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Ballsportarten : Bloß kein Abgesang

  • -Aktualisiert am

Handballspieler Roggisch: Schmerzhafte Bauchlandung Bild: dpa

Die deutschen Handballer, Fußballer und Basketballer müssen in London allesamt daheimbleiben. Doch Olympia findet dennoch statt - lebt es doch von Disziplinen, die sonst oft übersehen werden.

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          Die gute Nachricht: Die Olympischen Spiele in London finden statt, in ziemlich genau einem halben Jahr steigt die Eröffnungsfeier. Die schlechte Nachricht: Einige der populärsten Sportarten, Ballsportarten genauer gesagt, werden ohne deutsche Beteiligung über die Bühne gehen. Die deutschen Handballer, Fußballer und Basketballer, Männer wie Frauen, müssen allesamt daheimbleiben. Damit fehlten, so die Klage seit dem Scheitern der Handball-Nationalmannschaft von Bundestrainer Heuberger Mitte der Woche bei der Europameisterschaft, dem deutschen Olympiateam für London nicht nur einige seiner Schwergewichte und Quotenbringer, auch die Anzahl der Athleten und Betreuer schrumpfe deutlich.

          So schwer das Los für jede einzelne Sportart ist, bei dem Millionen-Ereignis nicht dabei zu sein, so wenig wird sich das in der Medaillenbilanz niederschlagen. Und dass ohne die Spielertypen die Stimmung in der deutschen Delegation mau sein wird, ist zunächst nicht mehr als eine fatalistische Vermutung. Die olympische Wirklichkeit, auch das lehrt die Erfahrung zurückliegender Spiele, wird diese Annahme sicher nicht bestätigen. Olympia lebt nicht nur von den Ballsportarten, sondern sehr stark von erfolgreichen Sportlern aus Disziplinen, die jenseits der Spiele oft übersehen werden, von Judo über Kanuslalom bis zum Modernen Fünfkampf. Sie können (und werden) beim Publikum, im Olympischen Dorf und an den Wettkampfstätten für Stimmung sorgen, der deutschen Mannschaft Gesichter geben.

          Einen Negativtrend des deutschen Sports daraus anzuleiten, dass die Gesamtzahl der Aktiven bei rund 400 statt wie erhofft bei 450 liegen wird, ist waghalsig. Dass die Zahl der Trainer, Ärzte, Physiotherapeuten und Psychologen - die von der Zahl der Athleten abhängt - auch schrumpfen wird, ist eine Tatsache. Eine gute Betreuung wird aber dennoch gewährleistet sein. Schließlich sehen auch Betreuer einen olympischen Einsatz als Motivation. Für einen Abgesang auf die deutsche Olympiamannschaft ist es - bei allem Mitgefühl für die geschundenen Handballer - jedenfalls viel zu früh.

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