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Dirk Nowitzki : „Verrückt, lachhaft, das schafft der nie“

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„Ich wollte immer besser werden. Das geht natürlich nur durch harte Arbeit“: Dirk Nowitzki Bild: dpa

Vor drei Monaten beendete Dirk Nowitzki seine einzigartige Karriere in der NBA. Nun kehrt er nach Deutschland zurück, gibt dem Nachwuchs Tipps – und spricht über seinen eigenen schwierigen Karrierestart.

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          Dirk Nowitzki schien der ganze Trubel mal wieder ein bisschen zu viel zu sein. Fast schon schüchtern stand der einstige Basketball-Superstar im Rampenlicht und beantwortete in Berlin geduldig die Fragen zu seiner einzigartigen NBA-Karriere. Knapp 100 der größten Talente aus ganz Deutschland und Hunderte Fans hörten ganz aufmerksam zu, als der 41-Jährige über seinen Weg nach ganz oben sprach. „Ich habe davor gedacht, ich bin nicht gut genug. Das hat mich immer dazu getrieben, hart zu arbeiten“, sagte der gebürtige Würzburger: „Ich wollte immer trainieren und mir den Traum erfüllen.“

          Beim Nike Basketball Festival in der Hauptstadt wurde der ehemalige Profi der Dallas Mavericks am Samstag gut drei Monate nach seinem Rücktritt noch einmal gewürdigt. „Alle Träume sind verrückt, bis du sie wahr machst“ lautete das Motto der Veranstaltung. „Ich wollte immer besser werden. Das geht natürlich nur durch harte Arbeit“, sagte Nowitzki, der 21 Spielzeiten für die Mavs in der stärksten Liga der Welt aktiv war. 2011 feierte er mit den Texanern den Gewinn der Meisterschaft – sein größter sportlicher Traum erfüllte sich.

          „Viele Leute haben gesagt: Der ist verrückt, der schafft das nie. Da gab es auch prominente Trainer damals in der Bundesliga, die gesagt haben, das ist lachhaft, das schafft der nie“, erinnerte sich Nowitzki an seine Anfänge. „Das hat mich motiviert.“ 1999 absolvierte er sein erstes NBA-Spiel und stieg allmählich zum Vorbild einer ganzen Generation auf. „Dirk war für mich und viele andere deutsche Kids ein Symbol dafür, dass es möglich ist, es in die NBA zu schaffen und sich seinen Traum zu verwirklichen“, sagte Moritz Wagner.

          Der 22 Jahre alte Profi der Washington Wizards war genau wie Dennis Schröder von den Oklahoma City Thunder nach Berlin gekommen, um hoffnungsvollen Nachwuchsspielern Tipps für ihre Laufbahn zu geben. Nowitzki stand jedoch klar im Mittelpunkt. „Es ist unglaublich, was er geleistet hat. Er hat alle Türen geöffnet für die deutschen Basketballer, die jetzt in der NBA sind“, sagte Schröder.

          Auch dem Vorbild Nowitzki sei es zu verdanken, dass es in Deutschland aktuell die wohl stärkste Basketball-Generation überhaupt gibt. Bei der WM in China (31. August bis 15. September) träumt die Nationalmannschaft von einer Medaille und der Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio. „Olympia war für mich eine sensationelle Erfahrung“, sagte Nowitzki. 2008 war er in Peking dabei und trug bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne. „So eine Erfahrung wünsche ich auch der nächsten Generation.“

          Er selbst werde den Weg des Teams genau verfolgen, selbst hat er sich an das Leben ohne Leistungssport aber noch immer nicht gewöhnt. „Richtig heftig wird es, wenn in ein paar Monaten die Saison losgeht und dann kommt nix“, sagte Nowitzki, der die neue Freiheit aber auch zu schätzen weiß: „Ich genieße die Zeit mit der Familie, wir reisen viel. Es macht Spaß, disziplinlos zu sein, das ist auch mal schön.“

          Während seiner mehr als zwei Jahrzehnte in der NBA war Nowitzki das genaue Gegenteil. Er achtete immer auf seine Ernährung, ordnete seinen sportlichen Zielen alles unter. „Ich habe eine Menge Arbeit reingesteckt und auch ein bisschen Glück gehabt“, resümierte Nowitzki und schickte noch einen letzten Rat an seine potentiellen Nachfolger: „Macht auf jeden Fall einen Schulabschluss! Du musst schon ein zweites Standbein haben, auf das du immer zurückgreifen kannst.“

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