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Basketball-Bundesliga : Alba vor der Meisterschaft

Der Ludwigsburger Nick Weiler-Babb (l) im Zweikampf mit dem Berliner Rokas Giedraitis Bild: AFP

Im ersten Finalspiel setzt sich Berlin locker gegen Ludwigsburg durch. Gleich sieben Basketballspieler erreichen eine zweistellige Punktzahl. Nur der Coach warnt: „Es ist erst Halbzeit.“

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          Erst Halbzeit? In der kleinen Welt des deutschen Basketballs mag kaum jemand glauben, dass nach dem 88:65-Sieg von Alba Berlin über die MHP Riesen Ludwigsburg im ersten der beiden Endspiele die Meisterschaft noch nicht entschieden ist. Mit 23 Punkten Vorsprung gehen die Berliner ins Rückspiel an diesem Sonntag (15.00 Uhr bei Magenta Sport und Sport1).

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Es wäre ein Wunder, stockten sie den Pokalsieg vom Februar nicht zum Double auf. „Dies ist Halbzeit“, beharrt dennoch Trainer Aito Reneses, „der Sieg bedeutet gar nichts.“ Und auch Manager Marco Baldi, der mit Alba bereits acht Meisterschaften gewonnen hat – zuletzt vor zwölf Jahren –, warnt, dass, wenn es ein Team gebe, das einen solchen Rückstand aufholen könne, dies die Truppe von Trainer John Patrick sei.

          Bereits fünfmal hat Alba beim Meisterschaftsturnier von München im Audi-Dome ohne Publikum haushoch gesiegt: in der Gruppenphase gegen Vechta (plus 39), im ersten Viertelfinalspiel gegen Göttingen (plus 25) und in beiden Halbfinals gegen Oldenburg (plus 29 und plus 22). Im zweiten Spiel gegen Göttingen allerdings verspielten die Berliner von 27 Punkten Vorsprung im Gefühl der Überlegenheit 24. Eine Nachlässigkeit, die Trainer und Spieler ärgerte.

          Auch gegen Ludwigsburg brachte Alba nicht die dreißig Punkte Vorsprung ins Ziel, die das Team gegen Ende des dritten Viertels (67:37) erkämpft hatte. „Gegen Göttingen und Oldenburg habe ich nicht gesagt: Oh, jetzt müssen wir aufpassen“, warnte Baldi: „Aber gegen Ludwigsburg! Sie kommen in die Köpfe rein, man kann sehr schnell die Kontrolle über das Spiel verlieren.“

          Dabei fehlte den Schwaben ausgerechnet im Finale ihr Bester: Marcos Knight. Der Amerikaner, der beim Erfolg im Viertelfinale gegen Meister Bayern München und in den Halbfinal-Partien gegen Ratiopharm Ulm allein 82 Punkte erzielte und sein Team zum bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte trug, musste dem Schmerz einer Knöchelverletzung nachgeben, die er seit zwei Wochen ignoriert hatte.

          Nicht nur erzielten bei Alba von Aufbauspieler Martin Hermannsson und Flügelspieler Rokas Giedraitis (je 14 Punkte) bis Peyton Siva und Luke Sikma (je 10) sieben der elf eingesetzten Profis eine zweistellige Punktzahl. Darüber hinaus nahmen sie mit entschlossener Defensive die überehrgeizigen und zu Soli neigenden amerikanischen Top-Spieler der Ludwigsburger aus dem Spiel. Chris Weiler-Babb brachte lediglich vier seiner 22 Würfe ins Ziel (11Punkte), Jaleen Smith kam mit zwei Treffern bei sieben Versuchen auf fünf Punkte, und der hochgelobte Thomas Wimbush musste sich mit einem einzigen Treffer bei sechs Versuchen zufriedengeben.

          Coach John Patrick konnte vor allem stolz darauf sein, dass sein Team dennoch nicht aufgab. Die Ludwigsburger Jugendgruppe von Ariel Hukporti, Lukas Herzog und Trainersohn Jacob Patrick erzielte 24 Punkte, jeder Einzelne acht. Und Herzog versprach: „Wenn Alba uns mit 23 Punkten schlagen kann, können wir das im Rückspiel auch.“

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