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Bei Heim-WM im Viertelfinale : Sorge um Wagner trübt deutschen Basketball-Sieg

Dennis Schröder gelingen gegen Montenegro 22 Punkte. Bild: EPA

Deutschland verspielt bei der Basketball-EM im Achtelfinale fast noch einen großen Vorsprung gegen Montenegro. Nun wartet wohl Griechenland. Ob Franz Wagner im Viertelfinale spielen kann, ist ungewiss.

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          „Gestern haben wir trainiert, gegen eine Zonenverteidigung zu spielen“, konstatierte Bundestrainer Gordon Herbert. „Heute haben wir gespielt, als hätten wir noch nie eine Zone gesehen.“ So kann es gehen, wenn das Spiel zu leicht ist und der Erfolg schon bei Halbzeit gesichert scheint. Von 24 Punkten Vorsprung bei Halbzeit (48:24) verspielte die Basketball-Nationalmannschaft am Samstag im Achtelfinale der Europameisterschaft in Berlin gegen Montenegro in weniger als einer Viertelstunde 19 – und gefährdete zu aller Überraschung das Erreichen des Viertelfinales.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Auf 69:64 war gegnerische Team sieben Minuten vor der Schlusssirene herangekommen, als Herbert mit der Einwechslung des NBA-Profis Daniel Theis den Ernst der Lage deutlich machte. Der robuste Center setzte im Verein mit Johannes Thiemann und Johannes Voigtmann dem körperbetonten Spiel und den Distanzwürfen des montenegrinischen Kolosses Bojan Dubljevic (22 Punkte) Kraft und Gewicht entgegen, doch dann war da auch noch der amerikanische Spielmacher Kendrick Perry, der 23 Punkte erzielte.

          Er stammt aus Florida, hat in acht Jahren professioneller Karriere für zwölf verschiedene Klubs gespielt, derzeit für Malaga in der spanischen Liga, und dankte nach der Partie seinem Coach für die Einbürgerung und die Chance, ein Turnier wie diese EM spielen zu dürfen. Auf dem Feld sorgte er für die Entscheidung, als er Lo mit beiden Armen umgriff. Dieses als unsportlich beurteilte Foul brachte den Deutschen zwei Freiwürfe und Ballbesitz ein, die Lo für vier Punkte nutzte. Ein Bodycheck, mit dem zuvor Wladimir Mihailovic (12 Punkte) zuvor Schröder zu Boden gebracht hatte, blieb ohne Strafe. Center Marko Simonović, 22 Jahre alt und bei den Chicago Bulls unter Vertrag, kam auf 13 Punkte.

          „Köln war ein absolutes Basketball-Fest“, hatte Basketball-Legende Dirk Nowitzki bei MagentaSport über die Vorrunde mit bis zu 18.000 Zuschauern gesagt: „Darauf gilt es jetzt aufzubauen.“ Das gelang nicht. Die Arena in Berlin mit Platz für 14.000 Zuschauer war nicht ausverkauft, und auch der Funke sprang in der Hauptstadt nicht so über wie am Rhein. Er appelliere an die Basketball-Fans in Berlin, sagte der Berliner Lo nach der Partie, zum Viertelfinale am Dienstag zu kommen und für Stimmung zu sorgen. Die Deutschen könnten dann gegen das Team Griechenlands mit dem überragenden Giannis Antetokounmpo spielen; dessen Achtelfinalspiel gegen die Tschechische Republik findet am Sonntag (20.45 Uhr bei MagentaSport) statt.

          Von einem Gegenspieler unterlaufen knickte Franz Wagner (14 Punkte) böse um und spielte nicht weiter. Ob zwei Tage Pause reichen, damit er am Dienstag wieder spielen kann, war am Sonntagabend nicht abzusehen; er sollte im Krankhaus untersucht werden. „Ich war der Überzeugung, dass es ein Foul ist, wenn man unter einen Spieler tritt, der springt“, sagte Herbert ironisch. „Wenn die Schiedsrichter das anders sehen, ist es nicht an mir, sie zu kritisieren.“

          27 Punkte betrug der größte Vorsprung der deutschen Auswahl, kurz vor Schluss war er auf drei geschrumpft. Sie hätten die schlechteste Halbzeit des Turniers in der ersten, die beste in der zweiten Hälfte gespielt, konstatierte Bosko Radovic, der Coach Montenegros. „So etwas darf uns nicht passieren. Wir haben aufgehört zu spielen“, urteilte Lo. Theis kommentierte: „Wir haben gegen die Zone nicht gut ausgesehen, und wir haben nicht gut verteidigt. Dann ist bei denen gefühlt jeder Dreier reingegangen.“ Schröder gab sich unbeeindruckt: „Am Ende steht der Sieg und das zählt.“

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