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Basketball-Bayern : Dynamik unter dem Korb

Kaum zu stoppen: Bayern Münchens Devin Booker stopft den Ball in den Korb Bild: dpa

Nachdem die Basketball-Bayern die Bundesliga schon dominierten, streben sie nun als Teil der Euro League nach Höherem. Präsident Hoeneß treibt das Projekt voran.

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          In diesem Jahr haben die Basketballer des FC Bayern die Fußballer in der Ausbeute erstmals übertroffen. Sie gewannen neben der Meisterschaft auch den Pokal – während die kickenden Kollegen ihr Pokalfinale in Berlin gegen Eintracht Frankfurt verloren. Und bald soll alles noch besser und größer werden unter den Münchner Körben. Basketball habe sich in der Stadt „endgültig etabliert“, sagte Präsident Uli Hoeneß zwei Tage vor Beginn der neuen Bundesliga-Spielzeit mit dem Auswärtsspiel in Ulm am Freitag (19 Uhr) und erklärte seine Erwartung, „dass sich das in München ähnlich dem Fußball entwickelt“.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Bisher fehlte, um diesen Anspruch zu erfüllen, noch die internationale Erstklassigkeit – die nun für die EuroLeague mit der Qualifikation als Meister für die aktuelle Saison und mit einer „Wildcard“ für die beiden nächsten Spielzeiten auf drei Jahre hinaus garantiert ist. „Auf dieses Ziel haben wir alle hingearbeitet, darauf, Teil der Euro League zu sein“, sagte Hoeneß. „Du kriegst bestimmte Spieler nur, wenn du dich dort etablierst. Wie im Fußball in der Champions League.“

          Am Ende dieser drei Spielzeiten soll 2021 mit dem Umzug in die neue, mehr als 10 000 Zuschauer fassende Spielstätte im Olympiapark die nächste Stufe gezündet werden. Bis dahin sollen die Bayern gut genug sein, „eine solche Halle zu füllen“, so Hoeneß, und sich in der EuroLeague sportlich etabliert haben. Und falls bis dahin das deutsche Nationalteam, dessen Entwicklung unter Trainer Henrik Rödl Hoeneß gefällt, „zum Beispiel mal die EM gewonnen hätte, könnte die Post richtig abgehen“.

          „Mindestens wettbewerbsfähig sind wir schon jetzt“, sagt Geschäftsführer Marko Pesic zu den Chancen in der EuroLeague, „ich weiß aber nicht, ob das fünfzehn Siege bedeutet oder acht.“ Beziehungsweise ob der Sprung in die Play-offs der besten acht Teams Europas gelingt, den noch kein deutscher Teilnehmer geschafft hat, auch nicht Brose Bamberg, das in den letzten beiden Spielzeiten knapp scheiterte. Die Schwierigkeiten mit der Belastung der 30 EuroLeague-Spiele in ganz Europa neben 34 Bundesliga-Spieltagen ließen den in die Knie gegangenen Serienmeister vorerst auf eine weitere Teilnahme an der EuroLeague verzichten.

          Auch in München weiß man noch nicht, wie sich dieses Mammutprogramm auswirken wird. „Bamberg hat sehr gelitten“, sagte Hoeneß. „Ich bin gespannt, wie unsere Spieler diesen Rhythmus verkraften und ob der Kader groß genug ist.“ Mit deutschen Größen wie Maodo Lo aus Bamberg und europäischen wie dem Finnen Petteri Koponen vom FC Barcelona hat man sich bereits verstärkt. Als letzter Neuzugang soll noch der frühere NBA-Spieler Derrick Williams kommen – als „vorerst“ letzter, wie Hoeneß korrigierte. Er wollte nicht ausschließen, im Winter, „wenn wir noch mal was brauchen, zu schauen, ob wir noch einen Sponsor anzapfen können“.

          Der Antreiber: Uli Hoeneß will mit den Basketballer hoch hinaus

          Trainer Dejan Radonjic findet zwar, „genug Spieler“ zu haben, und verweist auf die 84 Spiele in seiner letzten Saison bei Roter Stern Belgrad als Beleg seiner Expertise mit großen Belastungen. Doch der Erwartungsdruck in München ist größer, vor allem der, „unbedingt deutscher Meister zu werden“, wie Hoeneß sagt. „Die Bundesliga hat Priorität“, betont auch Pesic. Das laut seinen Angaben um weitere zehn Prozent gewachsene Budget macht die von Sponsoren-Nachfrage verwöhnten Bayern zum Favoriten auf den Titel. Als „eine ganz wichtige Verbesserung“ dieser Saison, nicht zuletzt durch die Anziehungskraft seines Klubs, sieht Hoeneß auch die Fixierung eines festen Übertragungstermins im Free-TV mit dem Spiel der Woche jeden Sonntag um 15 Uhr bei Sport1. „Der deutsche Basketball“, prophezeit Pesic, „hat eine große Zukunft vor sich.“

          Die Dynamik dieser Entwicklung hat wohl nicht zuletzt mit dem Einfluss von Hoeneß zu tun. Das findet auch er selbst, belegbar durch die Stagnation des Projekts während seiner Inhaftierung wegen Steuervergehen nach dem Meistertitel 2014. „Wie sie wissen, war ich zwei Jahre nicht da“, sagte er. „Ohne überheblich zu sein, glaube ich, dass es ohne mich nicht weitergegangen ist, weil der Motor, der es antrieb, nicht da war.“

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