 Punkten sogar noch erfolgreichster Spieler des Abends.

          Die Entscheidung ist auf Sonntag vertagt. Die Skyliners sind in eigener Halle wieder im Spiel.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

           Der Sarg des getöteten Wissenschaftlers am Sonntag in der iranischen Stadt Mashhad

          Mord an Atomwissenschaftler : Ein Stich ins iranische Herz

          Der „Vater“ des iranischen Atomprogramms wird Opfer eines Anschlags. Kaum jemand zweifelt daran, dass Israel dahinter steckt. Das Attentat ist auch ein Fingerzeig für Joe Biden und seinen Umgang mit Iran.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.