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Basketball-Bundesliga : Berlin ist nicht reif für den FC Bayern

Dominique Johnson und Alba Berlin gingen in München unter. Bild: Picture-Alliance

Im Pokalfinale der letzten Saison ärgerte Alba den FC Bayern noch gewaltig. Nun ist alles anders. Beim Wiedersehen in der Bundesliga deklassieren die Münchner die Berliner.

          Alles neu, die alte Rivalität? So recht fehlte die Brisanz, als Bayern München am Sonntag Alba Berlin mit 97:58 Punkten deklassierte. Beide Teams haben noch viel zu viel mit sich selbst zu tun, vor allem ganz offensichtlich das aus Berlin. 20:14 führte die Mannschaft von Alexander Djordjevic nach dem ersten Viertel, 43:25 durch einen 10:0-Lauf schon nach dem zweiten und 73:39 nach dem dritten. Vergessen der Berliner Triumph im Pokalfinale der vergangenen Saison in und über München. Die Bayern seien mit Wut über die 77:80-Niederlage zum Auftakt des Eurocup aus St. Petersburg zurückgekehrt, sagte Danilo Barthel nach der Partie. Nun hätten sie unbedingt zeigen wollen, was sie wirklich können.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Mir gefiel, was wir am Schluss mit den Fans geschaffen haben. Dafür spielen wir Basketball“, sagte Djordjevic zum Jubel und den Gesängen von den Tribünen. „Dies war eine wirklich großartige Vorstellung meiner Spieler.“ Sein Team unterhielt sechseinhalbtausend Zuschauer – unter ihnen der kommende Bayern-Präsident Uli Hoeneß und der ehemalige Trainer Svetislav Pesic – mit Ballgewinnen und Schnellangriffen, mit Dunkings und Anspielen über dem Korb. Überragend waren Bayerns tschechischer Center Ondrej Balvin und der amerikanische Flügelspieler Bryce Taylor mit je 14 Punkten.

          „Wir hatten praktisch keine Vorbereitung“, hatte Alba-Manager Marco Baldi schon vor der Partie auf telekombasketball.de konstatiert, und das hatte nicht nur mit den Einsätzen einer Reihe von Spielern in ihren Nationalmannschaften zu tun, sondern auch mit einem Sponsoren-Termin, für den sein halbes Team nach China geflogen war.

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          Auch die Bayern sind trotz fünf Erfolgen in der Liga noch nicht das Team, das sie sein wollen: ein Kandidat für den Gewinn des Eurocup, wie Djordjevic versprochen hat. Dafür suchen die Bayern noch einen weiteren, einen überragenden Aufbauspieler. Als „vorläufiges Team“ stellen sie deshalb ihre Mannschaft auf ihrer Website vor. Dennoch behauptete Manager Marco Pesic, es gebe keine Strategie für die Suche: „Wir haben ein gutes Team.“ Erst sobald sich eine Gelegenheit biete, werde Bayern über eine Neuverpflichtung entscheiden. Diese wird vermutlich schon bald kommen: In den nächsten Tagen verkleinern die Teams der NBA ihre Kader, und gute Spieler müssen sich Arbeit in Europa suchen.

          Es half den Berlinern nicht, dass der Münchner Alex King in der vergangenen Saison noch das Berliner Trikot trug, dass auch Alex Renfroe, Nihad Djedovic, Bryce Tylor und der aus Istanbul gekommene Reggie Redding früher Berliner Spieler waren und dass Manager Pesic und Ko-Trainer Emir Mutapcic eine Berliner Historie haben. Die wirklichen Rivalen im deutschen Basketball sind Bayern und das Euro-League-Team Brose Bamberg geworden; in drei Wochen spielen sie gegeneinander.

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