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Bundestrainer Chris Fleming : „Wir arbeiten an einer neuen Identität“

„Das A und O ist, dass die Chemie bei einer Turniermannschaft unglaublich gut sein muss“: Bundestrainer Chris Fleming. Bild: AP

Der Auftakt gegen Island war zäh, nun wartet Serbien auf das deutsche Team bei der Basketball-EM. Bundestrainer Chris Fleming spricht im Interview über die Ziele, die Rolle von Dirk Nowitzki und einen Luxus.

          Der Start in die Basketball-EM geriet zäh. Das deutsche Team besiegte Außenseiter Island am Samstag nur mühsam mit 71:65. Zudem verletzte sich Robin Benzing und fällt für das Spiel an diesem Sonntag gegen Mitfavorit Serbien (15.00 Uhr / Live im ZDF) aus. Ob Benzing im Verlauf des Turniers nochmal eingesetzt werden kann, ist ungewiss. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das vor dem ersten Spiel geführt wurde, spricht Bundestrainer Chris Fleming nicht nur über die Ziele bei der EM.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Sie sind einer der wenigen Trainer, die mit Dirk Nowitzki zusammenarbeiten dürfen. Andererseits fehlen in der Nationalmannschaft viele deutsche Talente wegen Verletzung: Theis, Harris, Kleber, Zirbes. Was wiegt schwerer?

          Es ist natürlich enttäuschend, dass wir diese sehr guten Spieler verloren haben. Aber nun bei der EM sind wir auf diejenigen fokussiert, die dabei sind. Sie haben mit großem Ehrgeiz im Training und in den Spielen eine gute Vorbereitung gespielt. Mit Dirk zu arbeiten ist ein Genuss. Er gibt uns Leadership und viele Impulse. Für eine junge Mannschaft, die in gewissen Spielabschnitten nicht unbedingt weiß, wohin sie will, ist das umso wichtiger.

          Für Nowitzki könnte dies das letzte große Turnier werden. Es ist sicher seine letzte Chance, sich dem deutschen Publikum auf großer Bühne zu zeigen. Was erwarten Sie von ihm?

          Das Schöne an der Zusammenarbeit mit ihm ist: Du weißt, was du hast. Die Art und Weise, wie er ein Spiel angeht, zeigt seinen Charakter. Ich erwarte, dass er ein Super-Turnier spielt. Er ist in einer anderen Position als bei seinen letzten Turnieren mit der Nationalmannschaft; er hat mehr Unterstützung.

          Er braucht auch mehr Unterstützung.

          Niemand ist mit 37 derselbe Spieler wie mit 27. Aber er ist in der Lage, absolute Top-Leistung zu bringen. Wir haben in ihm jemanden, der Würfe trifft. Darin ist er immer noch einer der Besten der Welt.

          Sie sagen, er spielt in einer Nationalmannschaft von höherer Qualität denn je. Was bedeutet das für seine Rolle?

          Trotz Dirks überragender Qualität glaube ich, dass man bei der Europameisterschaft Spiele nicht mit einer einzigen Person gewinnen kann. Dirk wird eine Hauptrolle spielen, keine Frage. Allein seine Anwesenheit wird Raum schaffen für andere Spieler, freie Würfe zu nehmen.

          Dennis Schröder hat zwei Spielzeiten mit Atlanta in der NBA hinter sich mit einer guten Entwicklung. Ist er ein Aufbauspieler, der in der europäischen Konkurrenz herausragt?

          Er wird ein gutes Turnier und für uns eine Schlüsselrolle spielen. Seine enorme Schnelligkeit ist ein Faktor, über den andere Mannschaften nicht verfügen. Wir werden sie einsetzen müssen.

          Sind die vier Aufbauspieler Schröder und Schaffartzik, Gavel und Lo ein Hinweis auf eine schnelle, kleine Spielweise?

          In Quakenbrück und Bamberg hatte ich oft zwei Guards auf dem Feld. Das schafft die Möglichkeit, das Tempo zu erhöhen und der Mannschaft Vielfalt zu geben. Diese Konstellation werden wir oft haben.

          Robin Benzing knickte mit dem Knöchel um und musste das Spielfeld verlassen.

          Sind die Serben, Ihr Gegner an diesem Sonntag, die beste Mannschaft dieser EM?

          Drei Mannschaften stehen über allen anderen: Serbien, der Vizeweltmeister. Spanien, das am meisten Talent hat. Und Frankreich, Titelverteidiger und vermutlich der Überkreuzgegner für den Viertplazierten in unserer Gruppe; ich erwarte, dass die Mannschaft in ihrer Gruppe in Montpellier Erster wird.

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