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Bamberg Baskets : Nüchtern in Freak City

Nicht immer die Gelassenheit in Person: Bambergs Trainer Chris Fleming Bild: picture alliance / dpa

An diesem Wochenende steht für Trainer Chris Fleming mit den Bamberg Baskets das erste Kapitel aus dem großen Werk an, das den Namen Titelverteidigung trägt. Schon jetzt ist der Amerikaner aus dem großen Schatten seines Vorgängers herausgetreten.

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          Große Gesten liegen Chris Fleming nicht. Selbst als der Trainer der Baskets Bamberg im vergangenen Jahr mit dem Gewinn des Pokals und des Meistertitels das Double feierte, blieb der schlaksige, blasse Mann aus New Jersey demonstrativ gelassen und kündigte an, den Erfolg zuhause auf seiner Terrasse mit einem Glas Weizenbier zu feiern. Natürlich war Fleming dann doch mit seiner Mannschaft bis in die Morgenstunden unterwegs. Alles andere hätte man ihm in der basketballverrückten Stadt Bamberg, die sich selbst den Namen „Freak City“ gegeben hat, auch ziemlich übel genommen.

          Fleming hat sich eingestellt auf Bamberg – und umgekehrt ist das auch so. Spätestens seit dem Triumph in der vergangenen Saison ist der 41 Jahre alte Amerikaner herausgetreten aus dem Schatten von Dirk Bauermann, den er 2008 als Cheftrainer der Baskets ablöste. An diesem Wochenende wollen Fleming und die Bamberger Bundesliga-Überflieger den nächsten Schritt machen. Beim Top-Four-Turnier um den Pokal der Bundesliga steht das erste Kapitel aus dem großen Werk an, das den Namen Titelverteidigung trägt. Bislang liest sich die Erfolgsstory gut: Fünf Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde stehen die Bamberger als Tabellenerster fest. „Von allen unseren Zielen hat das vielleicht die geringste Bedeutung“, sagt Fleming in der für ihn typischen Zurückhaltung. „Es ist ein gewisser psychologischer Vorteil, mehr nicht.“

          Die Erwartungen sind die allerhöchsten

          Ein viel größerer wäre der Gewinn des Pokals am Wochenende in der Bamberger Arena. Am Samstag treffen die Baskets in der 6100 Zuschauer fassenden „Frankenhölle“ auf einen Klub, den Fleming bestens kennt: die Artland Dragons aus Quakenbrück. 15 Jahre hat er dort gelebt, gespielt und trainiert, hat zunächst in der Regionalliga und später in der zweiten Bundesliga vom Flügel aus Körbe geworfen. Sieben Jahre lang war Fleming dann Trainer der Drachen, die er in die erste Liga führte. Seitdem zählt das idyllische Örtchen aus der norddeutschen Tiefebene zu den gehobenen Basketballkreisen hierzulande.

          Auch Bamberg ist mit 70.000 Einwohnern eine sehr übersichtliche Stadt für einen Amerikaner. Fleming schätzt „die hohe Identifikation zwischen der Stadt und den Baskets. Man hat immer das Gefühl: Wir spielen für Bamberg.“ Inzwischen sind die Erwartungen freilich auch die allerhöchsten. Ein Scheitern im Pokal, um den neben den Bambergern und den Dragons auch die Frankfurt Skyliners und Braunschweig Phantoms streiten, wäre eine herbe Enttäuschung für die Fans aus „Freak City“. Der jüngste Sieg in der Bundesliga, in der man am Samstag Alba Berlin schlug, hat sie noch begehrlicher gestimmt. Fleming hat ihnen wenig entgegen zu setzen: Nur zwei Spiele haben die Baskets bislang verloren in dieser Saison – und 27 gewonnen. Der Trainer kommentiert dies in aller Sachlichkeit: „Wir haben immer genau das bekommen, was wir verdient haben.“

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