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Ehre im Schloss Bellevue : Bundesverdienstkreuz für Nowitzki

„Meine Stiftung soll dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche entdecken, was in ihnen steckt“: Dirk Nowitzki Bild: dpa

Über 21 Jahre legte Dirk Nowitzki in Dallas eine unvergleichliche Karriere als Basketballer in der NBA hin. Nun erhält er das Bundesverdienstkreuz in Berlin – allerdings nicht für seine sportlichen Leistungen.

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          Dirk Nowitzki und die Maus sind die Prominentesten unter den Engagierten, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch in Schloss Bellevue mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet hat. Der 2,13 Meter lange ehemalige Basketballprofi Nowitzki überragte auch am Tag des Ehrenamtes in Berlin alle. Das orange Tier aus der Sendung mit der Maus, womöglich noch bekannter als der einstige Star aus der amerikanischen Profi-Liga NBA, war in der Rede des Präsidenten anwesend und wurde von WDR-Moderator Ralph Caspers vertreten; dieser engagiert sich, neben anderem, in der Rollstuhl-Abteilung eines Sportvereins.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Nowitzki wurde für seine beiden Stiftungen ausgezeichnet, mit denen er von Dallas (Texas), wo er lebt, und Würzburg aus, von wo er stammt, Bildung und Gesundheit von Kindern fördert. Zudem engagiert er sich in einem Mentoring-Programm sowie als Botschafter des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen, Unicef. Der 41 Jahre alte Nowitzki, begleitet von Schwester, Vater und Manager, war einer von elf Männern und 13 Frauen, die Steinmeier an diesem Tag des Ehrenamtes auszeichnete und ihnen dafür dankte, dass sie mit ihrem Tun das Gesicht unseres Landes zum Guten veränderten. „Danke für Ihre Zeit! Danke für Ihre Energie, Ihre Tatkraft, Ihre Kreativität!“ rief er. „Sie sind ein Geschenk an unser Land!“ Er hoffe, dass ihr Engagement auch andere Menschen motiviere, sich wie sie für den Zusammenhalt in unserem Land einzusetzen.

          „Sport hat mein Leben geprägt: Die Begegnungen mit den Menschen, die Erfahrungen von Erfolg und Misserfolg, Teamerlebnis und soziale Fähigkeiten, Zuversicht und Selbstvertrauen“, lässt sich Nowitzki auf seiner Website zitieren. „Meine Stiftung soll dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche entdecken, was in ihnen steckt, und lernen, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen. Im Sport und im Leben.“

          Nowitzki genießt derweil nach seiner Karriere den Ruhestand. Bei einem Gespräch mit dem ehemaligen SPD-Vorsitzenden und Vizekanzler Sigmar Gabriel am Mittwoch in Berlin erzählte Nowitzki, dass er etwa Weihnachten erstmals nach über 20 Jahren wieder in Deutschland und beim Skifahren verbringen werde. „Ich vermisse es schon, Basketball zu spielen und in der Umkleidekabine zu sein“, sagte Nowitzki. „Der Umgang in der realen Welt ist schon ein anderer.“ Es sei aber schön, dass er sich mal gehen lassen und undiszipliniert sein könne.

          In seiner Auszeit überlegt sich der NBA-Champion und Deutschlands Sportler des Jahres von 2011, wie es weitergehen soll. „Ich habe ein sehr gutes Netzwerk aufgebaut und einige Möglichkeiten, die mir angetragen wurden“, sagte Nowitzki, aber er müsse „erst mal ein paar Bücher lesen“. So lange genieße er den verspäteten Start ins Familienleben sowie die zahlreichen Ehrungen.

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