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Konzept in der Corona-Krise : Der Basketball ist ein Vorbild

Bald fliegt der Ball wieder in der Basketball-Bundesliga. Bild: dpa

Die Fußball-Bundesliga macht es mit ihren Spielen in leeren Stadien vor. Bald legen auch die Basketballer los in der Corona-Krise. Was als Plan begann, der blanken Not entgegenzuwirken, entpuppt sich nun als Attraktion.

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          Vielleicht hätte die Basketball-Bundesliga BBL ihr Konzept für das Meisterschaftsturnier in München, um das sie lange ein Geheimnis machte, nicht dieser Tage veröffentlichen sollen. Das Interesse daran ist einfach zu groß. Klar soll das Publikum erfahren, wie die dreiwöchige Quarantäne von 250 Spielern, Trainern und Schiedsrichtern funktioniert, die Verpflichtung der Profis zum Wischen des Parketts und die Pflicht zur Desinfektion des Spielballs.

          Gut eine Million Euro lassen sich die BBL und die zehn Klubs, die mitspielen, ihre Aktion Lebenszeichen kosten. Zu einer Zeit, da ohne Coronavirus die Play-offs längst ausgespielt wären, reaktivieren sie Spieler oder verpflichten gar neue, bringen ihre Teams aus Ferienstimmung in Schwung, um in 35 Partien einen Champion auszuspielen.

          Was als Plan begann, der blanken Not entgegenzuwirken – dem existenzgefährdenden Ausfall von Fernsehgeld und der Rückforderung von Sponsorenleistung und Eintrittsgeld –, entpuppt sich nun, da das Turnier den Segen der Bayerischen Staatsregierung hat und Vorfreude über den limitierten Kreis der Fans hinaus auslöst, als Attraktion.

          Die Fußball-Bundesliga macht es in ihren leeren Stadien vor: Frischer Spitzensport ist, selbst wenn die Zuschauer ihn nur auf der Mattscheibe bekommen und nicht in der Arena, doch etwas anderes als Konserven aus dem TV-Archiv. Und: Präsenz ist in der Aufmerksamkeitsökonomie des Unterhaltungsgewerbes ein Wert an sich.

          Das realisieren gerade auch die Kollegen vom Handball. Sie dürften nicht den Anschluss verlieren, auf keinen Fall von der Bildfläche verschwinden, mahnen die Verantwortlichen der Liga, die den Spielbetrieb abgebrochen und dabei angeblich viele Millionen Euro Schaden in Kauf genommen hat. Handball könnte seine Saison im September so beginnen, wie Basketball die seine zu Ende bringt: mit Turnieren ohne Zuschauer.

          Für die Organisation dieser Geisterspiele dürfte sich die Blaupause der BBL als hilfreich erweisen. Von Geschäftsstelle zu Geschäftsstelle ist es zwischen Basketball und Handball in Köln nur ein Dreiviertelstündchen mit den Öffentlichen. Da hätte man leicht ins Gespräch kommen können über eine Kostenbeteiligung. Nun ist das „Konzept für den Sonderspielbetrieb“ für einen Mausklick zu haben. Hoffen wir: zum Wohl des Sports.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

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