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Basketball-EuroLeague : Pleiß feiert den Schmerz weg

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Ein großer Tag für Tibor Pleiß: Sieger in der EuroLeague, und das in seiner Heimatstadt Bild: Reuters

In seiner Heimatstadt Köln gewinnt Tibor Pleiß mit Anadolu Istanbul den Titel in der EuroLeague. Zwar bremst den Center eine Verletzung aus, doch die Freude überwiegt an diesem großen Abend.

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          Mit bandagierter Wade schleppte sich Tibor Pleiß von Mikro zu Mikro. Im größten Moment seiner Karriere kümmerten ihn seine Schmerzen nicht. „Ich habe so viel Adrenalin und Emotionen in mir, das Bein ist unwichtig“, sagte der 31-Jährige nach dem Triumph in der EuroLeague. Ausgerechnet zu Hause in Köln holte der Center mit Anadolu Istanbul den größten Preis im europäischen Klub-Basketball.

          „Das ist die Kirsche auf der Torte“, schwärmte Pleiß über das 86:81 (39:36) seiner Türken über das Schwergewicht FC Barcelona um Superstar Pau Gasol in seiner Heimatstadt. Im Gegensatz zum verlorenen Finale von 2019, als Istanbul in Vitoria an ZSKA Moskau gescheitert war, sei er nicht „so nervös“, sondern „entspannt“ gewesen: „Heute bin ich aufs Feld gegangen und wollte einfach Spaß haben. Und deshalb konnte ich dem Team dabei helfen, den Sieg zu holen.“

          Nachdem der Kölner am Freitag im Halbfinale noch 40 Minuten auf der Bank geschmort hatte, ließ ihn Trainer Ergin Ataman diesmal los. Pleiß kam mit Beginn des zweiten Viertels beim Stand von 15:22. Als er gut acht Minuten später vom Platz humpelte, lag Istanbul 32:29 vorn. Der Lokalmatador hatte der Mannschaft einen Schub gegeben und fünf Punkte sowie drei Rebounds geholt. Dann ging nichts mehr.

          „Beim Feiern habe ich die Wade vergessen“

          Ein Muskel in der Wade machte zu, Pleiß ging in die Kabine und kam mit einem dicken Eisbeutel zurück. Ein weiterer Einsatz war ausgeschlossen. Also feuerte er seine Teamkollegen in der Lanxess Arena an, es hielt ihn am Ende nicht mehr auf dem Sitz. Als der Coup vollbracht war, hüpfte der frühere NBA-Profi im Mittelkreis auf einem Bein in der Jubeltraube mit.

          „Beim Feiern habe ich die Wade vergessen“, sagte Pleiß und dachte an die alten Zeiten: „Als ich aufgewachsen bin und hier mit dem Basketball angefangen habe, wollte ich einfach nur Profi werden. Jetzt bin ich hier und habe den größten Titel gewonnen, es ist ein unglaubliches Gefühl.“ Dass es in Köln passierte, sei natürlich „besonders speziell“.

          Pleiß erlebte seinen ersten Einsatz in der Domstadt mit einer Klubmannschaft seit zwölf und seine erste Heimkehr während einer Saison seit elf Jahren. Er wolle „das ein oder andere Bier trinken“, kündigte er an, Engpässe gebe es nicht, Hauptsponsor des Klubs sei ja schließlich eine Großbrauerei.

          Schon ab Donnerstag spielt Rekordchampion Anadolu Istanbul gegen Lokalrivale Fenerbahce um den nächsten türkischen Meistertitel. Dass es für Pleiß reichen wird, darf bezweifelt werden. Offen ist auch, ob der 2,21-Meter-Mann nach fünf Jahren in die Nationalmannschaft zurückkehren wird. Für die Olympia-Quali in Split/Kroatien hat ihn Bundestrainer Henrik Rödl auf dem Zettel, doch die Konkurrenz ist groß.

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