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Barthel bleibt bei Bayern : „Ich will keine Chance vertun“

Basketball-Nationalspieler Danilo Barthel verlängert beim FC Bayern München. Bild: dpa

Basketball-Nationalspieler Danilo Barthel im Interview über seine Vertragsverlängerung in München, Duelle mit herausragenden Spielern, Arbeitsethos und sein grimmiges Gesicht auf dem Feld.

          Glückwunsch zur Meisterschaft, Glückwunsch zur Wahl als wertvollster Spieler der Finalserie und Glückwunsch zu den beiden Länderspiel-Siegen am Wochenende. Sind Sie selbst überrascht?

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Niemand hatte erwartet, dass wir die Runde ungeschlagen abschließen, gerade gegen einen Gegner wie Serbien. Fühlt sich mega an, dass wir die Partie knapp halten konnten und am Schluss das Glück auf unserer Seite hatten.

          Sie hatten in Novi Sad einen Hexenkessel erwartet. Hat das Publikum Ihre Erwartungen erfüllt?

          Wir waren auf einiges eingestellt, und ab und zu wurde es auch hitzig. Aber wir haben uns nicht beeindrucken lassen und defensiv so gut gespielt, dass keine Aktion das Publikum mitreißen konnte.

          Wie war die Begegnung mit Trainer Sascha Djordjevic, der noch drei Monate vor der Meisterschaft Sie und die Bayern trainiert hat?

          Die Serben waren im selben Hotel wie wir, und wir haben uns dort unterhalten und beim Training gesprochen. Wir haben anderthalb Jahre intensiv zusammengearbeitet; ich hatte mich auf das Treffen gefreut. Er hat mir zu allem gratuliert, was ich zuletzt erreicht hatte.

          „Ich habe bei Bayern für zwei weitere Jahre unterschrieben“

          Auch zu einem neuen Vertrag?

          Ich habe bei den Bayern für zwei weitere Jahre unterschrieben und freue mich auf die bevorstehenden Aufgaben. Ich habe eine Rolle einnehmen können, die der Trainer und der Verein schätzen. Dadurch dass wir in den nächsten Jahren Euro League spielen, sehe ich das Potential, dass der Verein und ich persönlich den nächsten Schritt in unserer Entwicklung tun. Ich freue mich auf die Herausforderung, gegen die besten Spieler Europas zu spielen.

          Stimmt der Eindruck, dass Sie sich gern an Spielern mit großen Namen messen und sich noch mehr freuen, wenn Sie die abmelden?

          Es ist sehr schön, jeden Tag im Training gegen hervorragende Spieler zu spielen. Aber für mich ist es eine Herausforderung, wenn es wie im Meisterschaftsfinale mit Luke Sikma...

          ... wertvollster Spieler der Saison mit Alba Berlin...

          ...wenn es zu Duellen kommt, in die man alles reinlegen muss und auf die man sich extrem gut vorbereiten muss. Man wird nur besser, wenn man gegen hervorragende Spieler spielt. Auf diese Duelle freue ich mich, und am Ende meiner Karriere werde ich darauf zurückblicken, gegen wen ich alles gespielt habe.

          Basketball-Nationalspieler Danilo Barthel mit der Auszeichnung des wertvollsten Spielers der deutschen Finalserie.

          Sammeln Sie Videos?

          Ich hebe das ein oder andere Foto auf, das mir ein Fotograf zuschickt.

          Und Trikots?

          So weit sind wir noch nicht im Basketball. Gefühlt hat jedes Team nur ein einziges Trikot für die Saison.

          Wer hat Sie am meisten beeindruckt?

          Pau Gasol. Er ist ein so kompletter Spieler und hat so eine Riesenpräsenz, dass ich nicht wusste, wie ich ihn verteidigen sollte. Er konnte einfach alles machen: von außen treffen, inside punkten. Er ist ein kompletter und erfahrener Spieler, vielleicht der beste auf der Welt.

          Sie haben eine gute Erinnerung an das verlorene Viertelfinale gegen Spanien bei der Europameisterschaft?

          Das ist ein Ansporn, weiterzumachen, besser zu werden.

          Für Basketball-Profis haben die Ferien begonnen. Wir erreichen Sie beim Krafttraining. Machen Sie keine Pause?

          Doch, von diesem Donnerstag an. Ich habe zwei Tage an die Nationalmannschaft drangehängt, um noch ein bisschen draufzulegen. Das Niveau soll im Urlaub nicht zu sehr abfallen. Ich merke, dass ich ein bisschen Abstand brauche nach der langen Saison.

          Wie lange setzen Sie aus?

          Drei Wochen. So einen langen Urlaub hatte ich noch nie.

          Angeblich werfen sogar Ihre serbischen Trainer Sie manchmal aus der Halle, Wo kommt Ihr Arbeitsethos her?

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