https://www.faz.net/-gtl-12u0v

Basketball : Alba bleibt im Rennen

  • -Aktualisiert am

Berlins Casey Jacobsen setzt sich gegen Vincent Yarbrough durch Bild: dpa

Titelverteidiger Alba Berlin hat in den Playoffs der Basketball-Bundesliga die Telekom Baskets Bonn 62:52 geschlagen - und damit ein vorzeitiges Aus abgewendet. Eine Begegnung mit viel Tempo und allem, was Basketball zu bieten hat.

          2 Min.

          Verlängerung! Das ist die beste Nachricht für den deutschen Vereins-Basketball. Im Halbfinale um die Meisterschaft hat Alba Berlin am Dienstagabend die Telekom Baskets Bonn 62:52 geschlagen. Nach vier Spielen steht es nun 2:2 in der Serie „Best of Five“. Am Donnerstag wird in Berlin entschieden, wer von diesen beiden erstklassigen Teams in das Finale gegen Oldenburg einziehen wird.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Nervös? Albas Manager Marco Baldi deutete auf seinen Magen, als er den Bonner Telekom-Dom betrat: „Das wird eine Nervenschlacht.“ Die Spieler ließen sich von den mulmigen Gefühlen der Funktionäre nicht anstecken. Kraftvoll begann die Begegnung, mit Tempo, mit allem, was Basketball zu bieten hat: Schnellangriffe, Distanzwürfe, Gegner und Zuschauer verwirrende Dribblings, Dunkings und geblockte Würfe auf der ersten Etage. Abwarten, anpassen, einspielen? Nichts davon.

          Alle gegen einen!

          Von der ersten Minute hielt dieses Halbfinale, was es versprach. Den Kampf der Berliner um ihren Verbleib im Rennen um den Titel. Den Kampf der Bonner, die sich nach der ersten Niederlage am Samstag nicht mehr so sicher fühlten. 2:0 geführt und dann doch noch abgefangen werden? Jedenfalls nicht ohne stärkste Gegenwehr. So hatte Michael Koch, einst Scharfschütze in der Nationalmannschaft und ein Vorbild in der Kategorie Einsatzbereitschaft in der Verteidigung, sein Team instruiert: Alle gegen einen! Jedenfalls sahen sich Berlins Dribbelkünstler wie Julis Jenkins (14 Punkte) beim Zug zum Korb schnell umzingelt. Der Lohn dieser aufwendigen Arbeit machte zur Halbzeit (33:28) den kleinen Unterschied aus. Alba kam mit klugem Anspiel seiner Center unter den Bonner Korb zwar immer wieder zu „leichten“ Punkterfolgen, während Bonn von weit draußen kunstvoll und besser (44 Prozent Dreipunkte-Würfe zu 29) traf. Die Chance dazu aber erarbeiteten sich die Rheinländer zunächst mit Ballgewinnen in der Verteidigung.

          Der Bonner Patrick Flomo schließt per Dunking gegen Casey Jacobsen ab

          So ging es zunächst weiter kurz nach dem Seitenwechsel. Berlin spielte mit hochgekrempelten Ärmeln den Ball weiter „ans Brett“ auf die „langen Leute“, um auf sicherem Weg zu Punkten zu kommen. Bonn setzte auf das attraktive Risiko: Es sieht so elegant aus, wenn ein Ball nach dem Wurf aus mehr als 6,25 Metern ohne Ringberührung durch das Netz rauscht und der Verteidiger nur noch mit den Schultern zucken kann.

          Zwei Volltreffer brachten Bonn in der 24. Spielminute auf den aussichtsreichen Weg (41:34). Doch Berlin fand schließlich seinen Wurfrhythmus, kombinierte Außen- und Innenspiel zu einer Fünfzehn-Punkte-Serie und baute die Führung vor dem letzten Viertel auf 51:42 aus.

          Neun Punkte in zehn verbleibenden Minuten? Im Basketball sind solche Vorsprünge schon in einer Minute geschmolzen. Und so stupste Bonns Coach Koch seine Spieler in die letzte Halbfinal-Runde auf Bonner Boden. Wenn der Meister aus der Hauptstadt vorzeitig zu stoppen sein sollte, dann doch im Hexenkessel der Halle auf dem Hardtberg. Etwa 5800 der 6000 Fans brüllten ihre Lieblinge voran, gaben es ihnen mit den vom Verein vorbereiteten Handzetteln schriftlich: „Schlagt Berlin.“

          Der Wille war da. Allein die Kraft der Profis um den erfolgreichsten Bonner, Brandon Bowman (13 Punkte) reichte nicht, Alba mit Jenkins und Casey Jacobsen (12) noch einmal aus dem Konzept zu bringen. In den letzten zwei Minuten mag auch die Aussicht Bonns Willen gedämpft haben. Schließlich hat das Team nichts verloren - abgesehen vom Heimvorteil. Der aber kann entscheidend sein. In Berlin wünschen sich doppelt so viele Fans eine Klarstellung der Machtverhältnisse in der letzten Runde: 12.000.

          Weitere Themen

          Das grüne Monster

          Irland bei der Rugby-WM : Das grüne Monster

          Noch nie hat Irland das Halbfinale einer Weltmeisterschaft erreicht – das soll sich ändern. Im Viertelfinale wartet auf die Iren niemand geringes als Weltmeister Neuseeland – und die „All Blacks“ scheinen nervös.

          Topmeldungen

          Donald Trump gab bekannt, den G-7-Gipfel doch nicht im familieneigenen Hotel in Miami auszurichten.

          Twitter : G7-Gipfel im nächsten Jahr doch nicht in Trump-Hotel

          Dies gab Donald Trump auf seinem Twitter-Account bekannt. Der Präsident der Vereinigten Staaten musste zuvor heftige Kritik für seine Entscheidung einstecken, den G-7-Gipfel in seinem Hotel in Miami ausrichten zu wollen.

          „Super Saturday“ : Britische Regierung beantragt Brexit-Verschiebung

          Das britische Parlament hat eine Entscheidung über den Brexit-Deal verschoben. Premierminister Boris Johnson kündigt an, er werde „weiterhin alles tun, damit wir am 31. Oktober die EU verlassen.“ Trotzdem muss er Brüssel um einen Aufschub bitten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.