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Fall Benjamin Barth : Euroleague streicht Schiedsrichter mit Bart aus Kader

  • -Aktualisiert am

Benjamin Barth behält seinen Bart, pfeift aber nie mehr in der Euroleague. Bild: picture alliance / nordphoto

Weil Schiedsrichter Benjamin Barth eine Rasur verweigerte, wurde er nicht mehr eingesetzt. Der Fall sorgte für Aufsehen, eine Entschuldigung folgte. Dennoch wird er nie mehr in der Euroleague pfeifen.

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          Basketball-Schiedsrichter Benjamin Barth wurde von der Euroleague nicht mehr eingesetzt, weil er sich weigerte, seinen Bart zu rasieren. Die Geschichte, über die die Frankfurter Allgemeine Zeitung exklusiv berichtete, sorgte für Aufsehen. Der juristische Konflikt endete mit einer Entschuldigung der Liga. Doch der 43 Jahre alte Barth wird trotzdem nie wieder in der Euroleague pfeifen.

          Für die neue Saison strich die Euroleague den deutschen Referee aus ihrem Kader. „Es stimmt, ich habe keine Einladung mehr erhalten“, bestätigt Barth. „Die entsprechenden Dokumente wurden den Schiedsrichtern bereits zugeschickt. Ich habe keine erhalten.“

          Damit hatte Barth allerdings gerechnet, nachdem er die unglaublichen Forderungen des Euroleague-Schiedsrichter-Verantwortlichen Richard Stokes öffentlich gemacht hatte. „Das war klar und wäre von mir auch nicht anders entschieden worden. Klar, es war immer mein Traum, in der Euroleague zu pfeifen – aber nach dieser Geschichte wäre eine neutrale Tätigkeit als Referee gar nicht mehr möglich gewesen. Ich habe mit dem Thema abgeschlossen und werde weiterhin in der BBL (Basketball-Bundesliga/d.Red.) pfeifen.“

          Nach der Geschichte riefen Barth viele Schiedsrichter an. Keiner aber von denen, die sich den Bart nach einer Stokes-Drohung abgenommen hatten: „Das zeigt schon, wie groß die Ängste von Profikollegen sind, die eigene wirtschaftliche Existenz zu gefährden“, erklärt Barth. „Aber ich denke, die Veröffentlichung hat trotzdem etwas gebracht. Das Thema ist jetzt präsent und weitere Diskriminierungen sollten zumindest offen ausbleiben.“

          Immerhin: Barth wird für die abgelaufene Saison die Mindestsumme von 13.000 Euro erhalten. Die vier Spiele, die er im Herbst noch gepfiffen hatte, werden abgezogen – bleiben 8150 Euro. „Die Euroleague hat mich informiert, dass ich eine Rechnung stellen soll.“

          Konsequenzen für den 54 Jahre alten Stokes sind bisher ausgeblieben. Der Engländer ist weiterhin im Amt. In der Euroleague-Zentrale soll es jedoch Stimmen geben, die fordern, den Posten neu zu besetzen.

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