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Basketball-Kommentar : Mut zum Abschied

  • -Aktualisiert am

Chris Fleming ist nicht nur Basketball-Bundestrainer, sondern auch Assistent in der NBA. Bild: dpa

Basketball-Bundestrainer Chris Fleming wird Assistent in der NBA. Aber der Amerikaner kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein – und damit auch nicht zentrale Figur für ein Projekt in Deutschland, das sehr viel verspricht.

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          Der Basketball-Bundestrainer wird Assistent in der NBA. Dazu muss man Chris Fleming gratulieren. Er macht einen Karriereschritt. Und er wird versuchen, noch über die Co-Trainer-Position bei den Denver Nuggets hinauszukommen. Fleming, einst Meistercoach von Bamberg, ist intelligent, erfolgreich, ehrgeizig. Aber auch der Amerikaner kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein.

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          Während seines NBA-Jobs wird Fleming kaum immer wieder nach Europa fliegen, um das Gros seiner Nationalspieler spielen sehen und ihnen gut zureden zu können, wenn es mal nicht so läuft. Das aber ist eine der Kernaufgaben des Chefcoaches in spielfreien Zeiten der Nationalmannschaft: Eine ständige Verbindung und damit ein Vertrauen zu schaffen, das sich später, in den entscheidenden Situationen auf dem Spielfeld, auszahlt.

          Ein Coach, der mit Leib und Seele in Übersee seine Chance sucht, kann in der Regel nicht die zentrale Figur für ein langfristiges Projekt in Deutschland sein, das sehr viel verspricht. Die knappen Niederlagen der Nationalmannschaft während der EM-Vorrunde in Berlin gegen Basketball-Mächte wie Spanien, Italien und Serbien haben das Potential gezeigt.

          Der deutsche Basketball, Vereine, Liga und Verband sollten deshalb die erst vor wenigen Jahren professionalisierte Kinder- und Jugendausbildung noch weiter verstärken, noch besser ausgebildete (und bezahlte) Trainer in das System integrieren und damit die Lust der Kinder auf die Entwicklung ihres Talents vorantreiben. Dann kommt der ersehnte Erfolg zwar nicht von ganz allein, aber es schiene so.

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          Der frühere Nationalspieler Henning Harnisch und der Manager der Telekom Baskets Bonn, Wolfgang Wiedlich, haben recht mit ihrer am Sonntag im „Deutschlandfunk“ erhobenen Forderung an den Deutschen Basketball-Bund. Statt eine Millionensumme für die Ausrichtung eines Olympia-Qualifikationsturniers einzusammeln und auszugeben, um dann als qualifizierter Gastgeber doch noch den Sprung nach Rio 2016 zu schaffen, sollte der Basketball so viel wie möglich in die Nachwuchsförderung investieren.

          Also konsequent fortsetzen, was er angefangen hat. Das Festhalten an einem renommierten Trainer in Übersee und der Kauf eines Startplatzes beim Turnier in Rio werden die Strukturen an der Basis kaum stärken.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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