https://www.faz.net/-gtl-73yxu

Baseball : „World Champions Baby!“

  • Aktualisiert am

Der Moment der Befreiung: „World Champions Baby!“ Bild: dapd

Die San Francisco Giants gewinnen die World Series. Nachdem sich die Kalifornier in den Runden zuvor noch schwer taten, geht es in der Endspielserie gegen Detroit ganz schnell - vier Spiele, vier Siege.

          2 Min.

          Die San Francisco Giants sind die Könige der Major League Baseball: Mit 4:3 gewann das Team aus Kalifornien am Sonntagabend (Ortszeit) auch das vierte Spiel der World Series bei den Detroit Tigers und entschied damit die einseitige Endspiel-Serie mit 4:0-Siegen für sich. „Das ist ein unglaublicher Moment, den ich nie vergessen werde. Aber wir haben hart dafür gearbeitet“, sagte Third Baseman Pablo Sandoval, der zum wertvollsten Spieler (MVP) der Endspielserie gewählt wurde. Der siebte Titel der Vereinsgeschichte war die logische Konsequenz der eindrucksvollen Giants-Comebacks in den Playoffs.

          „World Champions Baby!“, schrie Sergio Romo in die TV-Kameras. Der Giants-Pitcher hatte mit einem Fastball gegen Detroit-Star Miguel Cabrera im zehnten Inning für den entscheidenden Strike gesorgt. Jubelnd liefen seine Mitspieler auf Romo zu, Catcher Buster Posey erdrückte ihn fast. „Das war heute eine Schlacht und der passende Weg, die Saison zu beenden. Ein unglaubliches Gefühl“, freute sich Posey. Er war der einzige Feldspieler, der schon am 1. November 2010 in der Startaufstellung stand, als San Francisco gegen die Texas Rangers erstmals seit dem Umzug 1958 aus New York den Titel geholt hatte.

          Third Baseman Pablo Sandoval, der wertvollste Spieler: „Das ist ein unglaublicher Moment, den ich nie vergessen werde“

          Während die Giants ihren gigantischen Triumph auf dem Rasen genossen und in San Francisco zehntausende Fans vor einer Großbild-Leinwand feierten, herrschte auf den Rängen der Detroiter Arena eisiges Schweigen. Dauerregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt passten ins Bild. Mit 4:0 hatten die Tigers zuvor die Halbfinalserie gegen Rekordmeister New York Yankees gewonnen, die erste Meisterschaft seit 1984 schien so realistisch wie lange nicht mehr - am Ende blieben nur Enttäuschung, Ernüchterung und Einsichten. „Wir brauchen uns über nichts zu beschweren, der Giants-Sieg war kein Glück oder Zufall, sie waren einfach besser“, betonte Trainer Jim Leyland, der mit dem Verein schon 2006 das Finale gegen St. Louis verloren hatte.

          Die Tigers hatten in den vergangenen Wochen immerhin für etwas Ablenkung im eher tristen Detroiter Alltag gesorgt. Die Arbeitslosenquote liegt in der Autostadt rund zwei Prozent über dem amerikanischen Durchschnitt, die Folgen der Weltwirtschaftskrise sind hier immer noch besonders spür- und sichtbar. „Ich bin mir sicher, dass wir viele Fan-Herzen heute gebrochen haben“, meinte Leyland und konnte dabei eine Träne nicht unterdrücken. „Aber hoffentlich habt ihr die Saison und die Tatsache, dass wir es so weit geschafft haben, genossen.“

          Sein Giants-Pendant Bruce Bochy stimmte unterdessen ein Loblieb auf den Teamgeist seiner Mannschaft an. Er sprach von einer „ganz uneigennützigen Truppe“, in der jeder nur ein Ziel habe - gewinnen. „Wenn du eine solche Truppe hast, macht es die Arbeit für einen Trainer viel einfacher. Es ist unglaublich, was eine Gruppe von Leuten als Team erreichen kann“, so Bochy. Der 57-Jährige spielte auf die scheinbar aussichtslosen Situationen in den Runden zuvor an.

          In zwei Runden mit dem Rücken zur Wand

          Gegen die Cincinnati Reds verlor San Francisco beide Heimspiele und erreichte erst durch drei Auswärtssiege das Halbfinale. In der Vorschlussrunde stand die Mannschaft gegen Titelverteidiger St. Louis Cardinals nach vier Partien erneut mit dem Rücken zur Wand, lag 1:3 hinten, ehe drei Siege nacheinander folgten und Manager Brian Sabean eine Analogie bemühte, die ungewöhnlich und treffend zugleich war: „Unsere Spieler sind wie Kakerlaken, sie gehen einfach nicht ein.“

          Mit dieser Mentalität haben es die Giants bis nach ganz oben geschafft. Team-Präsident Laurence Baer findet diesen Weg nachahmenswert - nicht nur im Sport: „Ich denke, von diesem Team kann man vor allem eines fürs Leben lernen: niemals aufzugeben.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gefahr durch Coronavirus : Keine Panik

          Es beruhigt, dass Deutschland auf Szenarien wie den Ausbruch des Coronavirus vorbereitet ist. Wenn aber nun nach jeder Hustenattacke die Notaufnahme angesteuert wird, stößt jeder noch so gut aufgestellte Krisenstab an seine Grenzen.
          Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin

          Industriellenfamilie : Die Reimanns stiften 250 Millionen Euro gegen Hass

          Die Industriellenfamilie Reimann stellt in den nächsten zehn Jahren 250 Millionen Euro für Initiativen bereit, die sich mit Ursachen und Folgen des Holocausts auseinandersetzen. Dahinter verbirgt sich eine kaum fassbare Geschichte.
          Die Moderatorin Susan Link vertritt den erkrankten Moderator Frank Plasberg in der WDR-Talkshow „Hart aber fair“. Hinter ihr die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, der CSU-Generalsekretär Markus Blume und die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl (von links)

          TV-Kritik: „Hart aber fair“ : Aktien als Allheilmittel

          Die Deutschen sind ein Volk der Sparer. Doch in Zeiten von Negativzinsen muss man umdenken. Bei „Hart aber fair“ raten alle Gäste zu einer Lösung – bis auf Sahra Wagenknecht: Sie setzt auf ein Konzept, das viele als überholt ansehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.