https://www.faz.net/-gub-87ilt

Dennis Schröder : Er hat vor nichts und niemandem Angst

Er hat vor nichts und niemandem Angst: Für Dennis Schröder ist die unumstrittene Nummer eins im Team Dennis Schröder, Bild: dpa

Neben Dirk Nowitzki ist er das Gesicht des deutschen Basketballs: Die Erwartungen an Dennis Schröder sind bei der EM entsprechend hoch. Im Spiel gegen Italien (17.45 Uhr) ist seine Furchtlosigkeit gefragt.

          4 Min.

          Vermutlich muss man sich seiner Sache sehr sicher sein, wenn man gegen sich selbst Basketball spielt und trotzdem bei sich bleibt. Klingt verrückt, aber wenn Dennis Schröder mit seinem Bruder Che auf der Spiele-Konsole NBA spielt, wählt dieser die Atlanta Hawks, das Team von Dennis. Und wenn Che auf dem Bildschirm attackiert, lässt er einen bestimmten Spieler besonders gern zum Korb ziehen. Dann verteidigt Dennis Schröder, der echte, gegen den virtuellen Dennis Schröder.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Auch das gehört dazu, wenn man Profi ist in der stärksten Basketball-Liga der Welt: Man gehört nicht mehr sich allein. Zwar nicht immer auf Knopfdruck, doch auf Wunsch von Sponsoren und Partnern zeigt Dennis Schröder Präsenz. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin, der IFA, stellte der Junge aus Braunschweig, der es zum Basketball-Profi in Georgia gebracht hat, kurz vor Beginn der Basketball-Europameisterschaft, die neueste Version des Spieles NBA 2K16 vor. Auf der deutschen Ausgabe des Spiels ziert das Cover: Dennis Schröder, Nummer 17 der Hawks. „Das ist Wahnsinn“, behauptet dieser. „Davon träumt jeder, auf dem Cover zu sein.“

          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android
          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android

          Das neue Angebot für den klugen Überblick: Die wichtigsten Nachrichten und Kommentare der letzten 24 Stunden – aus der Redaktion der F.A.Z. – bereits über 100.000 mal heruntergeladen.

          Mehr erfahren

          Mag sein, dass eine Playstation nicht die Wirklichkeit enthält. Doch auch in der virtuellen Realität, die sie erzeugt, leben Basketball-Profis. „In meinem ersten Jahr konnte ich nicht dunken“, erinnert sich Schröder, und er spricht nicht von sich, sondern von der Figur Dennis Schröder. Im wirklichen Leben setzte er in seinem ersten Spiel gegen die San Antonio Spurs mit einem spektakulären Dunk ein Ausrufezeichen. Das war nicht nur auf dem Spielfeld ein Durchbruch, sondern das hat auch dafür gesorgt, dass im Programm ein Upgrade notwendig wurde. Jetzt haut auch der Dennis Schröder im Computerspiel den Ball senkrecht in den Korb.

          „Als ich in die NBA gekommen bin, habe ich von Anfang an mit mir selbst gespielt“, erzählt Schröder, bevor er in der Messehalle des Ersten Deutschen Fernsehens dem Publikum demonstriert, über welche Fingerfertigkeit er dabei verfügt. „Ist schon ein heftiges Gefühl. Sonst macht man sich seine eigenen Spieler, und jetzt bist du direkt schon im Spiel drin.“ Der überarbeitete Digital-Dennis genügt den Ansprüchen von Che Schröder. „Mein Bruder sagt, ich spiele nicht schlecht“, sagt Dennis. „Er sagt, dass ich ein guter Spieler bin.“

          Mit den Flüchtlingen fühlt sich Schröder verbunden, er und die Nationalmannschaft spendeten Pro Asyl 25 000 Euro.
          Mit den Flüchtlingen fühlt sich Schröder verbunden, er und die Nationalmannschaft spendeten Pro Asyl 25 000 Euro. : Bild: dpa

          Auch im richtigen Leben hat Dennis Schröder in zwei Jahren NBA bemerkenswerte Upgrades erfahren. Er hat mehr Gewicht in seinem Team als vor zwei Jahren. Das hat nicht nur damit zu tun, dass er, als er mit neunzehn Jahren aus der Bundesliga kam, bei 1,86 Meter Körpergröße gerade 67 Kilo wog. Im Kraftraum habe er sich auf achtzig Kilo verbessert, sagt er, ohne seinen schnellen Antritt und seine Spritzigkeit zu verlieren. Von 13 auf zwanzig Minuten hat sich seine Einsatzzeit im Schnitt verbessert; bei 77 Begegnungen war er im Spiel.

          Von knapp vier auf glatte zehn Punkte hat er sich dabei verbessert; wobei er immer noch die Nummer zwei hinter Aufbauspieler Jeff Teague ist, gerade zehn Mal stand er in der ersten Fünf. Das hängt auch damit zusammen, dass Teague etwa sieben Pässe pro Spiel an den Mann bringt, die zu einem Korberfolg führen. Schröder hat seine Quote auf knapp vier verbessert. Nach der Saison legte er eine Trainingswoche bei Kyle Korver in Los Angeles ein, einem der besten Distanzschützen der Liga.

          Weitere Themen

          Basketball abgestraft

          Ergebnisanalyse : Basketball abgestraft

          Die Ergebnisanalyse der Olympischen Spiele straft eine der vielversprechendsten deutschen Basketball-Auswahlteams der letzten Jahrzehnte ab – und schließt aus Einzelleistungen auf künftige Erfolge.

          Topmeldungen

          Großflächige Aufforstung ist eine Möglichkeit, die Kohlendioxid-Pegel langfristig zu stabilisieren. Doch ob die dafür nötigen Flächen zu Verfügung stehen, ist eine politisch-gesellschaftliche Frage.

          Negative Emissionen : Wie man das CO2 aus der Luft entfernt

          Ohne die aktive, technische Entfernung von CO2 aus der Luft bleiben alle Klimaziele Makulatur. Tragisch, dass nicht zuletzt Klimaschützer sie so lange verteufelt haben.

          Radikalisierung der Querdenker : „Es sind Rufe nach Exekutionen“

          Nach dem tödlichen Angriff auf den Kassierer einer Tankstelle in Idar-Oberstein zeigen sich Politiker entsetzt vom Ausmaß der Radikalisierung des Täters. Kenner der Verschwörungstheoretiker-Szene sind dagegen weniger überrascht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.